Stadtweit einen würdigen Platz zur Bennenung nach Trude Simonsohn suchen
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Partei(en):GRÜNE•SPD
S A C H S T A N D :
Antrag vom 29.11.2024, OF 1044/2 Betreff: Stadtweit einen würdigen Platz zur Bennenung nach Trude Simonsohn suchen Vorgang: NR 491/22 Der Ortsbeirat wolle beschließen: Der Magistrat wird gebeten: 1. zu prüfen und berichten, ob der Platz vor der Frankfurter Festhalle gemäß der Richtlinien der Stadt Frankfurt zur Straßenbenennung nach der Zeitzeugin des Nationalsozialismus, der Sozialarbeiterin und ersten Ehrenbürgerin der Stadt Frankfurt/ Main - Trude Simonsohn - benannt werden kann. Der Magistrat wird in diesem Zusammenhang insbesondere gebeten die Benennungsmöglichkeit mit der Messe AG zu klären, soweit diese ggf. Eigentümerin der Fläche bzw. einer Teilfläche des Platzes ist. 2. im Stadtgebiet Frankfurt weitere im Hinblick auf ihre Lage, Größe, Gestaltung und Bedeutung würdige Plätze, Straßen oder Grünanlagen zu suchen, die nach Trude Simonsohn benannt werden könnten. (i) Hierfür möge der Magistrat selbst Örtlichkeiten vorschlagen und in Absprache mit dem zuständigen Ortsbeirat in die Liste geeigneter Plätze aufnehmen (ii) Die anderen Ortsbeiräte um Vorschläge bitten, sofern diese einen im ihrem Ortsbezirk befindlichen Platz als angemessen ansehen. (iii) Sodann bezüglich der von den Ortsbeiräten vorgeschlagenen Plätze Ortstermine mit allen Beteiligten vereinbaren (u.a. die Angehörigen von Trude Simonsohn sowie die jeweils zuständigen Ortsbeiräte). 3. Nur soweit sich die beteiligten Ortsbeiräte sich hiernach nicht auf einen von mehreren in Frage kommenden Plätze haben einigen können, den Vorgang samt Bewertung des Magistrat, der jeweils beteiligten Ortsbeiräte sowie der Angehörigen sowie weiterer ggf. Beiteiligter sodann der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung über den am besten geeigneten Platz vorzulegen.
Begründung:
Zur Bedeutung der Frankfurter Holocaustüberlebenden Trude Simonsohn (geb. am 25.03.1921 im mährischen Olmütz, gest. am 06.01.2022 in Frankfurt am Main sei auf die Begründung der NR 491 (2023) - Aufnahme von Trude Simonsohn in das Verzeichnis der zur Straßenbenennung vorgeschlagenen Namen - verwiesen: "(...) Trude Simonsohn hat seit 1975 und bis kurz vor ihrem Tode regelmäßig als Zeitzeugin über ihre Erlebnisse im "Dritten Reich" an Schulen sowie in Vereinen und Institutionen berichtet und damit unzähligen Mensen einen authentischen Eindruck über die Gewaltherrschaft der Nazis gegeben. Ihr Vater wurde bereits am 1. September 1939 verhaftet und in das KZ Buchenwald verschleppt und danach im KZ Dachau ermordet. Ihre Mutter wurde später im KZ Auschwitz ermordet. Im Juni 1942 geriet sie selbst wegen angeblichen Hochverrats und illegaler kommunistischer Tätigkeit in Haft. Nach mehreren Monaten Einzelhaft wurde sie in das Ghetto Theresienstadt gebracht, wo sie den jüdischen Sozialpädagogen und Juristen Berthold Simonsohn kennenlernte, den sie kurz vor der bevorstehenden Deportation nach Auschwitz rituell heiratete. Im Oktober 1944 kamen beide nach Auschwitz. Am 9. Mai 1945 wurde sie durch die Rote Armee aus dem KZ Merzdorf, einem Außenlager des Konzentrationslagers Groß-Rosen, befreit. Trude Simonsohn ist die erste weibliche Ehrenbürgerin der Stadt Frankfurt." Gerne würde der Ortsbeirat 2 einen Platz in seinem Ortsbezirk nach dieser herausragenden Frau benennen. Gleichwohl ist sich der Ortsbeirat über die deutlich über seinen Ortsbezirk hinausreichende Bedeutung einer Platzbenennung nach Trude Simonsohn bewusst und möchte anregen hierfür den in ganz Frankfurt an besten geeigneten Platz zu suchen. Der Ortsbeirat möchte insbesondere nicht in die Situation geraten einen Platz nach unserer Ehrenbürgerin zu benennen ohne vorab abgefragt zu haben, ob es ggf. noch andere ggf. noch geeignetere Örtlichkeiten hierfür außerhalb des Ortsbeiratsgebiets zur Verfügung stehen.Hauptvorlage: Antrag vom 21.10.2024, OF 996/2 dazugehörende Vorlage: Antrag vom 21.09.2022, NR 491 Beratung im Ortsbeirat: 2
Beratungsergebnisse:
35. Sitzung des OBR 2 am 02.12.2024, TO I, TOP 8 Beschluss: 1. Die Vorlage OF 996/2 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt. 2. Die Vorlage OF 1044/2 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt. Abstimmung: zu 1. Einstimmige Annahme zu 2. Einstimmige Annahme