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12.01.2012 von Christian.Kreutz
Bei Geld hört der Spaß auf. Ein Ausspruch im Alltag, der aber auch in der Lokalpolitik aufgrund klammer Haushalte der Kommunen, immer mehr Bedeutung hat. Frankfurt Gestalten versucht seit annähernd 2 Jahren Lokalpolitik besser abzubilden, doch die Finanzen blieben bisher immer außen vor.
Dies ändert sich nun: Ich freue mich das Projekt Offener Haushalt Frankfurt vorzustellen, welches wir in den letzten Wochen umgesetzt haben. Wie vielleicht einigen bekannt, beißen wir uns immer wieder die Zähne aus, bei der Stadt Frankfurt Daten in offenen Formaten zu bekommen, die ohnehin mit Steuergeldern finanziert wurden. Dank der ELF Piraten Fraktion Frankfurt hat sich dies im Fall des Frankfurt Haushalts nun geändert.
Vor einigen Wochen bekamen wir eine Datei von der Stadtkämmerei über die Piraten-Partei mit Haushaltsdaten der vergangenen Jahre und bis 2013. Die Haushaltsdaten sind in einer sehr gut weiter zu verarbeitenden Qualität und zeigen nicht nur die Ausgaben der Stadt, sondern auch die Einnahmen der letzten Jahre. Wir haben diese Daten nun genutzt, um eine transparente Darstellung des Haushalts in Anlehnung an den offenen Bundeshaushalts umzusetzen.
Denn wer hat Zeit und Kenntnis sich durch über 2000 Seiten des Haushaltsdokuments der Stadt Frankfurt durch zu wälzen? Unser Ziel ist eine transparentere Darstellung aller Haushaltsentscheidungen und wofür Mittel eingesetzt werden. Mit wenigen Klicks kann man nun genau sehen, wie viel für was ausgeben wird und wie sich das über die Jahre verändert hat oder nicht.
Damit ist ein erster wichtiger Schritt getan, Finanzabläufe der Stadt Frankfurt transparenter zu machen. Das ist unser Beitrag zu dem derzeit laufenden Bürgerhaushalt der Stadt Frankfurt, der leider nur ad-hoc stattfindet, nicht nachhaltig versucht Frankfurter Lokalpolitik transparenter zu machen und auf der Webseite oftmals verwirrend ist.
Bitte gebt uns Feedback und weitere Vorschläge zur Erweiterung der Seite.
- 2 Kommentare
09.01.2012 von cprinz
Am 3. Dezember fanden im Schauspiel Frankfurt die 39. Römerberggespräche mit dem Thema „Gefällt mir nicht – Demokratie auf dem Prüfstand“ statt. Auf dem Podium der nachmittäglichen Diskussionsrunde saß unter anderen Eric Buhn als Vertreter der Occupy-Bewegung aus dem Camp gleich gegenüber. Die Occupy Bewegung nimmt also bereits ihren Platz im politischen Diskurs in der Stadt ein.
Im realen Leben besetzen Frankfurter Occupy-Aktivisten seit dem 15. Oktober die Taunusanlage vor der Europäischen Zentralbank und protestieren mit einem Zeltlager von teilweise über 100 Zelten gegen die bestehende Finanzordnung. Unter den Campern sind Berufstätige, Studenten Schüler und Arbeitslose, unterstützt wird die Bewegung durch Spenden aus der Bevölkerung. Im Camp finden Diskursgruppen und Workshops statt und es werden Protestaktionen organisiert wie z. B. die Umzingelung der rund 500 Geldinstitute in den Hochhäusern der City durch 10.000 Menschen am 13. November, zu der ein breites Bündnis von Globalisierungsgegnern, Umweltschützern und Gewerkschaftern aufgerufen hatte.
Die Bewegung, die sich aus Menschen mit unterschiedlichen Ansichten zusammensetzt, transparent, tolerant und offen für jeden sein möchte, ist sich nach eigenen Angaben darin einig, die »Macht des Kapitalismus, des Geldes, der Banken, der Märkte und der Regierungen« begrenzen zu wollen. Dabei sieht sie sich vor mehrere Fragen gestellt: Wie organisiert man Dissenz? Wie erreicht man die Jugend? Wie nimmt man die Bevölkerung mit? Wie vermeidet man Applaus von der falschen Seite? Eric Buhn betätigte, dass man vorerst nur in der Lage sei, Fragen zu stellen und noch keine Antworten dafür parat habe. Aber das Camp habe eine utopische Dimension, weil dort soziale Erfahrungen gemacht werden könnten, die sonst nirgends möglich seien. Vorbild von Occupy Frankfurt sind Proteste in New York (Occupy Wall Street) und in anderen europäischen Großstädten.
02.09.2011 von Christian.Kreutz
In den letzten Monaten war es an dieser Stelle etwas still, doch wir arbeiten weiter intensiv im Hintergrund an Frankfurt Gestalten. Wir haben zum Beispiel nun die Ladezeit der Seite erheblich verbessert. Ein Serverwechsel und etliche Änderungen erlauben nun einen schnellen Zugriff auf alle Seiten. Als nächstes nehmen wir den lange versprochenen E-Mail Service in Angriff. Wir verfolgen auch aufmerksam euer Feedback und versuchen dahingehend demnächst einiges zu verändern.
Doch die wichtigste Nachricht ist eine neue "zweite Heimat" von Frankfurt Gestalten. Wir sind nun Teil der Open Knowledge Foundation Deutschland (OKF) e.V., einer gemeinnützigen Organisation, die wir im Frühjahr gegründet haben. Von Anfang war klar, daß Frankfurt Gestalten ein ehrenamtliches Projekt ist. Ich freue mich deshalb, das unsere Initiative nun neben weiteren spannenden Projekten der OKF steht:
- Zum Beispiel das Projekt offener Haushalt, das versucht den Haushalt der Bundesregierung transparenter darzustellen,
- oder Frag den Staat, wo Bürger ganz einfach Anfragen an öffentliche Institutionen im Rahmen des Informationsffreiheitsgestzes stellen können und die Antworten auch transparent dargestellt werden können.
Das Informationsfreiheitsgesetz, dass es jedem Bürger erlaubt Anfragen zu bestimmenten Informationen, an öffentliche Institutionen zu richten, wird leider weiterhin von der schwarz-gelben Landesregierung abgelehnt.
Ein Hinweis: Ich bin auch im Vorstand der OKF und wir möchten uns in den nächsten Jahren vielen weiteren Projekten für mehr Transparenz und Beteiligung widmen. Bei Interesse für unsere Arbeit oder eine Zusammenarbeit gibt es auch eine öffentliche Mailingliste oder unsere Webseite.
25.05.2011 von NikNutz
Am Montag wurde im Frankfurter Römer der Nachbarschaftspreis der Stadt Frankfurt verliehen. Dabei werden Menschen geehrt, die sich besonders in ihrer Nachbarschaft einsetzen und sich um ihren Kiez kümmern.
Diese Veranstaltung hat uns die Vielfalt des in Frankfurt abseits der Politik besteheneden Engagements vor Augen geführt und gezeigt, dass viele Frankfurter sich aktiv für andere einsetzen.
Es freut uns nicht nur, dass es solche Menschen gibt, sondern auch dass die Stadt Frankfurt diese Menschen fördert und ihnen Anerkennung zukommen lässt.
Wir gratulieren selbstverständlich den Gewinnern, denn Sie haben eine Ehrung durch ihr tolles Engagement absolut verdient!
Mich würde es freuen, wenn in den kommenden Jahren Menschen auf der Bühne stehen, die sich durch Frankfurt Gestalten vernetzt und etwas in ihrer Nachbarschaft bewegt haben. Auf dass wir Frankfurt zu einem noch lebenswerteren Fleckchen Hessen machen!
03.04.2011 von Christian.Kreutz
Wir haben eine Weile "gebohrt" und nun ist der erste Daten-Zugang zur Stadt Frankfurt geknüpft. Ab sofort binden wir aktuelle Verkehrsmeldungen des Straßenverkehrsamt Frankfurts ein. Dies sind die Meldungen, die auch unter mainziel.de und diversen Hinweistafeln auf großen Verkehrsstraßen in Frankfurt angeboten werden.
Wir freuen uns, dass die Kooperation mit dem Straßenverkehrsamt geklappt hat – doch ohne die Unterschrift unter einem Datenübertragungsvertrag ging das leider nicht. Leider sind wir hier auch vertraglich dazu verpflichtet die zur Verfügung gestellten Daten nur auf Frankfurt-Gestalten zu nutzen. Eine Weiterleitung dieser Daten an andere Dienste, ganz im Sinne des Open Data Ansatzes, ist hiermit leider nicht möglich.
Wir hoffen bald weitere Daten der Stadt Frankfurt einzubinden. Bei den letzten Treffen mit Verantwortlichen der Stadt Frankfurt stießen wir mit dem Thema offene Daten jedoch auf wenig Interesse. Und das obwohl die Stadt auf großen Bergen von Daten sitzt und diese ohne große Kosten mit uns teilen könnte. Bei den Baustellendaten hat die Stadt Frankfurt wenig Arbeit, denn sie bietet eine Schnittstelle an, die wir täglich abfragen und in unsere Datenbank übernehmen.
Die Stadt München macht es dagegen vor, wie man offene Datensätze anbieten kann.
Wir hoffen euch gefällt der neue Service, der auch in die Stadtteilseiten integriert ist.
16.03.2011 von NikNutz
Am letzten Wochenende hatte ich die Chance weit weg von Frankfurt an einem Drupal Barcamp teilzunehmen. Drupal ist die Software, auf welche Frankfurt Gestalten aufbaut. Ein Barcamp wiederum ist eine Veranstaltung, bei der Interessierte Vorträge zu selbstgewählten Themen halten können, in diesem Fall unter dem Oberthema Drupal.
Um dem Event etwas beizusteuern habe ich einen Vortrag über hyperlokale Plattformen - so etwas ist Frankfurt Gestalten - und Möglichkeiten der Umsetzung gehalten. Dabei habe ich versucht Erfahrungen, welche wir mit Frankfurt Gestalten sammelten, an die Zuhörer weiterzugeben.Ich hoffe, dass ich bei einigen die Begeisterung entfachen und einen Einblick in die Werkzeugkiste geben konnte. Es würde mich besonders freuen, wenn daraus Angebote ähnlich wie Frankfurt Gestalten enstehen würden. Von den Organisatoren erfuhr ich dabei, dass sie die Umsetzung einer ähnlichen Plattform in Rostock vorhaben.
Das Event, mein erstes Barcamp, war für mich eine schöne Art der Weiterbildung und zum Gedankenaustausch. Die Sessions, so nennt man die einzelnen Vorträge, waren oftmals der Beginn für viele interessante Gespräche. Dabei war es unerheblich, ob man bereits eingefleischter Drupal-Hacker oder totaler Neuling in der Materie war - die Athmosphäre war freundlich und offen.
Die Organisatoren von Drupal MV haben es geschafft eine Umgebung zu schaffen, in der man sich wohlfühlt und in welcher man sich auf die Themen fokussieren konnte, ohne dass man durch andere Dinge abgelenkt wurde. Während der Veranstaltung gab es ein unglaublich liebevoll hergerichtetes Buffet, welches mit allerlei leckeren Dingen - Obst, Gemüse, Dips, belegte Brote, Kuchen - aufgewartet hat.
Zusätzlich gab es ein reichhaltiges Angebot an gemeinsamen Events rund ums Barcamp. Begonnen von der Vorveranstaltung am Freitag, über ein gemeinsames Abendessen zum Ausklang des Barcamps bis zu einem Brunch mit allen noch Anwesenden am Sonntag.
Die Veranstalter haben sich sehr viel Mühe gegeben und ich will mich an dieser Stelle dafür noch einmal bedanken!
03.03.2011 von Christian.Kreutz
Wir sind große Fans von digitalen Karten, wie jeder auf den ersten Blick auf Frankfurt gestalten sehen kann. Bisher haben wir Informationen, wie Anträge der Ortsbeiräte den Straßen und Stadtteilen zugeordnet. Doch von Anfang an wollten wir auch die Suche nach Themen zur Frankfurter Lokalpolitik erleichtern.
Deshalb freue ich mich besonders eine Neuerung aus unserem Labor vorzustellen: Die Themenkarte. Wir haben tausende von Anträge der Ortsbeiräte der letzten fünf Jahre nach unterschiedlichen Themen untersucht. Für die Neugierigen: Wir kamen auf über dreitausend Stichwörter.
Im nächsten Schritt haben wir diese zu 70 "Oberthemen" zusammengefasst. Diese Bündelung der Themen ist wichtig, damit man sich einen Überblick verschaffen kann. Allein das Thema Fußgängerweg hat Dutzende von Stichwörtern.
Das Ergebnis ist eine Themen-Karte der Frankfurter Lokalpolitik, die zum Beispiel zeigt, wo das Thema Abfall in 2010 in Frankfurt eine Rolle gespielt hat. Ein Filter nach Jahren ist auch noch eingebaut. Wir hoffen das Angbeot gefällt euch und freuen uns über Feedback.
Weitere Neuerungen sind die Aufnahme von Terminen der Lokalpolitik und die Einbindung aktueller Infos der Stadt Frankfurt zum Beispiel mit der Meldung gestern:"In der Lindenstraße werden zwei Linden gefällt".
24.02.2011 von Juergen.Eichholz
Gestern wurde sie bereits vom Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt am Main via Twitter angekündigt, heute lag sie schon im Briefkasten: die wichtige Wahlinformation zur kommenden Kommunalwahl am 27. März 2011 fürs Stadtparlament und die Ortsbeiräte.
Kurz: Wir haben die Wahl, man hat 93 (!) Stimmen für die Parteien und einzelne Kandidaten des Stadtparlaments, 9 oder 19 für den jeweiligen Ortsbeirat, kann Listen wählen, kumulieren, panaschieren (bitte?), einzelne Kandidaten streichen oder miteinander kombinieren.
Bei diesem überaus komplexen Wahlvorgang - die Musterstimmzettel haben Plakatgröße und erinnern in der Handhabung an einen Loriot Sketch - ist Chaos und Resignation sicherlich vorprogrammiert. Dabei ist das System als Solches sicherlich nicht falsch und macht auch einen fairen Eindruck. Ein Tricksen wie bei den Wahlen in Hamburg letzte Woche vermag ich nicht zu erkennen.
Und doch stellt sich bei dieser schönen Auswahl an engagierten Kandidaten für mich immer noch die Frage:
Wen wähle ich?
Ein erster Hinweis kann vielleicht die politische Arbeit des lokalen Ortsbeirats sein; die Infostände der aktiven Parteien in den Fußgängerzonen oder gar das WahlFFM Blog eines aktiven Nutzers hier bei Frankfurt-Gestalten, das sich dem Thema Wahlkampf gewidmet hat.
Bei der Fülle an Namen auf den Stimmzettteln, die man beim besten Willen nicht alle kennen und beurteilen oder gar wählen mag, werden sich die meisten Wähler wohl für die Gruppenlösung entscheiden: Häkchen bei der Wunschpartei/Liste setzen und gut is.
Als ich hier ganz am Anfang meine "Ampelsteuerung ändern"-Initiative eintrug, kam erstmal keine Resonanz seitens des zuständigen Ortsbeirats. Die Website Frankfurt-Gestalten.de war noch zu neu, zu unbekannt um irgendwie als Indikator wahrgenommen zu werden.
Ich schrieb daraufhin alle Parteienvertreter in meinem Ortsbeirat via E-Mail an und bat um Rückmeldung.
Erstaunlicherweise meldete sich gerade die konservativste Partei von allen auf meine Mail, mit zwei sehr netten und engagierten Vertretern aus dem Ortsbeirat, die mir zurückschrieben und sogar telefonisch Kontakt aufnahmen. Auf Antworten aller anderen (vorher gewählter) Vertreter warte ich heute noch.
"Wer sich bzgl der Ortsbeiratswahlen unschlüssig ist, sollte alle anmailen & den ersten Antwortenden wählen.#medienkompetenz"
...schrieb ich vor 10 Tagen bei Twitter rein. Anlass für diesen Tweet war meine Mail vor einem Jahr und die bohrende Frage: wen wähle ich eigentlich?
Ein Vertreter der Piratenpartei sprach mich später auf diesen Tweet an, und seitdem ist mir bewusster, dass ich meine Stimmen denjenigen geben werde, die mich - Bürger in Frankfurt am Main - ernst nehmen und antworten.
07.01.2011 von Christian.Kreutz
In Großbritannien gibt es eine tolle Übersicht von lokalen Verwaltungen, die offene Daten anbieten. 45 von 434 Gemeinden haben erste Schritte unternommen ihre Informationen in offenen Formaten anzubieten.
Unter "Offene Daten" verstehen wir die Möglichkeit, das alle Daten, die von staatlichen Stellen und Behörden erstellt und verwaltet werden, allen Bürgern in offenen Formaten, in vollem Umfang, zeitnah und maschinenlesbar bereit gestellt werden. Dies bezieht sich natürlich nicht auf persönliche Daten.
In Manchchester werden zum Beispiel demografische Daten angeboten, aber auch Informationen zum Haushalt. Ich kenne keine Stadt in Deutschland, die bisher Daten in offenen Formaten anbietet. Berlin hat kürzlich eine Umfrage dazu gemacht und München organisiert gerade einen Wettbewerb zu offenen Daten. Vorbildlich!
Apropos den Frankfurter Haushalt gibt es auch digital, aber als 1000-seitiges PDF. Für eine softwaregestütze Analyse der Ausgaben der Stadt Frankfurt ist das völlig unbrauchbar. Ich frage mich welcher Journalist oder Bürger sich freiwillig durch tausend Seiten quält. Dabei könnte hier ein offenes Format Analysen ermöglichen und die Transparenz erhöhen.
Doch bei der Stadt Frankfurt geht man oftmals noch andere Wege. So wurde kürzlich eine Anfrage von uns zur Änderung einer Ampelschaltung folgendermaßen beantwortet: Ein eingescanntes Papierschreiben in einer E-Mail. Doch bei den PDF-Liebhabern des Amtes für Statistik sieht es ähnlich aus. Dort gibt es noch nicht mal ein Adressenverzeichnis öffentlicher Institutionen als Excel-Datei im Angebot. Das ist bestimmt kostenpflichtig.
In Kürze haben wir ein Treffen mit Vertretern der Stadt Frankfurt. Wir sind gespannt, ob Frankfurt erste Schritte in Richtung offener Daten unternehmen wird. Fortsetzung folgt.
20.12.2010 von Juergen.Eichholz
Ein sehr schöner Artikel in der November Ausgabe der brandeinsOnline über Bürgerhaushalte, den die interessierten Leser vielleicht schon kennen, den ich aber an dieser Stelle gerne verlinken möchte.
Deswegen verlinken, weil dort zwei Gedanken beschrieben werden, die ich im Bezug auf unser gemeinsames Projekt Frankfurt-Gestalten.de erwähnenswert finde. So heißt es in dem Artikel u.a.:
- >>Bürgerhaushalte beginnen in Deutschland als "Top-Down-Prozess". Keine Revolution von unten, sondern von oben ermöglichte Basisdemokratie.<<
- >>Die Politiker geben also, zumindest formal, gar keine Macht ab. Sie lassen sich von ihren Bürgern lediglich beraten und unterstützen. Das dient der Sache und dem Klima. (...). Dass die beteiligten Laien gleichzeitig ein Gespür für Kosten und Politikabläufe bekommen, sei ein weiterer wichtiger Effekt.<<
(Quelle)
Frankfurt-Gestalten.de verstehen wir vor allem als sog. "Bottom-Up-Prozess", also entgegen einer Vorgabe von oben ein Drängen an der Basis - das Verlangen nach mehr transparenten Informationen vom Bürger aus.
Mehrwert
Der Mehrwert für die Politik wie oben beschrieben - das Gespür für Kosten und Politikabläufe beim Bürger - ist ein erwünschter Nebeneffekt, den wir gerne als Argument verwenden möchten, aber zum derzeitigen Zeitpunkt sicherlich noch nicht erfüllen können, weil wir erst ganz weit am Anfang dieses Entwicklungsprozesses zum Thema offene Daten stehen und noch nicht den kompletten Überblick bieten können.
Interessant finde ich aber die Frage, welcher Motivationsansatz (top-down oder bottom-up) hier langfristig zu einer größeren Zufriedenheit bei den Bürgern führen und bei der Politik ebenso akzeptiert werden wird. Da beide Ansätze jedoch einen Gewinn für die Bürger beinhalten, möchte ich sie nicht gegeneinander aufwiegen. Viele Wege führen hier sicherlich zum Erfolg.
Bürgerhaushalt Frankfurt
Eine Initiative für einen Bürgerhaushalt in Frankfurt gibt es übrigens auch schon - die Entwicklung sieht parteiübergreifend gut aus.
Auf Frankfurt-Gestalten.de finden wir zum Thema "Bürgerhaushalt(e)" bisher erst ein paar Treffer - in den Protokollen der Ortsbeiräte.
Informationsangebot
Für den Erfolg von Frankfurt-Gestalten.de müssen wir uns hierzu sicherlich auch die Frage stellen (lassen), wieso dieses Thema hier nur so beiläufig Erwähnung findet - und welchen Teil der Datenbank unsere Suchfunktion abdecken darf. Nicht alle technisch frei verfügbaren Informationen im Internet dürfen auch auf anderen Seiten wiedergegeben werden, selbst wenn sie in Form eines RSS-feeds vorliegen. Statt unsere Datenbank daher mit Informationen rund um Frankfurt aufzublähen, versuchen wir bisher ein gesundes Mittelmaß zu finden und Informationen mit Mehrwert anzubieten, die eben nicht auch in der lokalen Presse erscheinen. Nicht jede Information, nicht jeder Datensatz der Stadt Frankfurt ist für den Bürger relevant. Unsere Kollegen in England sehen das ähnlich: "...the mistaking of insisting that Government really should be in the business of publishing everything non-private it can."
Tom Steinberg, der Autor des zitierten Artikels und Kopf hinter mySociety, fügt noch hinzu:
"It may surprise you to hear that my vision of a perfect (but realistic) government, is one that would release nothing, not a jot of data, not a single row or column..... until someone asked for it. When they did ask, my perfect government would then instantly publish that data in a brilliant, helpful format, regularly updated, and running on a lovely webservice that fulfils every data-mashers dreams." (Quelle)
Politiker & Verwaltungsbeamte, die in diesen modernen Ansätzen - Bürgerhaushalt und open data Projekten wie Frankfurt-Gestalten.de - also einen Angriff auf ihre Kompetenzen vermuten; ebenso aber auch die lokale Presse, die sich vielleicht in ihrem Informationsauftrag bedroht fühlt, möchten wir daher gerne aufmuntern, diese neuen Formen als Bereicherung anzuerkennen.
Für 2011 möchten wir Frankfurt-Gestalten.de noch weiter optimieren und werden einige Ideen realisieren.
Wir wünschen unseren Lesern ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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