Der Magistrat rät zu Mülltourismus ins Gallus und Kuhwald Der Ortsbeirat fordert: Altglasentsorgung ermöglichen im Europaviertel
Lesezeit: 5 Minuten
Partei(en):fraktionslos
S A C H S T A N D :
Antrag vom 27.05.2017, OF 348/1 Betreff: Der Magistrat rät zu Mülltourismus ins Gallus und Kuhwald Der Ortsbeirat fordert: Altglasentsorgung ermöglichen im Europaviertel Im Juni 2016 hatte der Ortsbeirat das Amt für Straßenbau und Erschließung mit OM350 wie folgt aufgefordert: ́ im Europaviertel ausreichend Glascontainer aufstellen zu lassen, in denen die Bewohner Leergut entsorgen können wenn technisch möglich, sollen moderne Container (mit unterirdischem Sammelbereich) aufgestellt werden, da sie optisch unauffälliger und ansprechender sind, beim Befüllen weniger Lärm entsteht und so vermutlich bei Eigentümern von Flächen eher die Bereitschaft besteht, die Container aufstellen zu lassen. Sollten sich hierfür noch keine geeigneten Flächen im Eigentum der Stadt Frankfurt befinden, wird das Amt aufgefordert, sich mit den Investoren im Gebiet und Eigentümern der Liegenschaften zwecks vorläufiger oder dauerhafter Aufstellung von Altglascontainern auf ihren Grundstücken in Verbindung zu setzen. Das Anliegen ist darin begründet, dass der Ortsbeirat der Meinung ist, dass in einem Wohngebiet praktikable Möglichkeiten geschaffen werden müssen, Abfall ordnungsgemäß zu entsorgen. Solche Möglichkeiten gibt es im gesamten Neubaugebiet "Europaviertel" westlich und östlich der Emser Brücke nicht. Mit ST764 vom 21.4.2017 lehnt das Amt für Straßenbau und Erschließung das Aufstellen von Glascontainern mit der Begründung ab, dass in angrenzenden Stadtvierteln und Straßen ausreichend Möglichkeiten zur Altglasentsorgung bestehen würden. Zu dieser Auffassung wären die Fachämter bei der Planung des Europaviertels gelangt. Die Annahme des Magistrats, dass die Menschen im Europaviertel hier "in angrenzende Stadtteile und Straßen" laufen, um ihren Glasabfall zu entsorgen, entspricht nicht dem Alltagshandeln von Menschen. Menschen schleppen ihre Abfälle nicht in gezielten Spaziergängen durch die Wohnquartiere. Abfälle werden auf Alltagswegen (z.B. von der Wohnung zum Supermarkt oder zur Bushaltestelle) entsorgt. Daneben ist nicht einzusehen, dass die Bewohner angrenzender Straßen und Stadtteile in Gallus und Kuhwald mit Glas-Entsorgungs-Tourismus belastet werden. Die Entsorgung verursacht Lärm, Glascontainer sind in keinem Stadtteil eine stadtplanerische Bereichung und überfüllte Container verschmutzen das Wohnumfeld. Zudem sollen - lt. Magistrat - Gallus und Kuhwald den Glasabfall von mehreren tausend Menschen aufnehmen, was nur durch die Aufstellung weiterer Altglascontainer in den Bereichen, die ans Europaviertel angrenzen, möglich wäre. Ein solch großes Wohnquartier wie das Europaviertel so zu planen, dass für eine so hohe Anzahl an Haushalten keine Altglasentsorgung im eigenen Wohnumfeld vorgesehen ist, ist nicht hinnehmbar. Da Unterflurcontainer leiser sind und besser aussehen, ist davon auszugehen, dass Eigentümer von Liegenschaften wohl eher bereit sind, Unterflurcontainer auf dem eigenen Grundstück aufzustellen, wenn dafür vermieden wird, dass wenige Meter weiter auf öffentlichem Grund Standardcontainer stehen. Den erhöhten Aufwand, der durch Anfragen an private Eigentümer / Eigentümergemeinschaften entsteht, sollte eine ansprechendere städtebauliche Situation wert sein. Vor diesem Hintergrund beschließt der Ortsbeirat: Das Amt für Straßenbau und Erschließung wird aufgefordert, 1. kurzfristig ausreichend Altglascontainer im östlichen und westlichen Europaviertel aufstellen zu lassen. 2. Dabei ist bei Bedarf mit Eigentümern von Liegenschaften Kontakt aufzunehmen, mit dem Ziel, gut gelegene Standorte für Unterflur-Altglascontainer zu finden.
Begründung:
1. Es ist den Bewohnerinnen und Bewohnern der Europaallee und ihrer Seitenstraßen, Pariser Straße, Mastrichter und Römischer Ring nicht zuzumuten, mit ihrem Altglas Spaziergänge ins Gallus oder Kuhwald zu unternehmen. 2. Es ist auch den Bewohnerinnen und Bewohnern von Gallus und Kuhwald nicht zuzumuten, die Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen, die mit diesem erhöhten Abfallaufkommen verbunden sind.Beratung im Ortsbeirat: 1
Beratungsergebnisse:
13. Sitzung des OBR 1 am 13.06.2017, TO I, TOP 25 Beschluss: Anregung an den Magistrat OM 1792 2017 Die Vorlage OF 348/1 wird in der vorgelegten Fassung beschlossen. Abstimmung: Einstimmige Annahme