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Rechenzentren in Frankfurt
S A C H S T A N D : Bericht des Magistrats vom 21.09.2020, B 474 Betreff: Rechenzentren in Frankfurt Die Nachfrage nach Flächen für Rechenzentren in Europa hat in den letzten Jahren ungebrochen zugenommen, so dass Frankfurt am Main - besonders als Standort des weltweitgrößten Internetknotens DE-CIX - neben den Städten London, Amsterdam, Paris und Dublin zu den größten Standorten für Rechenzentren in Europa gehört. Nach Erhebungen des Magistrats waren im Jahr 2019 über 60 unternehmensunabhängige Rechenzentren in Betrieb oder im Bau. Die überwiegende Mehrheit dieser Rechenzentren fungiert als sog. Colocation-Rechenzentren. Sie vermieten ihre Raumflächen und stellen die Glasfaseranbindung, die sichere Stromversorgung, die Klimatisierung sowie die Zugangssicherheit zur Verfügung. Große Gebäudekomplexe an verschiedenen räumlichen Schwerpunkten zeugen von der digitalen Revolution (Industrie 4.0, Big Data, 5G, Clouddienste) unserer Gesellschaft und zeigen diverse Herausforderungen auf, mit denen Frankfurt am Main in den nächsten Jahren umzugehen hat. Aktuelle Situation Ca. 65 ha Grundstücksfläche wird in Frankfurt am Main durch unternehmensunabhängige Rechenzentren in Anspruch genommen. Davon entfallen ca. 58 ha alleine auf Gewerbegebiete. Die ca. 35 Betreiber stellten 2019 eine Serverfläche von rund 600.000 qm zur Verfügung. Alleine der größte zusammenhängende Campus in Rödelheim hält über 60.000 qm Serverfläche bereit. Laut "Digital Hub FrankfurtRheinMain e.V." investiert die Branche durchschnittlich pro Jahr 350 Millionen Euro am Standort Frankfurt am Main. In der folgenden Tabelle werden Gewerbegebiete aufgeführt, in denen Rechenzentren angesiedelt sind (Stand Frühjahr 2020). Seit den 2010ern wachsen die festetablierten Standorte von innen nach außen. Umliegende Gewerbeflächen werden vermehrt aufgekauft. Die Größten dieser Datencenter-Cluster befinden sich an der Hanauer Landstraße in den Stadtteilen Ostend sowie Fechenheim, an der Eschborner Landstraße im Stadtteil Rödelheim, an der Wilhelm-Fay-Straße im Stadtteil Sossenheim, an der Kleyerstraße im Stadtteil Gallus sowie an der Friesstraße im Stadtteil Seckbach. Sie nehmen inzwischen bis zu 20 % oder mehr der Gewerbeflächen des jeweiligen Gewerbegebiets in Anspruch und vereinen mehr als die Hälfte aller Rechenzentrumsflächen auf dem Frankfurter Stadtgebiet. Rechenzentren befinden sich u. a. in Baugebieten nach §6 BauNVO (Mischgebiet), §7 BauNVO (Kerngebiet), §8 BauNVO (Gewerbegebiet) sowie §9 BauNVO (Industriegebiet). Gewerbegebiet Gesamtfläche (ha) Netto Davon von Rechenzentren genutzt (ha) Anteil Oberhafen Weismüllerstraße 45,12 9,89 22% Rödelheim West 53,47 9,62 18% Wilhelm-Fay-Straße 37,46 7,58 20% Gwinnerstraße 63,17 7,35 12% Lärchenstraße 21,90 5,53 25% Am Martinszehnten 54,55 5,26 10% Kleyerstraße 5,16 4,43 86% Borsigallee 10,35 2,53 24% Schmidtstraße 15,40 2,38 15% Gutleutstraße 13,25 2,01 15% Industriehof 12,18 1,29 11% Berner Straße 25,33 0,39 2% GESAMT 357,34 58,27 16% Aktuelle Planungen Auch wenn Betreiber wie NTT (ehemals e-shelter) oder Digital Rea lty Rechenzentrumskomplexe in der Region entwickeln, bleibt Frankfurt am Main ein Schwerpunkt für weitere Entwicklungen innerhalb der Branche. Dem Magistrat sind mehrere Projekte in unterschiedlichen Planungs- bzw. Entwicklungsstadien für die nächsten Jahre mit einer Gesamtfläche von weiteren ca. 27 ha bekannt, die sich in den bisherigen Clustern (z.B. Friesstraße, Wilhelm-Fay-Straße, Weismüllerstraße) aber auch an neuen Schwerpunkten wie das Neckermann-Areal oder in anderen Industriegebieten befinden. Standortfaktoren Als primärer Standortfaktor gilt für Frankfurt am Main vor allem der Internetknoten DE-CIX, der auf verschiedene Standorte (Hanauer Landstraße, Kleyerstraße, Rödelheim etc.) verteilt ist. Für die Standortwahl der Rechenzentren sind jedoch noch weitere Faktoren von herausragender Bedeutung: Die Risikofreiheit der Fläche bezogen auf Erdbeben, Hochwasser etc. sowie die verfügbare Redundanz der Glasfaseranbindung und der Stromversorgung. Daneben ist für viele Kunden eine synchrone Datenhaltung überaus wichtig, um eine lückenlose Bereitstellung der Daten auch bei Ausfall eines Rechenzentrums gewährleisten zu können. Dieses Ausweichrechenzentrum soll sich meist aus Latenzgünden in einem näheren Umkreis befinden. Durch die jeweiligen Schwerpunkte im Westen der Stadt (Sossenheim, Rödelheim, Gallus) sowie im Osten der Stadt (Ostend und Seckbach) ist dies in Frankfurt am Main gegeben. Herausforderung: Gewerbeflächenverbrauch Die Branche geht allgemein von einem Marktwachstum der Datencenter in Zukunft aus, das besonders von Clouddiensten getragen wird. Laut "Räumlich-funktionalem Entwicklungskonzept Gewerbe" Frankfurt aus dem Jahr 2014 hielten die Experten vom "Digital Hub FrankfurtRheinMain e.V." einen Flächenbedarf von 20 ha bis zu 80 ha bis 2030 denkbar. Der geschätzte Mindestbedarf der Autoren von 20 ha wurde innerhalb von 7 Jahren mit ca. 30 ha überschritten. Es kann daher von einem wesentlichen höheren Mehrbedarf an Gewerbeflächen für die Branche bis 2030 ausgegangen werden. Herausforderung: Flächenkonkurrenz und Bodenpreisentwicklung Seit der letzten Bestandserfassung durch das Gewerbeflächenkataster 2016 sind ca. 28 ha Rechenzentren hinzugekommen. Die benötigten Flächen liegen primär in Gewerbegebieten, die auch von anderen Gewerbebranchen in Anspruch genommen werden. Es ist davon auszugehen, dass die kapitalintensive Branche der Colocation-Rechenzentren einen erhöhten Nachfragedruck auf Gewerbeflächen verursacht, wodurch zeitgleich ein Preisdruck entsteht, den andere Gewerbebetriebe mit geringerem Gewinnmargen nicht gewachsen sind und diese verdrängt werden. Dies gilt sowohl für Flächen bei Neuansiedlungen als auch bei Bestandsflächen über Miet- und Pachtkonditionen. Solche Entwicklungen konnten u.a. in den Gewerbegebieten an der Lärchenstraße, Weismüllerstraße sowie Eschborner Landstraße beobachtet werden. Herausforderung: Energieeffizienz und Abwärme Neben dem Flächenverbrauch steigt auch der Stromverbrauch der Rechenzentren auf Frankfurter Gemarkung. Die Technik wird zwar effizienter und stromsparender, aber die Nachfrage wächst schneller als der technische Fortschritt. Ein einzelnes neues Rechenzentrum benötigt inzwischen häufig mehr als 10 MW Anschlussleistung. Größere Projekte reichen über 100 MW hinaus. Solch eine Anschlussleistung kann nicht überall im Stadtgebiet realisiert werden. So werden u. a. spezielle Umspannwerke für die Anlagen von den Betreibern finanziert und errichtet. Um die Klimaziele der Stadt Frankfurt am Main zu erreichen, muss die Branche Wege finden, Energie einzusparen. Die entstehende Abwärme wird bisher ohne Weiternutzung emittiert. Standortbedingt existieren für die jetzigen Standorte noch keine eindeutigen Abnehmer. Das Temperaturniveau ist für Fernwärmenetze mit 30 bis 40°C zu niedrig und müsste über Wärmepumpen angehoben werde, was sich aufgrund der hohen Energiepreise in Deutschland - im Vergleich zu Skandinavien - nicht wirtschaftlich gestalten lässt. Dementsprechend werden Möglichkeiten untersucht, die Abwärme an bisherigen Standorten als auch an zukünftigen Standorten nutzen zu können. Herausforderung: Städtebauliche Integration Während sich die Branche in den 1990er Jahren überwiegend in Bestandsgebäuden - vor allem Büro- und Logistikgebäude - ansiedelte, wurden schon als bald auf die jeweilige Nutzung spezialisierte Gebäude errichtet. Inzwischen werden ausschließlich Spezialbauten bezogen, die möglichst effektiv Flächen und Infrastruktur für die Server zur Verfügung stellen. Zertifizierungsanforderungen auf globaler, europäischer und nationaler Ebene tragen dazu bei, dass entsprechende Nachweise in umgebauten Bürogebäuden kaum noch zu führen sind. Die aus Wirtschaftlichkeit und Zertifizierungsanforderungen entstandene 30 bis 40 m hohe Funktionalarchitektur berücksichtigt die städtebauliche Komponente nicht ausreichend genug. Eine städtebauliche Integration wird umso dringlicher je mehr die Anlagen wachsen, die Rechenzentrumsagglomerationen zunehmen und vermehrt auch Grundstücke in prominenten Lagen der jeweiligen Gewerbegebiete von der Branche beansprucht werden. Fazit Im Zuge der Digitalisierung unserer Gesellschaft gehören Rechenzentren unbestritten zur nötigen Basisinfrastruktur für die Zukunft. Frankfurt am Main gehört hierbei mit dem weltweit größten Internetknoten DE-CIX neben London, Amsterdam, Paris und Dublin zu den größten Standorten dieser Wirtschaftsbranche in Europa, die zukünftig erheblich wachsen wird. Um auf die damit verbundenen Herausforderungen zu reagieren, entwickelt der Magistrat im nächsten Schritt ein städtebauliches Entwicklungskonzept. Auf dieser Grundlage sollen die Ansiedlung und Entwicklung von Rechenzentren räumlich gesteuert und mögliche Synergien aufgezeigt werden. Anlage _Rechenzentren_Frankfurt (ca. 1 MB) Vertraulichkeit: Nein dazugehörende Vorlage: Anfrage vom 21.10.2020, A 787 Bericht des Magistrats vom 22.01.2021, B 41 Anregung vom 07.06.2021, OA 26 Anregung an den Magistrat vom 05.07.2021, OM 489 Zuständige Ausschüsse: Ausschuss für Planung, Bau und Wohnungsbau Ausschuss für Wirtschaft und Frauen Beratung im Ortsbeirat: 1, 4, 6, 7, 11, 12, 15, 16 Versandpaket: 23.09.2020 Beratungsergebnisse: 44. Sitzung des OBR 1 am 20.10.2020, TO I, TOP 81 Beschluss: Die Vorlage B 474 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt. Abstimmung: Einstimmige Annahme 43. Sitzung des OBR 15 am 23.10.2020, TO I, TOP 26 Beschluss: Die Vorlage B 474 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 43. Sitzung des OBR 12 am 23.10.2020, TO I, TOP 43 Beschluss: Die Vorlage B 474 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 42. Sitzung des OBR 11 am 26.10.2020, TO II, TOP 12 Beschluss: Die Vorlage B 474 dient zur Kenntnis. Abstimmung: CDU, LINKE., GRÜNE, BFF und FDP gegen SPD (= Zurückweisung) 41. Sitzung des OBR 16 am 27.10.2020, TO I, TOP 20 Beschluss: Die Vorlage B 474 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 43. Sitzung des OBR 6 am 27.10.2020, TO I, TOP 42 Beschluss: Die Vorlage B 474 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 44. Sitzung des OBR 4 am 27.10.2020, TO II, TOP 28 Beschluss: Die Vorlage B 474 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Annahme bei Enthaltung dFfm 43. Sitzung des OBR 7 am 27.10.2020, TO II, TOP 10 Beschluss: Die Vorlage B 474 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 45. Sitzung des OBR 1 am 24.11.2020, TO I, TOP 14 Beschluss: Die Vorlage B 474 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Annahme bei Enthaltung BFF 43. Sitzung des Ausschusses für Planung, Bau und Wohnungsbau am 30.11.2020, TO I, TOP 34 Beschluss: nicht auf TO Die Vorlage B 474 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS) Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, AfD, BFF und FRAKTION; LINKE. (= Votum im Ausschuss für Wirtschaft und Frauen) Sonstige Voten/Protokollerklärung: FDP und FRANKFURTER (= Kenntnis) 43. Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Frauen am 01.12.2020, TO I, TOP 20 Beschluss: nicht auf TO Die Vorlage B 474 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS) Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE., FDP, BFF und FRANKFURTER Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRAKTION (= Kenntnis) Beschlussausfertigung(en): § 6703, 43. Sitzung des Ausschusses für Planung, Bau und Wohnungsbau vom 30.11.2020 Aktenzeichen: 16 1
Rechenzentren in Frankfurt in Frankfurt am Main
S A C H S T A N D : Bericht des Magistrats vom 22.01.2021, B 41 Betreff: Rechenzentren in Frankfurt in Frankfurt am Main Vorgang: A 787/20 AfD, B 474/20 Zum Abschnitt "Aktuelle Situation": Bezugnehmend auf den Bericht 474 vom 21.09.2020 ergibt sich keine Änderung der Einschätzung des Magistrats bzgl. des Flächen- und Strombedarfs von Rechenzentren und den dazugehörigen Herausforderungen. Der Magistrat sondiert und erarbeitet Möglichkeiten der Steuerung von zukünftigen Rechenzentren und den möglichen Synergien innerhalb des Stadtgebiets und entwickelt hierzu ein städtebauliches Entwicklungskonzept. Zum Abschnitt "Aktuelle Planungen": Dem Magistrat sind mehrere Projekte bis 2025 und darüber hinaus mit einer Gesamtfläche von weiteren ca. 27 ha in unterschiedlichen Planungs- bzw. Entwicklungsstadien bekannt. Diese Planungen verteilen sich auf die bisherigen Cluster (z.B. Friesstraße, Wilhelm-Fay-Straße, Weismüllerstraße) aber auch auf neue Schwerpunkte wie das Neckermann-Areal. Zum Abschnitt "Standortfaktoren" - Hier: Standortsicherheit: Ausgehend davon, dass es sich bei Rechenzentren um potenziell systemrelevante Infrastruktur handeln könnte und diese aufgrund eines Störfalls auch nicht mehr nutzbar wäre, so sei darauf hingewiesen, dass ein wichtiges Grundprinzip der Datenverarbeitung von Colocation-Rechenzentren die gesicherte Redundanz der Daten an verschiedenen Standorten ist. Sollten Rechenzentren vor Ort nicht mehr nutzbar sein, so kann der Kunde auf die gleichen Daten in anderen Rechenzentren außerhalb der Gefahrenzone zugreifen. Das BSI empfiehlt z.B. einen Mindestabstand von 200 km zwischen diesen beiden Rechenzentren Die Sicherheit des jeweiligen Standorts und dessen Ausfallwahrscheinlichkeit gehört zu den grundlegenden Auswahlkriterien für einen Rechenzentrumsbetreiber wie für jeden anderen Investor auch. Zum Abschnitt "Herausforderung: Gewerbeflächenverbrauch": Der Magistrat geht allgemein von einem Marktwachstum der Rechenzentren in Zukunft aus. Wird das Wachstum in Frankfurt am Main seit 2016 hochgerechnet, so entsteht ein Flächenbedarf in Höhe von ca. 70 Hektar bis 2030. Durch vertikale Stapelungen zukünftiger Rechenzentren und eine bessere städtebauliche Integration dieser Baukörper könnte der Flächenverbrauch hierbei reduziert werden. Gleiches gilt für Ansiedlungen von Rechenzentren innerhalb der Region FrankfurtRheinMain. Rechenzentren haben sich hauptsächlich auf zuvor schon aktiv genutzten Gewerbearealen bzw. ehemals brachliegenden Gewerbeflächen niedergelassen. Einzig in den beiden Gewerbegebieten "Wilhelm-Fay-Straße" sowie "Am Martinzehnten" kam es zu einer Versieglung von zuvor unbebauten Grundstücken. Eine Auswertung der Gewerbesteuereinnahmen aller gewerbesteuerpflichtigen Unternehmen nach Geschäftsbereichen bzw. Branchen ist softwaretechnisch nicht möglich und kann dementsprechend nicht für die Branche "Rechenzentren" ausgewiesen werden. Zum Abschnitt "Herausforderung: Flächenkonkurrenz und Bodenpreisentwicklung": In allen Gewerbegebieten, in den denen sich mehrere Rechenzentren angesiedelt haben, konnte ein Ansteigen des Bodenrichtwertpreises beobachtet werden. Eine aktive Verlagerung von Gewerbe aus Frankfurt heraus aufgrund des Preisdrucks von Rechenzentren kann nicht genannt werden. Zum Abschnitt "Herausforderung: Energieeffizienz und Abwärme": Aus Sicht des Magistrats stellt insbesondere der steigende Stromverbrauch der Rechenzentren (RZ) eine große Herausforderung dar, um die Klimaschutzziele der Stadt Frankfurt überhaupt zu erreichen. Dabei bietet die Abwärmenutzung aus Rechenzentren zumindest eine Chance, bei künftigen Projekten klimafreundliche Ansätze zu implementieren. Der Magistrat hat daher bei den Rechenzentren auf dem ehemaligen Neckermannareal und am Avayagelände an der Kleyerstraße darauf hingewirkt, dass die Abwärme der Rechenzentren als Energiequelle genutzt werden. Bei Avaya handelt es sich aktuell bundesweit um das größte Wohngebiet, das die Abwärme der Rechenzentren als Energiequelle nutzt. Zum Abschnitt "Herausforderung: Städtebauliche Integration": Lösungen für eine bessere städtebauliche Integration lassen sich aus anderen ausländischen Kommunen nicht einfach kopieren. Die städtebaulichen Strukturen, das jeweilige Bau- und Planungsrecht, das Flächenangebot sowie die technische Infrastruktur unterscheiden sich im Vergleich zu Frankfurt erheblich. Inländische vergleichbare Beispiele sind nicht bekannt. Zum Abschnitt "Fazit": Der Magistrat befindet sich mit einzelnen Kommunen in der Region im Austausch. Für einen regionalen Ansatz zur die Ansiedlung von Rechenzentren im Rhein-Main-Gebiet sind der Regionalverband FrankfurtRheinMain sowie das RP Darmstadt die zuständigen Ansprechpartner. Das derzeit in der Erarbeitung befindliche städtebauliche Entwicklungskonzept des Magistrats soll den Umgang mit den o.g. Herausforderungen weitgehend berücksichtigen. Die Herausforderungen hängen allesamt miteinander zusammen und sind dementsprechend gleichbedeutend, wenn auch manche Aspekte sich schneller als andere umsetzen lassen werden. Der Magistrat berichtet der Stadtverordnetenversammlung unaufgefordert, wenn neue Erkenntnisse vorliegen. Vertraulichkeit: Nein Nebenvorlage: Antrag vom 02.05.2021, OF 17/11 Antrag vom 24.05.2021, OF 22/11 dazugehörende Vorlage: Bericht des Magistrats vom 21.09.2020, B 474 Anfrage vom 21.10.2020, A 787 Anregung vom 07.06.2021, OA 26 Zuständige Ausschüsse: Haupt- und Finanzausschuss Ausschuss für Planung, Bau und Wohnungsbau Ausschuss für Wirtschaft und Frauen Beratung im Ortsbeirat: 1, 4, 6, 7, 11, 12, 15, 16 Versandpaket: 27.01.2021 Beratungsergebnisse: 46. Sitzung des OBR 12 am 19.02.2021, TO I, TOP 32 Beschluss: Die Vorlage B 41 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 44. Sitzung des OBR 16 am 23.02.2021, TO I, TOP 13 Beschluss: Die Vorlage B 41 dient zur Kenntnis. Abstimmung: WBE, CDU, SPD, GRÜNE, LINKE. und FDP gegen BFF (= Zurückweisung) 47. Sitzung des OBR 4 am 23.02.2021, TO II, TOP 24 Beschluss: Die Vorlage B 41 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 46. Sitzung des OBR 6 am 23.02.2021, TO I, TOP 47 Beschluss: Die Vorlage B 41 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 46. Sitzung des OBR 7 am 23.02.2021, TO II, TOP 8 Beschluss: Die Vorlage B 41 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 47. Sitzung des OBR 1 am 24.02.2021, TO I, TOP 46 Beschluss: Die Vorlage B 41 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 1. Sitzung des OBR 11 am 03.05.2021, TO I, TOP 26 Beschluss: 1. Die Vorlage B 41 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt. 2. Die Vorlage OF 17/11 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt. Abstimmung: zu 1. Einstimmige Annahme zu 2. Einstimmige Annahme 1. Sitzung des OBR 15 am 07.05.2021, TO I, TOP 27 Beschluss: Die Vorlage B 41 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 2. Sitzung des OBR 11 am 07.06.2021, TO I, TOP 8 Beschluss: Anregung OA 26 2021 1. Die Vorlage B 41 wird unter Hinweis auf OA 26 zurückgewiesen. 2. Die Vorlage OF 17/11 wurde zurückgezogen. 3. Die Vorlage OF 22/11 wird in der vorgelegten Fassung beschlossen. Abstimmung: zu 1. Annahme bei Enthaltung CDU zu 3. Annahme bei Enthaltung CDU, 1 LINKE. und BFF 3. Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 13.07.2021, TO I, TOP 74 Beschluss: nicht auf TO Die Vorlage B 41 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS) Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, AfD, Volt, BFF-BIG und FRAKTION gegen ÖkoLinX-ELF (= Zurückweisung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: IBF und Gartenpartei (= Kenntnis) Beschlussausfertigung(en): § 182, 3. Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vom 13.07.2021 Aktenzeichen: 16 1
Masterplan 100 % Klimaschutz - Frankfurt am Main - Generalkonzept
S A C H S T A N D : Bericht des Magistrats vom 08.02.2021, B 53 Betreff: Masterplan 100 % Klimaschutz - Frankfurt am Main - Generalkonzept Vorgang: Beschl. d. Stv.-V. vom 24.09.2015, § 6320 (M 124) I. Einführung Die Stadtverordnetenversammlung hat 2012 beschlossen, dass die Stadt Frankfurt am Main bis zum Jahr 2050 ihre CO2-Emissionen um 95 % gegenüber dem Jahr 1990 senkt und 2050 die Energieversorgung zu 100 % auf erneuerbare Energien basieren soll. Zudem soll der Energieverbrauch gegenüber 2010 um 50 % sinken (§ 1288 vom 01.03.2012 (NR 162)). Zur Erreichung der Zielsetzung wurde eine Machbarkeitsstudie, das "Generalkonzept -Masterplan 100 % Klimaschutz" beauftragt. In dem Generalkonzept wurde untersucht, mit welchen Strategien und Maßnahmen eine Umsetzung der Frankfurter Klimaschutzziele für 2050 bewirkt werden kann. Das Generalkonzept des Masterplan 100 % Klimaschutz wurde im Rahmen eines Magistratsvortrags der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt und von dieser am 24.09.2015, § 6320 (M 124 ), beschlossen. Im Rahmen des Beschlusses soll alle fünf Jahre berichtet werden. Dieser Bericht wird hiermit vorgelegt. Die aktuelle CO2-Bilanz der Stadt Frankfurt am Main (Stand 2017) zeigt auf, wo die Stadt Frankfurt am Main hinsichtlich der Zielerreichung 2050 derzeit steht. Hier kann festgehalten werden, dass zum aktuellen Zeitpunkt zwar eine Reduzierung der CO2-Emissionen erreicht werden konnte, jedoch muss sich der Trend für die Zielerreichung noch erheblich verstärken. Insbesondere der Energieverbrauch muss deutlich sinken. Aktuell verzeichnet die Stadt Frankfurt am Main auf die letzten Jahre bezogen sogar einen Anstieg anstatt einer Reduzierung des Energieverbrauchs. Die Ergebnisse und Analysen der CO2-Bilanz 2017 sind nicht hier aufgeführt, sondern dem Bericht "Klimaschutz in Frankfurt: Energie- und CO2-Bilanz" zu entnehmen (B 436 vom 28.08.2020). Zur besseren Einordnung der Ergebnisse der CO2-Bilanz und aus Transparenzgründen wird hier im ersten Abschnitt zur CO2-Bilanz die Methodik ausführlich beschrieben. Im Anschluss werden die eigentlichen Ergebnisse dargelegt. Bei dem Bericht handelt es sich um eine leicht verkürzte Version. Die Langversion ist auf frankfurt.de (Themen: "Klima und Energie" / "Klimaschutz") abrufbar. Zum Umsetzungsstand der im Generalkonzept "Masterplan 100 % Klimaschutz" aufgeführten Maßnahmen wird im nachfolgenden Abschnitt berichtet. In Hinblick auf die Maßnahmen ist zu beachten, dass diese seitens der Stadtverordnetenversammlung lediglich zur Kenntnis genommen wurden. Die Handlungsbasis für die Umsetzung von Klimaschutz-Maßnahmen ist demnach das Energie- und Klimaschutzkonzept aus 2008, da hier die Maßnahmen inklusive dem Budget beschlossen wurden. Die Ergebnisse des Generalkonzeptes sind jedoch regelmäßig bei der Umsetzung von Maßnahmen eingeflossen. Ergänzend verweisen wir hier auf die alle zwei Jahre zu verfassenden Berichte "Bausteine für den Klimaschutz", die als regelmäßige Tätigkeitsberichte zum kommunalen Klimaschutz dienen (B 117 vom 08.04.2019). II. Umsetzungsstand des Maßnahmenkatalogs - Generalkonzept Die hier gewählte Darstellung ist dem im Generalkonzept enthaltenen Maßnahmenkatalog angelehnt. Zunächst erfolgt eine Beschreibung der Maßnahme, dann wird in der Zeile "Status" der aktuelle Bearbeitungsstand der Maßnahme beschrieben. Dieser Aspekt wurde für diesen Bericht hinzugefügt und ist im Generalkonzept nicht aufgeführt. Zudem sind im Generalkonzept selbst je Maßnahme noch weitere Attribute wie "Energiesektor", "möglichdurchführender Akteure. "Einsparung im Energiesektor", "Zeithorizont" und "Investitionskosten" aufgeführt. Diese wurden zur besseren Lesbarkeit und Übersichtlichkeit nicht in diese Tabelle übernommen. Im Generalkonzept sind im Anschluss an den Maßnahmenkatalog zudem Bürgerideen aus dem Beteiligungsprozess aufgeführt. Diese wurden soweit wie möglich durch das Energiereferat oder andere Ämter ausgeführt und gehen in den aufgeführten Maßnahmen auf. Als zentrale Maßnahmen zur Verstetigung der Partizipation am kommunalen Klimaschutz wurde durch das Energiereferat die Förderrichtlinie "Bürgerengagement für den Klimaschutz" entwickelt und umgesetzt. Das Ziel dieser Förderrichtlinie war es, das Engagement lokaler Initiativen und Akteure durch einen Zuschuss zu fördern. NR Ziel Maßnahme Kurzbeschreibung [1] Energieeinsparung Grafische Aufbereitung und TOP10-Effizienzlisten für Energiekostenabrechnungen Die Energiekostenabrechnung wird transparenter und verständlicher. Beigefügte Effizienzlisten helfen stromsparende Geräte zu finden. Service durch die Energieversorger. Grafische Aufbereitung hilft Stromverbräuche zu vergleichen. Status Die Inhalte der Strom- und Gasrechnung werden durch das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) § 40 geregelt. Das Gesetz gibt u. a. vor, dass Letztverbraucher (u. a. Haushalte) einfache und verständliche Rechnungen erhalten. Zudem sieht das Gesetz für Letztverbraucher eine Verwendung von Grafiken vor, die darstellen soll, wie sich der Jahresverbrauch zum Verbrauch von Vergleichskunden verhält. Um mehr Transparenz für den Vergleich der Energieeffizienz von elektrischen Haushaltsgeräten (vor allem im Bereich weiße Ware) herzustellen, bietet das Energiereferat jährlich eine Neuauflage der Broschüre "Stromeffiziente Haushaltsgeräte" an. Die Broschüre wird vom Energiereferat kostenlos im Frankfurter Einzelhandel zur Verfügung gestellt. [2] Verbreitung der Ziele des Masterplans Erweiterung der Neubürgerberatung in Frankfurt Informationspakt zu den bestehenden Energieberatungsmöglichkeiten in Richtung Energieeffizienz. Informationen speziell zu den Energie-, Klima- und Umweltschutzzielen, den laufenden Energieprojekten in Frankfurt und den Möglichkeiten, sich selbst einzubringen. Status Das Newcomer-Set der Stadt Frankfurt am Main umfasst einen Gutschein für das Frankfurter Klimasparbuch. Im Klimasparbuch sind die Informationen zu den Klimaschutzzielen, den Beratungsangeboten und Förderprogramm sowie viele Tipps und Anregungen für einen klimafreundlichen Alltag gebündelt. Das Informationspaket konnte aufgrund des Umfangs nicht direkt im Newcomer-Set integriert werden. [3] Energieeinsparung Wettbewerb: "1.000 X 1.000 kWh Stromsparkampagne" Bei der "1.000 X 1.000 kWh" Stromsparkampagne gilt es rund 1.000 Haushalte davon zu überzeugen, dass eine Stromeinsparung von rund 1.000 kWh pro Haushalt durchaus möglich ist. Die Kampagne richtet sich besonders an alle zwei bis vier Personen Haushalte. Ziel sind 1000 mitmachende Haushalte. Status Die Maßnahme wird durch das Projekt eClub umgesetzt. Im Rahmen des eClubs werden bis zu 100 Haushalte ein Jahr intensiv begleitet. Jeder der teilnehmenden Haushalte bekommt zum Projektstart eine kostenlose Energieberatung vor Ort sowie eine finanzielle Förderung zur Umsetzung von Energieeinspar-Maßnahmen. Zudem werden regelmäßig Workshops angeboten, die die verschiedenen Aspekte des Energiesparens zu Haus thematisieren. Das Projekt wurde bisher in zwei Projektrunden umgesetzt. Das Projekt soll auch zukünftig angeboten werden. Siehe auch: https://www.eclub-frankfurt.de/ [4] Verbreitung der Ziele des Masterplans Informationskampagne "100 % Klimaschutz Frankfurt" an öffentlichen Gebäuden Sensibilisierung der Einwohner mit dem Thema Energie und insbesondere dem Masterplan. Wechselnde Plakate zeigen die Maßnahmen die das Stadtbild von Frankfurt bis 2050 verändern. Status 2018 wurde die übergeordnete Klimaschutz-Kommunikationsstrategie des Energiereferats umgesetzt. Hierzu gehört die Entwicklung der Klimaschutzmarke "Team Frankfurt", die Kommunikationskampagne "Danke, dass du was für das Klima machst" sowie die neue Webseite www.klimaschutz-frankfurt.de und der Facebook-Auftritt "Team Frankfurt" (https://www.facebook.com/KlimaschutzTeamFrankfurt/). Die Kampagne wird mit Themenschwerpunkten wie "Ernährung", "Radfahren", Solarenergie" und "Reisen" weiter fortgeführt. Regelmäßig werden in Blog-Beiträgen Engagierte Klimaschützer und Initiativen vorgestellt und geben so der Marke Team Frankfurt auch ein Gesicht. [5] Energieeinsparung Beratung für sozial schwächer gestellte Haushalte Aktivierung einkommensschwacher Bevölkerungsschichten. Status Seit 2006 Jahren bietet der Caritasverband Frankfurt in Kooperation mit dem Energiereferat der Stadt Frankfurt am Main den "Stromsparcheck" an. Dieses kostenlose Beratungsangebot richtet sich gezielt an einkommensschwache Haushalte in Frankfurt. Neben einer Energieeinsparberatung vor Ort, werden durch die Mitarbeitenden des Energiesparservice kostenlose Sofort-Hilfen (z.B. Leuchtmittel, Durchflussbegrenzer usw.) in den Haushalten eingebaut. In den vergangenen Jahren konnten durch das Projekt pro Jahr bis ca. 1.000 Haushalte vor Ort beraten werden. [6] Energieeinsparung Ausbildung von Energieeinspar-Detektiven Benennung von sogenannten Energieeinspar-Detektiven und Sensitivitätsbildung für Energiethemen an Schulen. Status Diese Maßnahme wird durch das "Energiespar-Projekt" an Frankfurter Schulen umgesetzt. Im Rahmen dieses Projektes erkunden Schülerinnen und Schüler mit Messgeräten ihr Schulgebäude und suchen gemeinsam mit Schulhausverwaltern und Lehrern nach Energielecks. Die Schulen werden dabei durch den Verein Umweltlernen in Frankfurt e.V. und dem Amt für Bau und Immobilien umfassend unterstützt. Zusätzlich bietet der Verein im Auftrag des Energiereferats Lernwerkstätten und Projektwochen für die Themen Energie und Klimaschutz an Schulen an und führt diese durch. Weiter Informationen unter: http://www.umweltlernen-frankfurt.de/Energie/projekt.h tm http://www.umweltlernen-frankfurt.de/lernwerkstatt.htm http://www.umweltlernen-frankfurt.de/Energie/index.htm ] EE-Anteil erhöhen Förderung von Demand-Side Management Ansätzen Erhöhung des eigenerzeugten Stroms der PV-Anlage durch Smart-Meter oder Home-Manager. Insgesamt steigt der erneuerbare Energieanteil in der Stadt und reduziert Netzengpässe und Speicherbedarf. atus Im Rahmen des "Ideenwettbewerb Klimaschutz" wurden Projekte mit dem Fokus auf Demand-Side-Management und zur Erhöhung des Eigenstrombedarfs gefördert. Hier sind insbesondere die Projekte der Firmen etalytics GmbH und Conergia Verwaltungs GmbH zu nennen. Diese haben Anwendungen auf Basis künstlicher Intelligenz oder Demand-Side-Management entwickelt, die den Energieverbrauch an die Verfügbarkeit von erneuerbaren Energien anpassen (Energieflexibilität). [8] EE-Anteil erhöhen Einsatz von Speichersystemen Erhöhung des erneuerbaren Energieanteils durch elektrische Speicher. Anstieg der Eigenstromquote auf ca. 60 bis 70 Prozent möglich. Reduzierung von Netzengpässen. Status Bei der Beratung zu Photovoltaik-Anlagen, wird natürlich auch das Thema Speicherung adressiert. Oftmals sind Speichersysteme im Moment noch zu teuer, sodass hier eine Förderung ansetzen könnte. Einige Pilotprojekte, sog. Plus-Energiehäuser der Wohnungsbaugesellschaften verfügen über Speichersysteme. Um eine optimale Eigenverbrauchsnutzung zu erreichen ist eine genaue Lastprofilberechnung erforderlich, sowie ein Energiemanagementsystem für die Steuerung. Beides sollte im Rahmen eines Förderprogramms mitberücksichtigt werden. [9] Energieeinsparung Einsatz von hoch effizienten Leuchtmitteln und Tageslichtnutzung Der Anteil für Beleuchtungszwecke GHD-Sektor beträgt rund 38 Prozent. Durch effizientere Beleuchtungstechniken und -systeme sind weitere Einsparungen möglich. Status Über das Förderprogramm "Frankfurt spar Strom für Gewerbe, Vereine und Religionsgemeinschaften" sowie der "Förderrichtlinie für Bühnenbetriebe" werden durch das Energiereferat energieeffiziente Beleuchtungsanlagen und Beleuchtungsmittel gefördert. Die Förderung von effizienteren Beleuchtungsanlagen ist der Schwerpunkt beim Abruf der Fördermittel. Darüber hinaus wird das Thema im Rahmen der Energieeffizienznetzwerke Ökoprofit und LEEN adressiert. Im Jahr 2017 wurde mit der Beleuchtungserneuerung der U-Bahnstation Höhenstraße erstmals LEDTechnik in den öffentlichen Bereichen der VGF eingesetzt. Seitdem wird jedes Jahr die Beleuchtung in zwei bis drei U-Bahnstationen optimiert. Um das Sicherheitsgefühl und die Aufenthaltsqualität der Fahrgäste zu steigern, wird dabei im Vergleich zur herkömmlichen Beleuchtung eine sowohl hellere als auch gleichmäßigere Ausleuchtung geplant. Durch die deutlich effizienteren LED-Leuchten kommt es hierbei trotz höherer Lichtstärke zu signifikanten Energieeinsparungen von 50 bis 70 Prozent. Dieser Erneuerungsprozess soll nun kontinuierlich fortgeführt werden . [10] Energieeinsparung Einsatz von effizienten Motoren und Pumpen Förderung zum Austausch älteren Motoren für Pumpen und Ventilatoren sind einfach umzusetzen. Richtige Dimensionierung der Leistungsgröße und die bedarfsabhängige Steuerung des Motors können den Stromverbrauch weiter reduziert werden. Status Dies kann ebenfalls durch das Förderprogramm "Frankfurt spart Strom für Gewerbe, Vereine und Religionsgemeinschaften" gefördert werden. Zudem gehört der Austausch von Motoren zu einer der häufig durchgeführten Maßnahmen bei teilnehmenden Unternehmen an Energieeffizienz-Netzwerken (Ökoprofit, Energieeffizienznetzwerk Frankfurt Rhein Main). [11] Energieeinsparung Einsatz von Energiemanagementsystemen im GHD und Industrie Sektor Mit Hilfe von Energiemanagementsystemen können Energieflüsse bzw. Energiekosten visualisiert, analysiert, gesteuert und somit Energieeffizienzmaßnahmen eingeleitet werden. Der Fokus bei kleineren und mittleren Unternehmen. Status Dies wird im Rahmen der Energieeffizienz-Netzwerke (Ökoprofit, Energieeffizienznetzwerk Frankfurt Rhein Main Ökoprofit, LEEN) behandelt. Energieflüsse werden im Rahmen der kostenlosen Energieeffizienz-Beratung im "Nachhaltigen Gewerbegebiet Fechenheim-Nord/Seckbach" betrachtet und Maßnahmen zur Optimierung aufgezeigt. Diese niederschwellige Beratung soll die Unternehmen zu weitergehenden Schritten veranlassen. [12] Energieeinsparung Effizienzmaßnahmen zur Reduzierung des Raumkältebedarfs In Zukunft wird der Strombedarf für Klimakälte insbesondere im Bürobereich weiter ansteigen. Durch thermische Isolierung, durch Dachbegrünung, energiesparende Geräte, Reduzieren interner Wärmequellen und eine freie Nachtlüftung (passive Kühlung) kann der Strombedarf einer zusätzlichen Klimaanlage stark reduziert werden oder ganz auf eine mechanische Kühlung verzichtet werden. Demonstrationsobjekte helfen zur Verbreitung. Status Für die städtischen Liegenschaften wird der Aspekt der Kühlung über die Leitlinien zum wirtschaftlichen Bauen der Stadt Frankfurt am Main geregelt. Hier wird der Fokus auf die freie Nachtabkühlung oder auf die Umsetzung von passiven Maßnahmen gesetzt. Insgesamt führt auch die Umsetzung des Passivhausstandards bei städtischen Liegenschaften dazu, dass der Kühlbedarf aufgrund der Wärmedämmung im Sommer sinkt. Das Thema Kühlung wird auch in der Klimafibel der Mainova AG thematisiert. Hier werden die Grundlagen zum Thema vermittelt und Tipps zum Umgang mit der sommerlichen Wärme zu Hause gegeben. Diese ist in Kooperation mit dem Energiereferat und dem stadtnahen Verein Energiepunkt FrankfurtRheinMain e. V. entstanden. Demonstrationsprojekte wurden bereits durch den Green Building Award ausgezeichnet. Hier sind die Bürogebäude der Helvetia und der KfW als vorbildlich zu nennen. Zudem wird auch im Rahmen der Beratungen und Energieeffizienznetzwerke auf den Strombedarf durch Kühlsysteme eingegangen. In Bestandsgebäuden wäre eine Nachrüstung von intelligenten Verschattungsanlagen oder dimmbaren Sonnenschutzglas u.U. zielführend um den Bedarf an einer Klimaanlage zu reduzieren bzw. zu vermeiden. Die Nachrüstung einer Einzelmaßnahme zur Verschattung oder dimmbares Glas wird in keinem Förderprogramm bislang gefördert. [13] Energieeinsparung Der Austausch veralteter IT-Geräte, Nutzung von Standby-Knöpfen und Thin-Client Lösungen Der Austausch veralteter Geräte sowie der Einsatz von intelligenten Standby-Knöpfen, welche bei Betätigung direkt den Computer und seine Peripherie auf Standby schaltet. Thin-Client Lösungen bzw. Terminalarbeitsplätze oder der Austausch von Desktop-Rechnern durch Laptops können den Stromverbrauch deutlich zu senken. Status Der Austausch von IT-Lösungen kann durch das Förderprogramm "Frankfurt spart Strom für Gewerbe, Vereine und Religionsgemeinschaft" gefördert werden. Voraussetzung für die Förderung ist ein Nachweis darüber, wieviel Strom durch die Maßnahme eingespart wird. Aktuell fördert das Energiereferat solche Maßnahmen mit 10 Cent pro einzusparender Kilowattstunde. Die Förderung ist auf kleine und mittlere Unternehmen beschränkt. Darüber hinaus soll im nächsten Klimasparbuch der inhaltliche Schwerpunkt auf dem Thema "Digitalisierung" liegen. [14] Energieeinsparung Effiziente Rechenzenten Zur Reduzierung des stark ansteigenden Strombedarfs für Rechenzentren sind unterschiedliche Maßnahmen zu betrachten. Von der IT-Hardware, über die eine effiziente Kühlung, der effizienten USV bis zum Gebäude sind Maßnahmen zu ergreifen. Status Das Energiereferat beteiligt sich im Netzwerk "energieeffiziente Rechenzentren" und unterstützt die Initiative des Landes Hessen "HERTZ". Im Rahmen des Energienetzwerks der Mainova AG und der IHK sind auch Betreiber von Rechenzentren Mitglied. Zudem wurde über den "Ideenwettbewerb Klimaschutz" ein Start-Up gefördert, welches anhand von Algorithmen und künstlicher Intelligenz die Energieeffizienz und die Energieflüsse von Unternehmen verbessern will. Als erste Anwendung wird dies bei einem Rechenzentrum getestet. Ziel ist es hier, die Energieeffizienz des Kühlsystems signifikant zu verbessern. [15] Energieeinsparung Intelligente Wärmenutzung aus Rechenzentren Die Gesamteffizienz eines Rechenzentrums wird durch die Nutzung der sonst ungenutzten Abwärme angehoben. Hierbei kann die Nutzung innerhalb des Rechenzentrums wie auch eine objektübergreifende Nutzung zielführend sein. Status Durch die Erstellung des Abwärmekatasters wurde das Abwärmepotenzial von Rechenzentren in Frankfurt analysiert und räumlich dargestellt. Die konkrete Nutzung von Abwärme aus Rechenzentren wird im Rahmen des Energiekonzepts für das ISEK Griesheim Mitte und für die Wärmeversorgung eines Neubaugebietes in der Kleyerstraße untersucht. Für die Hebung des Potenzials ist insbesondere die Einbindung von Energieversorgern sowie der Aufbau von Nahwärmenetze notwendig. Das in der Studie zur Abwärmenutzung in Frankfurt identifizierte Projekt wurde mittlerweile sowohl von den Projektentwicklern als auch der Mainova AG aufgegriffen. Derzeit stehen beide Parteien in Verhandlungen zum Wärmeanschluss. In der Gesamtstädtischen Digitalisierungsstrategie wurde das Thema unter dem Stichwort "Heizen mit Daten" als Projektsteckbrief aufgenommen. Unter dem Projekttitel "Nachhaltige Digitale Stadt Frankfurt: Leuchtturmprojekt Künstliche Intelligenz" wurde vom Borderstep Institut beim BMWI ein Förderantrag eingereicht. Dabei soll untersucht werden, inwieweit Künstliche Intelligenz (KI) in der Lage ist die Abwärmenutzung aus Rechenzentren zu optimieren. Die Stadt Frankfurt beteiligt sich mit dem Energiereferat als Projektpartner. [16] Energieeinsparung Prüfung der Energieverbräuche von IT in Frankfurter Schulen Als erste Maßnahme gilt es die Stromverbräuche der IT-Infrastruktur der öffentlichen Gebäude zu erfassen. Durch ein darauf aufbauenden Kenngrößenvergleich ("Power Usage Effectiveness" (PU-E), "Carbon Usage Effectiveness" (CUE), "Data Center Infrastructure Efficiency" (DCIE) können Schwachstellen in der IT-Infrastruktur erkannt werden. Status Bereits seit geraumer Zeit wird bei Neubeschaffungen im Technologiebereich großer Wert auf die Erhöhung der Energieeffizienz gelegt. So wird beispielsweise der Stromverbrauch als eigenständiges Zuschlagskriterium in den Vergabeunterlagen definiert, um möglichst effiziente Geräte angeboten zu bekommen. Für die stadtweite Ausstattung der Ämter und Eigenbetriebe mit Multifunktionsgeräten wurde ein neuer Rahmenvertrag für die Dauer von vier Jahren abgeschlossen. Perspektivisch sollen die Server in den Schulen komplett entfallen und ins Amt 16 konsolidiert werden (siehe Magistratsbeschluss M 80). Es würden dann lediglich Clients, Smartboards und Infrastrukturkomponenten (Router, Firewall, Switches) in den Schulen verbleiben. Hinzu kommen natürlich künftig die Komponenten für eine flächendeckende WLAN-Ausstattung. [17] Energieeinsparung Zentralisierung der IT-Infrastruktur öffentlicher Gebäude Durch die Zentralisierung der IT-Infrastruktur der öffentlichen Gebäude können durch Synergieeffekte (bessere Auslastung etc.) weitere Betriebskosten eingespart werden. Status Von September 2019 bis Februar 2020 konnten siebzehn weitere Ämter und alle Dezernatsbüros im Bereich des Hosted-Fileservice aufgenommen werden. Dadurch wurden die Fileserver-Ressourcen weiter erfolgreich konsolidiert. Den Service Server-Hosting des Amtes für Informations- und Kommunikationstechnik haben im Berichtszeitraum fünf weitere Ämter und Betriebe in Anspruch genommen. Für das Stadtvermessungsamt konnten zwölf, für die Branddirektion sieben und für den Zoologischen Garten ein virtueller Server in Betrieb genommen werden. Im Rahmen des Projektes "Gesamtstädtische IT-Strategie" wurden im Amt für Bau und Immobilien 29 Server auf 14 virtuelle Server konsolidiert. Im Zuge der Pilotierung des neuen Services "Managed Server" wurden im Amt für Bau und Immobilien zusätzlich zwei Systeme durch virtuelle Server abgelöst. Die noch vorhandenen fünf physikalischen Server der Stadtentwässerung Frankfurt am Main wurden ebenfalls virtualisiert und die Hardware abgeschaltet. Der Bestand an virtuellen Systemen der Stadtentwässerung Frankfurt am Main erhöhte sich damit auf insgesamt 40 Server. Die Virtualisierung führt weiterhin zu einer effizienten Auslastung sowie einer höheren Verfügbarkeit der Server-Systeme. Durch die Verringerung der Anzahl der physikalischen Server kann zunehmend Energie für Betrieb und Klimatisierung der Systeme eingespart werden: Ein Standard-Serversystem verbraucht im Mittel ca. 250W (ca. 850 BTU/h) (BTU beschreibt hierbei die in Wärme abgegebene Verlustleistung von Systemen in Rechenzentren, also bspw. Serversystemen, Storagesystemen, Switchen usw) - Peaks nach oben sind bei Hochlast auf bis zu 500W (ca. 1700 BTU/h) möglich. Ein Virtualisierungsserver verbraucht derzeit im Mittel ca. 350W (ca. 1200 BTU/h) bei aktueller Auslastung. Unter Volllast wird von einem Verbrauch von max. ca. 550W-650W ausgegangen. Da ein Virtualisierungsserver für ca. 20-25 Gastsysteme ausgelegt ist, lässt sich folgende Hochrechnung aufstellen: 25 Standardserver mit jeweils 250W = 6250W (ca. 21300 BTU/h) vs. 1 Virtualisierungssserver mit 650W (ca. 2200 BTU/h) Zusätzlich kann durch die verringerte in Wärme abgegebene Verlustleistung die Klimatisierung der Rechenzentren anpasst werden, was wiederum weitere Einsparungen zur Folge hat. [18] EE-Anteil erhöhen Eigenstromlösungen im GHD Sektor Anderes wie bei den Haushalten liegen die Lastspitzen des GHD Betriebes deckungsgleich mit den Einstrahlungsspitzen. Somit könnte bei büroähnlichen Gebäuden der PV-Eigenstromanteil mit relativ einfachen Maßnahmen deutlich erhöht werden. Status Im Rahmen des Projektes "Nachhaltiges Gewerbegebiet Fechenheim-Nord/Seckbach" wird für ansässige Unternehmen ein kostenloser Solarcheck für Photovoltaik angeboten. Zur Nutzung von Synergien und zur Steigerung der umgesetzten Anlagen wird die Beratung mit anderen Beratungsangeboten, zum Beispiel dem Energie-Effizienz-Check, Elektromobilitätsberatung oder "Frankfurt frischt auf" sowie mit städtischen Förderangeboten verknüpft. Die installierten Anlagen werden auf der Projekt-Homepage www.frankfurter-Osten.de als "Grünes Kraftwerk" dokumentiert. Ziel ist es, eine Verdoppelung der installierten Photovoltaik-Leistung auf 3 MWp innerhalb der Projekt-Laufzeit zu erreichen. [19] Energieeinsparung Effizienzmaßnahmen Straßenbeleuchtung Umstellung ineffizienter Leuchten auf moderne LED Beleuchtung. Status Betreut wird die Straßenbeleuchtung der Stadt Frankfurt am Main durch die SRM Straßenbeleuchtung Rhein-Main GmbH, eine Tochtergesellschaft der Mainova AG. Die SRM ersetzt alle Leuchten, die älter als 35 Jahre alt sind, durch moderne Leuchten mit effizienten Lichtquellen und Optiken. Neue Leuchten werden mit der LED Technologie verbaut. Der größte Hebel ist jedoch der Umbau der veralteten Gasleuchten auf LED Technologie. In den letzten Jahren wurden ca. 240 Gasleuchten pro Jahr zurückgebaut. Für jede rückgebaute und durch eine Elektroleuchte ersetzte Gasleuchte spart die Stadt ca. 1,3 Tonnen CO2 jährlich ein, da die Gasleuchte unter der Berücksichtigung der jeweiligen CO2 Faktoren für Strom und Gas 8-10mal so viel CO2 produziert wir eine vergleichbare Elektrobeleuchtung. Auf den Energieverbrauch bezogen wurde durch den Umbau der Gasleuchten auf Elektro über die Jahre ca. 20.000.000 kWh Gas eingespart, ohne den Gesamtverbrauch der Elektrobeleuchtung zu erhöhen. Somit konnten die SRM den jährlichen Verbrauch der Gasbeleuchtung von ca. 41.500.000kWh auf ca. 33.700.000kWh senken. Durch die bereits erwähnten jährlichen Erneuerungen mit effizienteren Leuchten wurde der Zuwachs von Leuchten durch neue Projekte und den Gasrückbau auf. Somit gibt es bei den Elektroleuchten 69% sehr energieeffiziente Lichtquellen (Metallhalogendampfhochdruck 15%, Natriumdampfhochdruck 46%, LED 7%), 30% Leuchtstofflampe (ca. 5.400 allein in den B-Ebenen der U-Bahn) und nur 1% Quecksilberdampflampen (HQL). Die Anzahl der Gasleuchten hat sich seit Beginn des Gasrückbaus von ca. 5.500 auf jetzt ca. 4.300 reduziert. Durch den Pilotversuch in der Wallanlage konnte festgestellt werden, dass mit der LED Technologie im Vergleich zur Natriumdampfhochdruck-Technologie 30% Energie eingespart werden konnte. Mit der "Light an Demand"-Steuerungen wurden hier noch einmal zusätzlich eine Einsparung von ca. 20% möglich. Diese Zahl ist jedoch nicht absolut zu betrachten, da sie von der Benutzerfrequenz abhängig ist. Bei permanent befahrenen Straßen und Wegen wird man das zusätzlich Invest nicht durch die Einsparungen amortisieren können. Nur bei Straßen und Wegen, die nachts kaum frequentiert sind, macht eine solche Anwendung Sinn, wenn die Faktoren subjektives Sicherheitsgefühl von Anwohnern, Verringerung des Kriminalitätsrisikos und Stadtbild keine wichtige Rolle spielen. Allerdings gibt es in diesem Projekt auf Grund gesetzlicher Änderungen für die verwendete Funkkommunikationstechnologie und dem Prinzip der Schwarmintelligenz das Problem, nicht mehr ununterbrochen senden und empfangen zu dürfen, da auf Grund der vielen Anwendungen die zur Verfügung stehenden Bandbreiten zu klein geworden sind. Damit wird eine bewegungsabhängige Steuerung erschwert und bei höheren Geschwindigkeiten unmöglich. Der verwendete Anbieter wird bis Mitte des Jahres ein Ersatzkonzept vorstellen. [20] Energieeinsparung Förderung eines Nullemissions-Gewerbeparks Die Gestaltung neuer Gewerbeparks und Gebäude als Nullemissions-Neubauten sind zu gestalten. Status Anstatt sich auf die Gestaltung neuer Gewerbeparks zu fokussieren - aktuell befinden sich in Frankfurt keine in der Umsetzung - wurde das Projekt nachhaltiges Gewerbegebiet Fechenheim-Nord/Seckbach" umgesetzt. In bestehenden Gewerbegebieten ist die Transformation zu einem nachhaltigen Gewerbegebiet aufgrund der bereits vorhanden Bausubstanz und Infrastruktur deutlich ambitionierter als bei einem Neubaugebiet. Für das Gewerbegebiet Fechenheim-Nord/Seckbach" wurde bereits ein Klimaschutzteilkonzept erstellt, gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung ein Standortbüro eingerichtet und eine befristete Personalstelle für ein Klimaschutzmanagement geschaffen. Das Klimaschutzteilkonzept nennt vier räumlich begrenzte Maßnahmen (Hot Spots) und sieben standortübergreifende Maßnahmenpakete, deren Umsetzung im Februar 2020 begann. [21] Energieeinsparung Gewerbepark-Energie-Managern & Wissensdatenbank Beratungsprogramm bei Immobilienerwerb oder Coaching durch Energieexperten. Umfassende Betrachtung der drei Sektoren Strom, Wärme und Mobilität um sämtliche Aspekte des Gewerbeparks zu berücksichtigen. Status Im Jahr 2019 wurde das im Jahr 2011 erstellt Strategiepapier aktualisiert und wird nun als "Elektromobilitätskonzept und Umsetzungsstrategie für die Stadt Frankfurt am Main - Elektromobilität 2030 in Frankfurt am Main" fortgeführt (siehe M30, 2019). In diesem Konzept sind Ladeinfrastruktur-Maßnahmen aufgeführt. [22] EE-Anteil erhöhen Förderung von solarüberdachten Ladestationen im Einzelhandel Als Fördermaßnahme gilt es Handelsgeschäfte und deren Parkplätze mit solarüberdachten Ladestationen auszustatten. Neben einem E-Fahrzeug sollte die Ladestation und deren Überdachung Platz für 1-2 Pedelecs und einem Lastenfahrrad haben. Status Der Fokus liegt aktuell generell auf dem Ausbau der Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität. Für die Kombination gibt es bislang auch keine spezifische Fördermöglichkeit. Es wurde jedoch im Rahmen des Ideenwettbewerbs ein Projekt zur Etablierung eines Akku-Tausch-Systems in der Innenstadt gefördert. Sichere Abstellmöglichkeiten für Pedelecs oder E-Lastenräder werden im Projektsteckbrief A.2 des Elektromobilitätskonzepts aufgeführt. Der Aus- und Aufbau von Fahrradabstellanlagen soll nicht nur die Fahrradinfrastruktur verbessern, sondern auch einen Anreiz schaffen verstärkt, auf alternative Mobilitätslösungen zurückzugreifen. [23] Energieeinsparung Förderung: Projekt Analyse der Energieverbräuche durch Smart Metering als neues Geschäftsfeld Demonstrationsprojekt an dem diversen Unternehmen und der lokale Energieversorger beteiligt sind, anschieben. Status Die ABG Holding realisierte in der Speicherstraße das Aktiv-Stadthaus. In diesem kann jede Mieteinheit des Aktiv-Stadthauses über ein Display den jeweiligen Verbrauch an Strom und Wärme feststellen. Diesen Wert wird in Relation zu den Verbrauchswerten im gesamten Gebäude gesetzt. Damit lassen sich beispielsweise unterschiedliche Konsumgewohnheiten der Mieter miteinander synchronisieren. Zur Förderung von Photovoltaik-Anlagen in Verbindung mit Mieterstrom- oder Eigenstrommodellen wird es seitens des Energiereferats als sinnvoll erachtet, einen Zuschuss für die Erneuerung von Messtechnik und die Erneuerung der Haustechnik zu gewähren. Zudem wird es als sinnvoll erachtet die Gegenüberstellung zwischen Bedarfsberechnung und realem Verbrauch über mind. 3 Jahre zu erheben. [24] Energieeinsparung Aktivierung von GHD-Vertretern Um die Aktivität hinsichtlich der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen in dem Sektor GHD zu erhöhen, bedarf es einer gezielteren Ansprache der Akteure. Status Im Rahmen des Projektes "Nachhaltiges Gewerbegebiet Fechenheim-Nord/ Seckbach" erfolgt durch die Einrichtung eines Klimaschutzmanagers eine zielgerechtete Ansprache. Im Rahmen der übergeordneten Öffentlichkeitsarbeit ist zudem eine Ansprache von Unternehmen erfolgt bzw. wird noch ausgeweitet. Im Rahmen von Ökoprofit werden durchgehend Gewerbebetriebe zu diesem Thema angesprochen. Die regelmäßige Fortschreibung von Ökoprofit ist eine der Aufgaben des Energiereferats sowie die gezielte Ansprache und Gewinnung von Unternehmen für die Teilnahme am Ökoprofit-Einsteigerprojekt. Zudem kooperiert das Energiereferat beim Projekt Ökoprofit mit der IHK Frankfurt und der Handwerkskammer, um Unternehmen zielgerechteter anzusprechen. [25] Energieeinsparung Abwrackprämie für ineffiziente Motoren in der Industrie Als Maßnahme sollten nicht nur in neuen Betrieben hocheffiziente Motoren der neusten Effizienzklasse eingesetzt werden, sondern auch bestehende Betriebe zum Einsatz von effizienteren Motoren bewegt werden. Dabei kann eine Informationskampagne zu Stromverbräuchen von Motoren helfen. Weiter wird als Maßnahme vorgeschlagen eine Abwrackprämie für ineffiziente Motoren in Frankfurt einzuführen. Status Diese Maßnahme ist bislang nicht in der Umsetzung. In der Regel handelt es sich bei dem Austausch von ineffizienten Motoren um eine wirtschaftliche Maßnahme, die nicht extra gefördert werden muss. Hier ist es eher wichtig über Energieeffizienz-Netzwerke und im Rahmen von Beratungsangeboten auf das Einsparpotenzial hinzuweisen. Zudem kann diese Maßnahme auch über das bestehende Programm "Frankfurt spart Strom für Gewerbe, Vereine und Religionsgemeinschaft" abgedeckt werden, solange die Betriebe die europäische Definition für kleine und mittlere Unternehmen erfüllen. [26] Energieeinsparung Netzwerke Energieeffizienz Industrie in Frankfurt etablieren Hierbei gilt es in den Austausch zu intensivieren und Best Practice Projekte aus Frankfurt und von außerhalb vorzustellen, um die Unternehmen zu motivieren den eigenen Energieverbrauch zu analysieren und Maßnahmen zur Reduzierung umzusetzen. Status In Frankfurt werden zwei Energieeffizienz-Netzwerke im industriellen Bereich durchgeführt. Die Mainova AG und IHK sind Netzwerkträger für das Business Energieeffizienznetzwerk mit Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main. Teilnehmer sind: Commerzbank AG, Deutsche Hospitality (Steigenberger Hotels AG), Deutsche Lufthansa AG, GGM Gesellschaft für Gebäude-Management mbH, Energy Air GmbH, Equinix Germany GmbH, Europäische Zentralbank, Host GmbH (Uniklinik Frankfurt), Interxion Deutschland GmbH, Messe Frankfurt GmbH, B. Metzler seel. Sohn & Co. KGaA, Samson AG, Siemens AG und Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH. Ziel des Netzwerks sind die Einsparung von 5.000 Tonnen CO2 und 17.500 MWh Energie. Durch das Energiereferat wird das Energieeffizienznetzwerk FrankfurtRheinMain umgesetzt. Teilnehmer sind Allessa Produktion GmbH - ehem. Weylchem, Clariant, Hassia Mineralquellen GmbH & Co. KG, Infraserv GmbH & Co. Höchst KG, Kuraray Europe GmbH, LSG Sky Chefs Frankfurt ZD GmbH (EDL-G), Sanofi Aventis Deutschland GmbH und Sirona Dental Systems GmbH. In der Vorgängerrunde des aktuellen Netzwerks konnten jährlich Einsparungen von 38.500 MWh Energie und 14.300 Tonnen CO2 erzielt werden. [27] Energieeinsparung Förderung des BHKW-Ausbaus Weiterführung des schon 1990 beschlossenen Ausbaus "Blockheizkraftwerke für Frankfurt". atus Mittlerweile laufen 500 BHKW Anlagen auf dem Frankfurter Stadtgebiet. Sie produzieren Wärme und Strom für Einzelobjekte, Industrie und Nahwärmegebiete. Insgesamt sind 45 MW elektrische Leistung installiert. Die durchschnittliche Kapazität einer Anlage liegt bei 88 kWel. Die Spreizung geht von 1 kWel (Einfamilienhaus) bis 4.800 kWel (Nahwärme). Das Gros der Anlagen wird mit Erdgas betrieben. Jedoch 16 der über 500 Anlagen laufen mit Biogas oder durchgeleitetem Bio-Erdgas (Biogas, das auf Erdgasqualität aufbereitet und in das Erdgasnetz eingespeist wurde) und tragen so zur erneuerbaren Wärme und Stromproduktion von Frankfurt bei. Alle Anlagen reduzieren den CO2-Ausstoß der Stadt um 125.000 Tonnen jährlich. Alle Anlagen sind mit Projektsteckbriefen im Klimaschutzstadtplan des Energiereferates dargestellt (www.klimaschutzstadtplan-frankfurt.de). Darüber hinaus können sich interessierte auf der Website des Energiereferates zum Thema informieren. Auf Anfrage wird vom Energiereferat ein sogenannter BHKW Check erstellt, der prüft, in wieweit die Technik für ein bestimmtes Objekt geeignet ist. Das Energiereferat vermittelt Kontakte zu Planern, Anbietern und Errichtern von BHKW-anlagen und berät beim sogenannten Contracting. Wichtig sind auch die Aufgaben, die das Energiereferat im Rahmen der energetischen Bauleitplanung wahrnimmt. Die Beratungen haben dazu geführt, dass nahezu alle in der Vergangenheit erschlossene Neubaugebiete entweder an Fernwärme oder an Nahwärme mit KWK-Anlagen angeschlossen wurden. Zukünftige Konzepte müssen jedoch noch stärker den Einsatz von erneuerbaren Energien fokussieren. Aber ein erster Schritt dazu ist in der Regel die zentrale Wärmebereitstellung. Persönliche Beratung zu BHKW-Technik und Energieeffizienz für Ein- und Mehrfamilienhausbesitzer bietet das Energieberatungszentrum Energiepunkt FrankfurtRheinMain e.V. an https://www.energiepunkt-frankfurt.de/. Durch den BUND wir eine Beratungskampagne zur BHKW-Technik im Auftrag des Landes Hessen durchgeführt https://www.bund-hessen.de/klimaschutz-energiewende/kwk-infokampagne/. [28] EE-Anteil erhöhen Ausbau der Förderprogramme für Solarthermie Neben der Solarpotentialanalyse sollte ein breit aufgestelltes Förderprogramm sich auf die Kostenreduktion und einen angepassten Zubau konzentrieren. Status Im Rahmen einer Aufstellung eines Förderprogrammes für Photovoltaik wäre es sinnvoll, wenn auch die Förderung von Solarthermie in diesem Programm beinhaltet werden würde. Fördertatbestände, wie eine kostenlose Energieberatung sowie die Förderung der Statikberechnungen kämen beiden Anlagentypen zu Gute. In der Simulation im Masterplan Generalkonzept zur Deckung des Energiebedarfs von 2050 sind thermische Solaranlagen zur Deckung von 22% des Wärmebedarfs vorgesehen. Das sind 1.160 GWh. Aktuell produzieren thermische Solaranlagen etwa 10,3 GWh Wärme. Das ist weniger als 1% der vorgesehenen Menge. Es ist fraglich ob tatsächlich die in der Simulation dargestellten Mengen benötigt werden, da Frankfurt über reichhaltige Abwärmequellen im Sommer verfügt, die ebenfalls gut für die Warmwasserproduktion verwendet werden könnten. Als Hemmnis könnte sich hier jedoch die Wasserhygieneproblematik bezüglich Legionellen auswirken. Die dadurch notwendigen sehr hohen Systemtemperaturen lassen sich besser und effizienter mit Solarwärme erreichen. [29] EE-Anteil erhöhen Förderung zum Einsatz von Wärmepumpen im Neubau und Bestand Schaffung von Anreizen zum vermehrten Einsatz von Wärmepumpen im Gebäudebestand und im Neubau. Auch der Einsatz von Hybridheizungen ist Sinnvoll. Status Im Rahmen des Klimapartnerprogramms der Mainova AG werden Wärmepumpen mit einem Zuschuss von bis zu 1.000 Euro gefördert. Zudem können über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle effiziente Wärmepumpen einschließlich der Nachrüstung bivalenter Systeme gefördert werden, wenn diese überwiegend der Raumheizung oder kombinierter Warmwasserbereitung und Raumheizung von Gebäuden oder der Zuführung der Wärme in ein Wärmenetz dienen. Die Förderung beträgt bis zu 35% der förderfähigen Kosten. Hierbei muss allerdings 25% der Heizlast durch die Wärmepumpe abgedeckt werden. Im energetisch sanierten Gebäudebestand ist dies eher erreichbar als im unsanierten Bestand. [30] EE-Anteil erhöhen Förderprojekt: Wärmepumpen im Lastmanagement/Erhöhung des Eigenverbrauchs Wärmepumpen lassen sich als schalt- und steuerbare dezentrale Verbraucher in ein intelligentes Stromnetz einbinden. Dadurch kann der erneuerbare Energieanteil weiter erhöht werden und Gebäude und Warmwasserspeicher als thermischer Speicher genutzt werden. Status Die Maßnahme wurde bislang nicht weiterverfolgt. Der Einbau von Wärmepumpen in Bestandsgebäuden erfordert das Vorhandensein einer Flächenheizung und eine bereits erfolgte energetische Ertüchtigung von Bauteilen. Diese ist jedoch in der Regel in älteren Gebäuden nicht vorhanden. Bei Neubauvorhaben sollte im Rahmen eines Energiekonzeptes geprüft werden, welche Variante der Energieversorgung für die Versorgung mit erneuerbaren Energien am zielführendsten ist. Dies wurde für 11 Neubau- und Entwicklungsgebieten bereits umgesetzt. [31] EE-Anteil erhöhen Fördermittel / vergünstigte Tarife für WP mit hohem COP Informationskampagnen auf Förderangebote der BAFA für Wärmepumpen aufmerksam machen. Eine andere Möglichkeit bestünde in einem weiterentwickelten differenzierten Wärmepumpentarif der Energieversorger, dessen Höhe sich an der Wärmepumpenquelle (Luft/Wasser, Wasser/Wasser, Sol-e/Wasser) und somit am COP der WP orientiert. Status Insbesondere wird im Rahmen von Energieberatungen zum Thema Gebäudeenergieversorgung auf das Potenzial von Wärmepumpen hingewiesen bzw. auf die damit verbundenen Förderprogramme. Im Bestandsgebäuden fehlt jedoch häufig die für den Einsatz von Wärmepumpen erforderlichen Flächenheizungen. Zudem ist die Nachrüstung mit einer Wärmepumpe nur in einem komplett sanierten Gebäude sinnvoll. Eine Nachrüstung ist hier deshalb meist mit großen Umbaumaßnahmen verbunden, die eine unbewohntes Gebäude voraussetzt. Zudem wird auf der Webseite klimaschutz-frankfurt.de auf die Fördermöglichkeiten des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hingewiesen. [32] EE-Anteil erhöhen Priorisierung des Biomasseeinsatzes Bioenergie ist zwar ein regenerativer Energieträger dennoch begrenzt verfügbar. Deshalb sollte mittel- bis langfristig eine Priorisierung hinsichtlich des Einsatzes vorgenommen werden. Neben der Nutzung im Industriebereich ist der Einsatz von Biomasse in der Fernwärme in schwer substituierbar. Biomasse sollte möglichst dort eingesetzt werden, wo die Netztemperaturen nicht weiter reduziert werden können. Status Das Energiereferat beteiligt sich am Projekt Bioball (Innovationsraum Bioökonomie im Ballungsraum). Ziel dieses Projektes ist, dass bisher kaum oder gar nicht verwertete Stoffströme so erschließen, dass biobasierte Stoffkreisläufe geschlossen und eine höhere Wertschöpfung in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet erreicht werden kann. Im Rahmen dieses Projektes soll auch geprüft werden, welcher Anteil an der verfügbaren Biomasse für industrielle Prozesse zur Verfügung steht und welcher Anteil für die Energieversorgung verwendet werden kann. Im Rahmen des von der EU geförderten Projektes "Hotmaps" wurde eine Simulation für die Umstellung der Wärmeversorgung in Frankfurt auf erneuerbare Energien untersucht. Bei der Simulation wurde bewusst auf den Einsatz von Biomasse zur Wärmeproduktion verzichtet, da diese Energie in erster Linie für Prozesswärme oder als Rohstoff für die Chemische Industrie genutzt werden soll. Die Simulationen zeigen jedoch eine Kapazitätslücke im Winter von 200 MW für Frankfurt. [33] EE-Anteil erhöhen Förderung zum Einsatz von thermischen Speichern Zur Erhöhung des regenerativen Wärmeanteils ist der Ausbau von thermischen Speichern notwendig. Mit dem Ausbau großer saisonaler Wärmespeicher kann der solare Deckungsgrad in Straßenzügen und Quartieren von solarthermischen Großanlagen auf über 50 Prozent angehoben werden. Es gilt durch weitere Demonstrationsprojekte Kosten thermischer Speicher zu reduzieren und besonders für Städte effiziente Lösungen größerer thermischer Speicher zu finden. Status Diese Maßnahme wird im Rahmen der Energiekonzepte überprüft. Es wurden für elf Baugebiete Energiekonzepte erstellt. Derzeit favorisiert das Energiereferat die Nutzung von Abwärme. In Zukunft kann aber auch die Nutzung von thermischen saisonalen Speichern an Gewicht gewinnen. Insbesondere auch in Verbindung mit der Fernwärme und der Müllverbrennung. [34] Energieeinsparung Mindestens Passivhausstandard bei Neubauten Fortführung des Passivhausstandards bei sämtlichen städtischen Neubauten und ab 2020 für alle anderen Neubauten. Die Stadt sollte sich weiterhin als Vorreiter bei den städtischen Neubauten positionieren. Status Aktuell sind knapp 400 Passivhausprojekte in Frankfurt umgesetzt. Etwa 114 durch die Stadt Frankfurt, 250 durch Wohnungsbaugesellschaften und 28 von privaten Investoren. In Summe sind das mehr als 1 Mio m2 Nettogeschossfläche. Der Anteil von Wohngebäuden liegt bei 650.000 m2. Im Rahmen von 11 Energiekonzepten für Neubau und Bestandsgebiete wurde untersucht wie der Anteil erneuerbare Energien im Neubau und Bestand optimiert werden kann. Ein Ergebnis der Untersuchungen war, dass ohne einen energietechnisch optimierten Baustandard die Deckung des Energiebedarfs mit den vor Ort vorhandenen erneuerbaren Ressourcen nicht möglich ist. Für die Baugebiete wurde daher mit dem sogenannten Frankfurt-Mix gerechnet. 30% der Gebäude im Passivhaus-standard und 70% im KfW 55 Standard. Ergebnis war, dass der Wärmebedarf zu 75-80% mit Energien, die vor Ort erzeugt werden kann und der Strombedarf zu ca. 20-30%. Im Winter ist dann die Ausbeute der PV-Anlagen zu gering und eine saisonale Speicherung von Strom macht auf Quartiersebene nicht viel Sinn. [35] Energieeinsparung Begehbare Sanierungsprojekte Durch kostenlose begehbare Modelle für Bewohner können den potentiellen Bauherren bestehende Bedenken genommen werden. Denkbar wäre die Errichtung von zwei Passivhäusern seitens der Stadt, in denen Familien wochenweise das Leben in einem Passivhaus testen können. Status Ein Frankfurter Klimazentrum, welches zum einen das Energiereferat und den Energiepunkt Frankfurt RheinMain e.V. (Beratungszentrum) beinhaltet und zum anderen als Veranstaltungsort bzw. Treffpunkt für Initiativen dienen kann, wird als ein interessantes Projekt für eine bessere Vernetzung von Akteuren angesehen. In diesem Rahmen kann auch ein Ausstellungskonzept für klimafreundliches Bauen und Sanieren erstellt und umgesetzt werden. Wobei die Herausforderung darin besteht, die energetischen Maßnahmen in einem Gebäude auch sichtbar zu machen (Dämmaufbau, Lüftungsanlage). Hierzu werden jedoch auch die notwendigen Investitionsmittel benötigt. [36] Energieeinsparung Qualitätssicherung im Handwerk Analog zu der Qualitätssicherung bei energetischen Sanierungen zertifiziert die Handwerkskammer Firmen, die Erfahrung und Qualität beim Bau von Passivhäusern nachweisen können. Diese werden Passivhaus-Interessierten durch den Energiepunkt des Energiereferats weiter empfohlen. Status Im Rahmen des Projektes "Sanierungswegweiser" können sich Dienstleister für Energieberatung und Immobilienverwaltung in die WEG-Beraterliste eintragen. Weitere WEG-Kontaktlisten für Handwerksbetriebe sind geplant. [37] Energieeinsparung Förderung der energetischen Sanierung von Wohn-und Nichtwohngebäuden Konsequente Umsetzung der energetischen Sanierung. Status Energetische Sanierungen werden über das städtische "Modernisierungsprogramm des Wohnungsbestandes" gefördert. Die Fördermittel dieses Programms werden vorrangig auf Gebiete mit städtebaulicher Förderkulisse konzentriert, sofern diese nicht im Geltungsbereich besonderer Stadtteilmodernisierungsprogramme liegen oder zu den Adressaten anderer Förderangebote der Stadt Frankfurt mit vergleichbaren Zielen gehören. Zudem wird auch über die KfW in verschiedenen Programm energieeffizientes Sanieren umfangreich gefördert. Es handelt sich um die Programme 151, 152, 430,431, 433, 167, 270 für Wohngebäude und Programme 276/277/278,217/218, 219/220, für Nichtwohngebäude. Alternativ zur Beantragung einer KfW-Förderung ist es seit 2020 auch möglich die kompletten Kosten (Material und Lohn) einer energetischen Sanierungsmaßnahme − wie beispielsweise eine neue Heizung oder Wärmedämmung − bei der Steuer geltend zu machen. Bisher konnten nur die Materialkosten steuerlich geltend gemacht werden. Außerdem bekommt man mit dem neuen Steuerbonus für energetische Sanierungen 20% der anfallenden Gesamtkosten zurück, die über einen Zeitraum von drei Jahren von der Steuerlast abgezogen werden kann. Die Neuregelung ist Teil des Klimaschutzprogramms 2030 und wird in § 35c des Einkommensteuergesetzes (EStG) geregelt ("Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden"). [38] Energieeinsparung Ökologischer Mietspiegel Durch die Einführung eines ökologischen Mietspiegels kann der Anstieg der Kaltmieten bei Neuvermietungen kontrolliert werden. Durch die ökologische Komponente "wärmetechnische Beschaffenheit des Gebäudes" in der Kaltmiete können Vermieter mit energetisch modernisierten Gebäuden eine höhere Vergleichsmiete, als Vermieter mit schlecht sanierten Gebäuden einfordern. Bedeutend ist die Kontrolle der wirklich eindeutigen Mehrkosten der energetischen Sanierung. Status Der ökologische Mietspiegel für die Bauteile Fenster und Heizung wurden umgesetzt, aber es konnte kein Mietspiegel umgesetzt werden, der alle energetische Belange berücksichtigt. Verschiedene Versuche sind in der Vergangenheit leider gescheitert. [39] Energieeinsparung Modernisierungsarbeiten im Sozialbau Eine nachhaltige Sanierung der Sozialbauten in Frankfurt führt langfristig zu finanziellen Einsparungen bei der Stadt. Durch die Senkung des Heizenergiebedarfs verringern sich die von der Stadt Frankfurt am Main bezahlten Sozialzuschüsse. Zudem verdeutlicht die Stadt ihre Vorreiterrolle. Status Die Stadt berücksichtigt dies, indem sie bei ihren Förderprogrammen darauf achtet, dass es Vorgaben für die zukünftige Miete gibt und dass in den Förderprogrammen des Stadtplanungsamtes für den ersten und zweiten Förderweg Zuschüsse für den Passivhausstandard enthalten sind. https://www.stadtplanungsamt-frankfurt.de/wohnungsbauf_rderung_4582.html [40] Energieeinsparung Modernisierungsvereinbarung im Mietvertrag Der Abschluss einer sogenannten Modernisierungsvereinbarung im Mietvertrag verschafft beiden Seiten eine Rechtsicherheit. Damit können Bedenken hinsichtlich des Ablaufs und der Folgen von Sanierungsmaßnahmen im Vorfeld geklärt werden. Status Hierfür müssten die rechtlichen Vorgaben geschaffen werden. Angesichts des hohen Drucks auf dem Wohnungsmarkt wird aktuell angezweifelt, dass die Vermieter sich auf solche Vereinbarungen einlassen würden. Bei der Sanierung ist darauf zu achten, dass eine klare Unterscheidung zwischen Modernisierungsmaßnahmen mit derzeit 8% umlagefähig und Erhaltungsmaßnahmen nicht umlagefähig) getroffen wird. Das Energiereferat hat eine Ämterabstimmung zur sozialverträglichen (energetischen) Modernisierung mit dem Amt für Wohnungswesen begonnen und wird diese weiter ausweiten. Eines der Aufgaben ist es, eine Handlungsanweisung herauszugeben, die Vermieter und Mieter informiert. [41] Energieeinsparung Grundsteuererleichterungen Eine weitere Möglichkeit Anreize für energetische Sanierungen durch Eigentümern in Miet- und Nichtmietgebäuden zu setzen, ist eine verminderte Belastung durch die Grundsteuer. Die Reduzierung der Grundsteuer im Falle einer energetischen Modernisierung könnte neben Fördermitteln einen weiteren Anreiz zur energetischen Sanierung bei Hauseigentümern setzen. Status Hierfür müssten die rechtlichen Rahmenbedingungen auf Bundesebene angepasst werden. [42] Energieeinsparung Integrierte Quartiersentwicklung (Quartiersmanagement) Durch ein funktionierendes Quartiersmanagement steigt die Lebensqualität im Quartier. Neben einem energetisch hohen Standard der Gebäude tragen vor allem auf den ersten Augenblick sichtbare Dinge (Sauberkeit, ÖPNV-Anbindung, Spielmöglichkeiten für Kinder, Verkehrssicherheit etc.) zu einer Gesamtaufwertung des Quartiers bei. Status Es ist in diesem noch Jahr geplant für ein ausgewähltes Quartier in Frankfurt einen Förderantrag bei der KfW für das Programm 432 "Energetische Stadtsanierung" zu stellen. Die energetische Stadtsanierung KfW 432 gibt Zuschüsse für Quartierskonzepte und Sanierungsmanager. Kriterien aus dem ISEK sollen dabei unterstützen eine Priorisierung der ersten Quartierssanierungsgebiete festzulegen. Die Federführung soll hier das Energiereferat übernehmen. Dazu sind vorab Gespräche mit dem Stadtplanungsamt notwendig. Langjährige Erfahrungen aus der Energieberatung im Energiepunkt FrankfurtRheinMain e. V., der ACE-WEG Beratung und Umsetzung des städtischen Modernisierungsprogramms können hierbei gut einfließen. Weitere Zuschüsse werden durch das Land Hessen mit 20% gewährt. [43] Energieeinsparung Abbau des Sanierungsstaus in von Generation 65+ bewohnten Gebäuden Durch das Umsteigen auf kleinere altersgerechte Wohnungen in unmittelbarer Umgebung mit guter ÖPNV Anbindung. Als Vermittler passender Wohnungen könnte die Caritas dienen. Status Hierbei ist die Problematik, dass in der Regel für ältere Personen ein Umzug nur mit einer deutlichen Mieterhöhung verbunden. Da häufig bei langer Bewohnung einer Wohnung die Miete deutlich unter der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt, wird die Motivation eines Umzuges erschwert. [44] Energieeinsparung Ausbau von Beratungsstellen für Bürger Durch den Ausbau von Beratungsstellen, wie dem Energiepunkt können Ängste und Bedenken bei Wohnungseigentümern, die schlichtweg mit der Sanierungsentscheidung überfordert sind, genommen werden. Status Der Energiepunkt FrankfurtRheinMain e.V. hat eine weitere 1/2 Stelle Energieberater erhalten, dafür wurde die Stelle der Assistenz eingespart. Für einen sinnvollen weiteren Ausbau des Energiepunkts fehlt derzeit die Finanzierung. Eine weitere Stelle wäre dringend erforderlich, um die steigenden Beratungsanfragen von Haushalten, Vermietern und WEG bewältigen zu können. [45] Energieeinsparung Gründung eines Sanierungsfonds Durch die Gründung eines Sanierungsfonds, dessen Vermögen in Form von Krediten in energetische Sanierungen fließen, entstehen neue Finanzierungsmöglichkeiten. Status Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus bei Krediten und den Förderprogrammen der KfW wird ein Sanierungsfonds für die Vergabe von Krediten als nicht notwendig erachtet. Stattdessen entwickelt das Energiereferat seit 2019 ein Konzept für einen Klimaschutzfonds der Stadt Frankfurt am Main. Über diesen Klimaschutzfonds sollen zukünftig auch Energieeinsparungsmaßnahmen im Bausektor teilfinanziert werden. [46] Energieeinsparung Demonstrations- und Vorzeigeprojekte Die Stadt Frankfurt am Main zeigt schon heute für Gründerzeitgebäude (Mehrfamilien- Einfamilien- und Reihenhäuser) mögliche Mustersanierungen auf. Auch ein Monitoring-Konzept zur transparenten Überwachung und als Illustration hilft Bürgern die wirklichen Einsparungen nach der Sanierung zu beurteilen. Status Das Energiereferat hat 2010 den Wettbewerb "SanierungswWEGweiser" durchgeführt. Das Ziel war es, Gebäude im Besitz einer Wohneigentümergemeinschaften als Modellprojekte für die energetische Sanierung zu finden. Der Wettbewerb soll 2020/2021 noch einmal umgesetzt werden. Alternativ zum Wettbewerb wäre ein fortlaufendes Förderprogramm entsprechend den ausgearbeiteten Maßnahmenvarianten für die Wohneigentümergemeinschaft zielführender, um der Wohneigentümergemeinschaft keine Zeitbegrenzung im Hinblick des notwendigen zu erreichenden Beschlusses für eine Maßnahme vorzugeben. In Frankfurt am Main wurden durch Wohnungsgesellschaften verschiedene Plus-Energie-Häuser umgesetzt - auch im Bereich der Sanierung, die einen Modellcharakter inklusive Monitoring-Konzept besitzen. [47] Energieeinsparung Schaffung von Anreizen zur energetischen Modernisierung Unentschlossenen Hauseigentümern sollten einen Anreiz gegeben werden, sich für eine energetische Modernisierung zu entscheiden. Die Stadt Frankfurt am Main hat somit die Möglichkeit über Zugeständnisse und Förderungen den Unentschlossenen zu überzeugen. Status Das Energiereferat hat mit dem Projekt "SanierungsWEGweiser" am geförderten EU-Projekt "ACE Retrofitting" (Accelerating Condominium Energy Retrofitting) teilgenommen. Ziel des Projektes war es, die energetische Sanierung von Gebäuden im Besitz von Wohneigentümergemeinschaften (WEG) zu erhöhen. Hierzu wurde unter anderen eine kostenlose Begleitung der WEG angeboten. Diese beinhaltet zum Einstieg eine energetische Potenzialanalyse des Gebäudes, mit Dokumentation von augenscheinlichen Mängel und energetischen Maßnahmenempfehlungen, sowie die Empfehlung für den individuellen Sanierungsfahrplan. Um weiterhin einen Anreiz zur Sanierung zu geben ist ein Förderprogramm speziell für diese Zielgruppe geplant. [48] Energieeinsparung Weiterbildung und Qualitätssicherung im Handwerk Auszubildende Handwerker übernehmen unter Anleitung von zertifizierten Handwerks- und Baufirmen die Sanierung der Demonstrations- und Vorzeigeliegenschaften. Im Rahmen der Sanierung finden Begehungen durch Eigentümer, die über eine Sanierung nachdenken statt. Status Dies ist aufgrund des Vergaberechts schwierig umzusetzen. da Baumaßnahmen ausgeschrieben werden müssen. Es wurde bei verschiedenen Projektansätzen geprüft, in welcher Form Begehungen von Baustellen möglich sind. Hier stellte sich oftmals das Thema Haftung als Problem heraus. Aktuell liegt der Fokus darauf, Projekte zu initiieren die Schüler näher an die Handwerksberufe heranführen sollen, um die Kapazitätsengpässe im Handwerk zu mindern. Hierbei wurde auch die Besichtigung von Baustellen getestet. Mit dem Energiepunkt FrankfurtRheinMain e.V., der Handwerkskammer, dem Verein "Umweltlernen in Frankfurt e.V." und der Philipp-Holzmann-Schule wurde verabredet, dass ein geeignetes Lehrobjekt (Pavillon etc.) in Frankfurt ähnlich einer Lehrbaustelle errichtet werden sollte, an dem verschiedene energetische Bauteilaufbauten erprobt werden können. Ein geeigneter Standort ist noch nicht gefunden, zudem muss die Finanzierung des Projektes noch geklärt werden. [49] Energieeinsparung Übersichtskarte zur Eigentümerstruktur Mit der Erstellung einer Übersichtskarte zur Eigentümerstruktur in Frankfurt können verschiedenen Eigentümer gezielt angesprochen werden. Aus der Kategorisierung der Eigentümer nach Wohnungsbaugesellschaft, Privateigentümer und Wohnungseigentümergemeinschaften (vermietet, selbstgenutzt) können "unkomplizierte" schnell durchführbare Sanierungsobjekte lokalisiert werden. Status Bei der Erstellung einer Übersichtskarte von Eigentümern ist insbesondere der Datenschutz zu beachten. Im Rahmen des Projektes "Geodaten-Informationssystems" wird geprüft welche Daten vorliegen und datenschutzkonform verwendet werden können. [50] Verbreitung der Ziele des Masterplans Veranstaltungen mit Bürgerbeteiligung Neben Informationen hinsichtlich des Fortschritts im Masterplan sollten auch Interessen seitens der Bürger in der Veranstaltung vorgetragen werden. Die Gestaltung des Masterplans als eine Art demokratischer Prozess steigert die Akzeptanz und Aktivität der Bürger langfristig. Status Im Rahmen der Fortschreibung des Frankfurter Energie- und Klimaschutzkonzeptes ist eine erneute umfangreiche Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger vorgesehen. Es ist für Frühjahr 2021 ein Demokratiekonvent zum Thema Klimaschutz in Frankfurt geplant. [51] Energieeinsparung Befragungsbögen bei Wahlzetteln Damit können wichtige Informationen für die Erstellung der räumlichen Eigentümerstrukturkarte gewonnen werden. Status Diese Maßnahme wurde aufgrund des Datenschutzes und des heute bereits hohen Aufwandes für die Kommune bei Wahlen nicht weiterverfolgt. Eine Befragung von Gebäudeeigentümern wurde in Zusammenarbeit mit dem Kassen- und Steueramt durchgeführt. [52] Energieeinsparung Straßenfeste als Treffen für Multiplikatoren nutzen Bei Straßenfesten kommen Bürger miteinander in Kontakt. Zuvor bestimmte Multiplikatoren aus den Stadtquartieren können solche Events nutzen, um das Thema Quartierskonzept zu diskutieren und in die Breite zu tragen. Status Das Energiereferat hat sich in den vergangenen Jahren häufiger an Straßenfesten oder am Museumsuferfest beteiligt. Die Erfahrungen haben jedoch gezeigt, dass der Kosten-Nutzen-Aufwand leider nicht im Verhältnis steht und der Fokus bei diesen Festen ein anderer ist. [53] Energieeinsparung Förderung zum Austausch ineffizienter Heizungsanalgen Als technische Maßnahme zur Reduktion des Energieverbrauchs wird der Austausch alter ineffizienter Heizungsanlagen gegen neue Effiziente vorgeschlagen. Ein Anreiz sollte geschaffen werden besonders ältere Anlagen (>20 Jahre) auszutauschen. Zur Bewilligung der zusätzlichen Förderung sollte ein Mindestanteil aus erneuerbaren Energien erreicht werden. Status Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) werden Heizungsanlagen in Kombination mit erneuerbaren Energien gefördert. Es gibt insbesondere für Ölheizungen eine Förderung. Aufgrund des vorhandenen Förderprogramms wurde die Aufstellung eines städtischen Förderprogramms nicht weiter verfolgt. [54] Energieeinsparung Ausbau von Beratungsstellen Ziel dieser Maßnahme ist der Aufbau von weiteren "Energiepunkten" in Frankfurt am Main. Status Die Gründung des Vereins "Energiepunkt - Energieberatungszentrum FrankfurtRheinMain e.V." wurde vom Energiereferat 2010 zusammen mit anderen Akteuren initiiert. Über den Energiepunkt werden kostenlose individuelle Energieberatungen für Bauherren, Mieter, Vermieter und auch kleine Unternehmen angeboten. Das Angebot wird sehr gut angenommen. Die kostenpflichtige Zusatzleistung des Energiepunktes umfasst die weiterführende Beratung und mögliche Prozessbegleitung bei komplexen Sanierungs-und Neubauprojekten sowie die Unterstützung in der Planungs-, Ausschreibungs- und Umsetzungsphase und Empfehlungen zu qualitätssichernden Maßnahmen. Des Weiteren sind Hilfestellung bei der Nutzung von erneuerbaren Energien Teil der Beratung. Der Energiepunkt war von 2016 bis 2020 Subpartner bei dem Projekt "SanierungsWEGweiser" (ACER). Diese durch die EU geförderte Beratungsform für die WEG beinhaltete auch eine Ortsbegehung (Startphase) sowie einen Masterplan. Beides soll in kleinerem Rahmen für die WEG aufrechterhalten werden. Für die Ausweitung des Beratungsangebots fehlen aktuell die Finanzmittel. [55] Energieeinsparung Entwicklung eines Simulationstool Ermittlung von differenzierten Sanierungsstandards mittels eines Simulationstools. Mit diesem könnten zentrale Fragestellungen über den notwendigen Sanierungs- bzw. Neubaustandard von verschiedenen Gebäudegruppen, zur Erreichung eines für den Klimaschutz notwendigen Niveaus, beantwortet werden. Status Ein solches Simulationstool befindet sich gerade in der Testphase. Nach Abschluss dieser Phase sollen verschiedene Szenarien für Frankfurt geprüft werden. Das Tool soll die Frage beantworten, welche Sanierungs- bzw. Neubaustandards unter Berücksichtigung der zukünftigen Energieversorgungsstruktur - insbesondere EE-Ausbau mit zeitlich fluktuierenden Verfügbarkeit und Speicherstruktur - bereits heute eingehalten werden müssen. [56] Energieeinsparung Einsatz von dezentralen Umwälzpumpen Der Einsatz von dezentralen Umwälzpumpen reduziert nicht nur Strom sondern auch den Wärmebedarf. Eine mögliche Förderung zur Verbreitung hocheffizienten und dezentralen Umwälzpumpen sollte geprüft werden. Status Das Energiereferat sieht es als zielführender an, die Verbreitung von effizienten zentralen Umwälzpumpen sowie die Durchführung des hydraulischen Abgleichs zu fördern. Im Rahmen von Energieberatungen wird auf die Bedeutung des hydraulischen Abgleichs hingewiesen, der für eine gleichmäßige Wärmeversorgung im Gebäude notwendig ist. Derzeit wird im Förderprogramm "Heizungsoptimierung" der Bafa ein entsprechendes Maßnahmenpacket mit 30% der Nettoinvestitionskosten (max. 25.000 Euro) gefördert. In dem Förderprogramm werden sowohl Umwälzpumpen, Zirkulationspumpen, die Durchführung des hydraulischen Abgleiches bei bestehenden Heizsystemen und niederschwellige Maßnahmen, die in Verbindung damit ersetzt werden müssen (wie voreinstellbare Thermostatventile, Einzelraumtemperaturregler, Strangventile, Messeinrichtungen, Einstellung der Heizkurve und Pufferspeicher) bezuschusst. Eine zusätzliche städtische Förderung ist hier nicht vorgesehen. [57] Energieeinsparung Einsatz von Niedertemperaturheizungen Der Einsatz von Niedertemperaturheizungen sollte möglichst mit einem erhöhten Einsatz von Wärmepumpen einhergehen. Eine zusätzliche Förderung für den Einsatz von Flächenheizungen wie Fußbodenheizungen und / oder Deckenheizungen solle geprüft werden. Auch zur Reduzierung der Fernwärmetemperaturen sind geringe Systemtemperaturen an den Heizungen nötig. Status Der Einsatz von Heizsystemen mit einer Vorlauftemperatur <45°C ist eine Systemvoraussetzung für die direkte Nutzung von Niedertemperatur-Abwärme und Beheizung mit Wärmepumpen. Am leichtesten wird das erreicht mit Flächenheizsystemen wie Fußboden-, Wand- oder Deckenheizungen. Energetische Sanierungen bei Bestandsgebäuden können dazu führen, dass die im Haus installierten Heizkörper ausreichend überdimensioniert sind, sodass diese auch mit den geringen Systemtemperaturen betrieben werden können. Indirekt gibt es dazu eine Förderung durch das Stadtplanungsamt - der Frankfurt-Aktivhaus Standard wird dann wie der Passivhausstandard gefördert, wenn das Wohnobjekt z.B. an den Rücklauf der Fernwärme oder an eine Wärmepumpenversorgung mit einer guten Jahresarbeitszahl angeschlossen wird. Für beides ist ein Flächenheizsystem erforderlich. Die Nutzung von erneuerbaren Energien, die vor Ort erzeugt werden erfordert ebenfalls den Einbau von Flächenheizsystemen - dies ist noch als Ergebnis aus den 11 Energiekonzepten für Neubau und Bestandsgebiete zur Nutzung erneuerbarer Energien zu nennen. Bei der Beratung von Investoren in Frankfurt konnte das Energiereferat feststellen, dass fast immer Flächenheizsysteme eingebaut werden. Der Grund dafür wurde jedoch nicht erfragt. [58] EE-Anteil erhöhen Ausbau und Verdichtung der Fernwärmeversorgung Als Maßnahme gilt es künftig das bestehende Netz weiter zu verdichten und neue Inselnetze zu entwickeln. Dadurch soll der Anteil der Fern-/Nahwärme von derzeit rund 24 Prozent am Wärmebedarf der Wohn- und Nichtwohngebäude (ohne Industrie) auf rund 50 Prozent erhöht werden. Status Im Rahmen von den 11 Energiekonzepten für Neubaugebiete wurde der Einsatz von Fernwärme bzw. der Aufbau einer Insellösung jeweils geprüft. Die Mainova AG hat mit der Verbindung der großen Fernwärmenetze sowie der Erweiterung der Fernwärme in Richtung Osten bereits einen großen Beitrag zur Umsetzung der Maßnahme geleistet. [59] EE-Anteil erhöhen Plattform für geplante Erneuerungen von Leitungen Als Maßnahme zur Senkung der hohen Kosten bei der Verlegung von Nah- bzw. Fernwärmerohre im Bestand erstellt die Stadt Frankfurt am Main zusammen mit den verantwortlichen Unternehmen eine Kartenübersicht zu Versorgungsleitungen in Frankfurt. In dieser werden neben der Versorgungsart (Telefon, Gas, Wasser etc.) auch das Alter und die qualitative Beschaffenheit der Leitung erfasst. Status Die Plattform nennt sich "Kommunalregie". KommunalRegie ist ein sparten-und bereichsübergreifendes elektronisches Arbeitsablauf-Managementsystem mit einem integrierten Dokumentenverwaltungssystem und der Option des Raumbezugs. Eingebunden sind u. a. das Straßenverkehrsamt, NRM, IKT, SEF. Ziele sind: Synergien nutzen, Reduzierung der Bearbeitungszeiten, Vermittlung zwischen den Gewerken und das wirtschaftliche Bauen. Es besteht aus folgenden Modulen: Genehmigungsverfahren, Veranstaltungskoordination, Jahresbauprogramm u. Baustellenkoordination. [60] EE-Anteil erhöhen Informationskampagnen Mit Hilfe von Informationskampagnen und Öffentlichkeitsarbeit durch den Energiepunkt können Bedenken und Zweifel bei zukünftigen Nahwärmenetzen reduziert werden. Durch das Ausräumen der Zweifel verschwindet der negative Beigeschmack eines Anschlusszwangs. Status Im Rahmen der übergeordneten Kommunikations-Kampagne des Energiereferats werden verschiedene Themenschwerpunkte wie "Ernährung", "Radfahren" oder "Solarenergie" platziert und medial beworben. Begleitet wird dies durch Informationen und Tipps über die Webseite www.klimaschutz-frankfurt.de. Aktuell gibt es keine Bestrebungen einen Anschlusszwang für die Fernwärme auszusprechen, deshalb wurde dies auch nicht über eine Informationskampagne begleitet. Im Rahnen von Quartierskonzepten und Machbarkeitsstudien soll der Aufbau von kleinen Wärmenetzen technisch geprüft werden und zugleich die Bereitschaft sich anzuschließen im Quartier abgefragt werden. [61] EE-Anteil erhöhen Gesetzänderung Durch die Wiederaufnahme des gestrichen §81 der Hessischen Bauordnung (HBO) von 2002 kann in Verbindung mit §19 Abs.2 der hessischen Gemeindeordnung (HGO) die Rechtsgrundlage für einen Anschluss- und Benutzungs-zwang von Fern- und Nahwärmeversorgungen wieder gefestigt werden. Status Diese Gesetzesänderung ist nicht mehr erforderlich. Sie wird über andere Gesetzgebungen abgedeckt. [62] Energieeinsparung Absenkung der Netztemperatur Für den Einsatz von regenerativen Quellen wie Solarthermie und Groß-Wärmpumpen im Nahwärmenetz sind geringe Systemtemperaturen von hoher Bedeutung. Daneben werden durch geringere Vor- und Rücklauftemperaturen auch die Verluste im Netz reduziert. Status Durch die Umstellung des Fernwärmetarifs von einem linearen Preis mit niedrigen Leistungspreisen auf einen Tarif mit progressivem Leistungspreis wurden die Anschlussnehmer gezwungen ihre Verteilanlagen zu optimieren, um die Anschlussleistung zu senken. Außerdem gibt es schon immer Vertragsstrafen, wenn die Kunden die technischen Anschlussbedingungen (TAB) für Fernwärme nicht erfüllen. Zu den TAB gehört eine "Auskühlung" des Vorlaufs um mindesten 50 K. Konsequent umgesetzt führt das zu einer Reduzierung der Rücklauftemperatur im Fernwärmenetz. [63] Energieeinsparung Untersuchung einer Kaskadierung im Fernwärmenetz Ziel ist eine an den Bedarf angepasste Nutzung von Energiequellen und dadurch eine Reduzierung der Wärmeverluste. Status Es wurde nicht untersucht, inwieweit Gebiete ausschließlich an den Rücklauf der Fernwärme angeschlossen werden können. Allerdings wurde in einigen Neubaugebieten die Systemtemperaturen vermindert. Das geschieht durch den Anschluss des Gebiets mit einer Gebiets-Übergabestation, die geringere Systemtemperaturen als das restliche Fernwärmesystem zur Verfügung stellt. Der Effekt - die Verringerung der Rücklauftemperatur im Gesamtsystem - ist der Gleiche. [64] Energieeinsparung Einsatz von kalten Inselnetzen Als mögliche Maßnahme gilt es Stadtteile auf das Potential von Inselnetzen mit kalter Fernwärme zu untersuchen. Status "Kalte" Inselnetze bieten eine Alternative für Abwärme- oder auch zentrale Geothermienutzung. Im Rahmen der 11 Energiekonzepte wurde eine entsprechende Variante untersucht in Kombination mit Agro-Geothermie. Das Ergebnis war, dass eine Verbesserung des Baustandards auf 100 % Passivhaus (statt 30% Passiv - 70% KfW 55) dazu geführt hat, dass die Versorgungsaufgabe insgesamt kostengünstiger mit Erdwärmesonden zu realisieren war. [65] EE-Anteil erhöhen Festlegung eines Mindestanteils aus erneuerbaren Energien und Abfall Als Maßnahme wird vorgeschlagen einen Mindestanteil aus erneuerbaren Energien im Fernwärmenetz festzulegen. Die Entscheidung welcher regenerativer Energieträger bzw. Abfall genutzt wird, bleibt dem Energieversorger überlassen. In 5 Jahresschritten sollte das EE-Ziel neu festgelegt werden. Status Der Anteil aus erneuerbaren Energien und Abfall im Fernwärmenetz wurde seit 2015 von 17,3 % auf 21,6 % (Stand: 2019) gesteigert. Durch den zusätzlichen Einsatz von Biomasse soll dieser Anteil mittelfristig weiter erhöht werden. [66] EE-Anteil erhöhen Entwicklung einer möglichen Standortkarte für regenerative Heizkraftanlagen Die Stadt Frankfurt weißt potentielle Flächen für die Errichtung von Energiezentralen unter Berücksichtigung der in den Hemmnissen genannten Standortfaktoren aus. Status Im Rahmen der Energiekonzepte wird ein Standort für eine Heizzentrale (sofern erforderlich) vorgeschlagen, der dann in den B-Plan integriert werden soll. [67] Energieeinsparung Potentialstudie Nutzung von Industrieller Abwärme Als Maßnahme gilt es in einem ersten Schritt eine Potentialstudie der nutzbaren Abwärme in Abhängigkeit des Temperaturniveaus zu erstellen. Status Hierzu das Abwärmekataster für Frankfurt am Main: Im März 2018 wurde das Abwärmekataster für Frankfurt am Main der Öffentlichkeit vorgestellt. Wärme, die sonst verpufft, kann ein zweites Mal genutzt werden. Das Abwärmekataster liefert eine Übersicht, wo Abwärme anfällt - z.B. in Industrieanlagen, Gewerbeobjekten, Rechenzentren und Abwasseranlagen. Es erleichtert die Planung einer umweltschonenden Wärmeversorgung von (Neu-) Baugebieten und zeigt Möglichkeiten bei der Sanierung der Heizung von Bestandsgebäuden auf. [68] Energieeinsparung Finanzielle Anreize zur Nutzung von Abwärmepotentiale Durch das Aufsetzten und die Erweiterung eines umfangreichen Förderpro-gramm und finanziellen Anschubförderungen der Stadt wird die Nutzung von Abwärme begünstigt. Status Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) fördert im Rahmen des Programms "Wärmenetzsysteme 4.0" die Erstellung von Machbarkeitsstudien sowie die Realisierung von Wärmenetzen. Dieses Förderprogramm kann auch für die Nutzung von Abwärme genutzt werden. [69] Energieeinsparung Abwärmequellen- und Senken-Karte für einzelne Quartiere Die Erstellung einer Abwärmequellen- und -senkenkarten seitens der Stadt gibt KMU und Gebäudeeigentümer eine Übersicht zu möglichen Abwärmepotenzialen im Quartier. Status Das Abwärmekataster umfasst das Abwärme-Potenzial für die gesamte Stadt. Durch Energiekonzepte wurde die Abwärmenutzung noch einmal auf Quartiersebene genauer betrachtet. Durch Überlagerung der Abwärmekarte mit dem Wohnbauland Entwicklungsplan konnten schon erste Projekte identifiziert werden. Ein Projekt - Abwärmenutzung aus einem Rechenzentrum zur Versorgung eines Neubaugebiets - steht kurz vor dem Vertragsabschluss. [70] Energieeinsparung Ausarbeitung von Musterverträgen für die Nutzung von Abwärme Um Risiken für Abwärmenutzer und Abwärmeanbieter im Falle einer möglichen Insolvenz einer Seite zu minimieren, ist eine praktikable vertragliche Lösung inklusive eine Lösung über Versicherungen nötig. Status Diese Maßnahmen wurde in der beschriebenen Form bislang nicht weiterverfolgt, da für die Verträge die Energieversorger zuständig sind. Für die Erhöhung der Sicherheit könnte jedoch die Übernahme von Bürgschaften durch beispielsweise der KfW sinnvoll sein. Diese Idee wurde im Rahmen von Stellungnahmen bzw. Gesprächen an Entscheidungsebenen weitergegeben. [71] Energieeinsparung Schaffung von Anreizen zur Nutzung von Energie aus Abwasser Finanzielle Anreize oder Pflichten im Neubau sollen Anreize zur Nutzung von Energie aus Abwasser führen. Status Bislang gibt es drei Projekte in Frankfurt, die Abwärme aus dem Abwasser nutzen. Das Abwärmekataster bietet für Planer einen guten Überblick dieses kalten Fernwärmenetzes mit einer Indikation der auskoppelbaren Leistung. Das hat schon zu vermehrten Anfragen bei der Stadtentwässerung geführt. Bei einem Ausbau der Abwärmenutzung basierend auf der Wärme von Abwasser ist es wichtig, dass die Nutzung nicht durch die Erhebung von Gebühren unwirtschaftlich wird. Hierzu gibt es eine enge Abstimmung mit der Stadtentwässerung. [72] EE-Anteil erhöhen Einsatz von Power-to-Gas Mit einem verstärkten Ausbau und den damit verbundenen steigenden Anteil erneuerbaren Stroms aus dem Regionalverband Frankfurt Rhein-Main wird bis 2050 Power to Gas wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Energieversorgung sein. Status Der Fokus liegt erst einmal auf den Ausbau der erneuerbaren Energien. Power-to-Gas ist eine wichtige Technologie, die jedoch erst in bei deutlich gestiegenem Anteil der erneuerbaren Energien in der Region notwendig wird. [73] Energieeinsparung Erstellung eines Maßnahmenkatalogs für den lokalen Industriesektor Da die angesiedelte Industrie in Frankfurt am Main sehr speziell ist sollte neben den aufgeführten Maßnahmen im GK in gezielten Workshops mit den lokalen Vertretern ein Maßnahmenkatalog Industrie erstellt werden. Status Im Rahmen des Energienetzwerks LEEN werden mit den teilnehmenden Betrieben aus dem Industriesektor Einsparziele festgelegt. Die Betriebe erarbeiten im Rahmen ihrer Netzwerkteilnahme anschließend Maßnahmen, wie diese Ziel auch erreicht werden können. Im Rahmen von Ökoprofit sind die teilnehmenden Unternehmen aufgefordert ein Umweltprogramm aufzustellen und die Umsetzung der damit verbundenen Maßnahmen zu prüfen. Das Aufstellen des Umweltprogramms ist eines der harten Prüfkriterien für die Auszeichnung als "Ökoprofit-Betrieb FrankfurtRheinMain". Ein weiterer Ausbau der Aktivitäten im Bereich Industrie ist aufgrund begrenzter Personalkapazitäten im Energiereferat nicht möglich. [74] Energieeinsparung Einrichtung von Tempo 30-Limit auf Hauptverkehrsstraßen in Frankfurt Eine weitere Möglichkeit den Verkehr zu beruhigen ist die Einführung eines Tempo 30-Limits auch auf Hauptverkehrsstraßen von Frankfurt. Status Die Beschränkung auf Tempo 30 km/h auf Hauptverkehrsstraßen, in denen der ÖPNV verkehrt, sollten stets einer Einzelfallprüfung unterzogen werden. Besonders problematisch sind hier auch die rechts - vor - links Regelungen, die den Verkehrsfluss negativ beeinflussen. Geschwindigkeitsreduzierungen führen zu längeren Fahrzeiten, was die Attraktivität und Wirtschaftlichkeit des ÖPNV schwächt und· damit der stadtverträglichen Verkehrsabwicklung entgegensteht. Die Mehrkosten pro Minute und Richtung betragen ca. 30.000 Euro pro Jahr für eine durchschnittliche Buslinie. Hinzu kommen Kosten für den Einsatz zusätzlicher Fahrzeuge und Mindererlöse durch das unattraktive, langsamere Angebot. Es werden erhebliche Anstrengungen der Stadt Frankfurt am Main unternommen, um den ÖPNV z. B. durch Vorrangschaltungen an Lichtsignalanlagen und Bussonderfahrstreifen zu "beschleunigen". [75] Energieeinsparung Aufbau / Ausbau von Fahrradschnellwegen Die sukzessive Erhöhung des Anteils an Fahrrädern bzw. Pedelecs in Frankfurt geht mit den Auf- und Ausbau von Schnellfahrradwegen einher. Diese ermö glichen Radfahrern schnellere Verbindungsstrecken und steigern somit die Attraktivität der Elektrofahrräder im Straßenverkehr. Status Die Federführung für Radschnellverbindungen (RSV) liegt beim Regionalverband FrankfurtRheinMain. Im Rahmen einer regionalen Radwegeoffensive werden derzeit neun RSV-Projekte begleitet. Zu den für Frankfurt am Main relevanten Projekten besteht folgender Sachstand: - FRM 1 Darmstadt - Frankfurt: Erste Abschnitte sind in Betrieb, für den Abschnitt Frankfurt läuft derzeit die Ausschreibung der Planungsleistungen. Eine Vergabe wird im November 2020 erwartet. - FRM 3 Wiesbaden - Frankfurt Mit den beteiligten Kommunen wir ein Letter-of-Intent vorbereitet. - FRM 5 Vordertaunus - Frankfurt Eine Machbarkeitsstudie befindet sich in Bearbeitung. - FRM 6 Wetterau - Frankfurt Der Kooperationsvertrag für die Machbarkeitsstudie wurde unterzeichnet. - FRM 7 Hanau - Maintal - Frankfurt Die Machbarkeitsstudie liegt vor. - FRM 8 Hanau - Offenbach - Frankfurt Der Kooperationsvertrag für die Machbarkeitsstudie wurde unterzeichnet. [76] Energieeinsparung Ausrichtung der Ampelschaltungen an den Fahrradverkehr Am Radverkehr ausgerichtete Ampelschaltung zu einer effizienten Steuerung des Radverkehrs und erhöht die Attraktivität zum Fahrradfahren. Status Bei der Signalplanung sollte eine Bevorzugung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes (Fuß und Radverkehr sowie ÖPNV) erfolgen. Im Fall von auftretenden Zielkonflikten sollte dem ÖPNV aufgrund der höchsten Gesamtleistungsfähigkeit für die Verkehrsteilnehmer dabei die höchste Priorität eingeräumt werden. [77] Energieeinsparung Einsatz sicherer Fahrrad- und Pedelecstellplätze Neben einem verbesserten Verkehrsfluss ist die Unterbringung und Verfüg-barkeit von Leih- und Privatfahrrädern von zentraler Bedeutung. Status Siehe hierzu Maßnahme 81 [78] Energieeinsparung Freigabe zur gemeinsamen Nutzung der Busspuren für Fahrräder (Bussonderfahr-streifen) Mitbenutzung der Bussonderfahrstreifen eine Möglichkeit den ÖPNV als auch den Fahrradverkehr zu stärken und Kosten für eigene Fahrradwege zu reduzieren. Status Eine grundsätzliche Freigabe von Bussonderfahrstreifen für den Radverkehr wird nicht befürwortet. Busspuren haben den größten Nutzen für den ÖPNV, wenn diese nur dem Busverkehr vorbehalten sind. Im Fall knapper Flächen und in stauanfälligen Abschnitten kann die Einrichtungen von gemeinsamen Bus-/Radspuren (sogenannten Umweltspuren) jedoch sinnvoll sein, so dass auch hier. Einzelfallprüfungen erfolgen sollten. [79] Energieeinsparung Ausbau eines eng flächendeckenden Fahrradverleihsystems Ausbau der bestehenden Fahrradverleihsysteme hinzu einem eng vermaschten, flächendeckenden Fahrradverleihsystem. Status Die Anbieter öffentlicher Fahrradverleihsysteme agieren weitgehend unabhängig von der Stadt Frankfurt auf der Basis eigener, betriebswirtschaftlicher Ziele. [80] Energieeinsparung Städte und Kommunen übergreifende Fahrradverleihsysteme In der Region Frankfurt, wo Distanzen kleiner 15 km zwischen stadtnahen Gegenenden und der Stadt vorhanden sind sollte über das Angebot von Pedelecs und E-Bikes in Städte übergreifenden Verleihsystemen nachgedacht werden. Status Siehe hierzu Maßnahme 79 [81] Energieeinsparung Entwicklung eines Strategiekonzeptes ÖPNV & Fahrrad Rund 82 Prozent des Quell-Ziel-Verkehrs kommen täglich mit dem Auto, somit gilt es den Pendlerverkehr zu reduzieren. Ein Strategiekonzept sollte folgende Maßnahmen berücksichtigen: 1. Förderung von Fahrradstationen an ÖPNV Haltestellen; 2. Verbesserte Kopplung der öffentlichen Fahrradverleihsysteme (ÖFVS); 3. Gemeinsame Nutzung der Busspuren für Fahrräder und Busse (Bussonderfahrstreifen); Status Zur besseren Vernetzung zwischen ÖPNV und Fahrrad bietet die Stadt Frankfurt am Main seit Sommer 2018 - zunächst in einem Pilotprojekt "Radverleih mit BYKE" im Rahmen einer Sommerbaustelle - eine zusätzliche Alternative mit dem Rad als Schienenersatzverkehr an. Diese Möglichkeit wurde gut angenommen und soll auch künftig, wenn möglich und sinnvoll, angeboten werden. Im Entwurf des Nahverkehrsplan 2025+ (NVP) sind folgende Aktivitäten für Bike-and-Ride geplant: Das Bike-and-Ride-Angebot soll so weiterentwickelt werden, dass an relevanten Standorten leicht erreichbare Abstellanlagen in ausreichender Zahl und zeitgemäßer Qualität zur Verfügung stehen. Für die Standorte, die Dimensionierung und die Ausstattung von Bike-and-RideAnlagen sollen die im "Bike-and - Ride-Konzept" der Stadt Frankfurt am Main (2004) und in dessen Überprüfung aus den Jahren 2012/2013 formulierten Standards gelten. Ferner gelten die planerischen Regeln der "Hinweise zum Fahrradparken (2012)" der Forschungsgesellschaft Straßen- und Verkehrswesen (FGSV). Beim barrierefreien Ausbau und beim Neubau von Haltestellen und Stationen sollen Bike-and-Ride-Angebote berücksichtigt werden. In Abständen von höchstens fünf Jahren soll anhand von Zählungen der abgestellten Fahrräder eine Überprüfung des Bedarfs vorgenommen werden. Nach Inbetriebnahme soll für Schadensfreiheit und Reinigung der Bike-and-Ride-Anlagen und für die Entfernung offensichtlich nicht fahrtauglicher bzw. herrenloser Fahrräder gesorgt werden. Eine grundsätzliche Freigabe von Bussonderfahrstreifen für den Radverkehr wird nicht befürwortet. Busspuren haben den größten Nutzen für den ÖPNV, wenn diese nur dem Busverkehr vorbehalten sind. Im Fall knapper Flächen und in stauanfälligen Abschnitten kann die Einrichtungen von gemeinsamen Bus-/Radspuren (sogenannten Umweltspuren) jedoch sinnvoll sein, so dass auch hier. Einzelfallprüfungen erfolgen sollten. [82] Energieeinsparung Verbesserte Kopplung der öffentlichen Fahrradverleihsysteme (ÖFVS) und des ÖPNV der 4. Generation Die Kooperation zwischen ÖPNV und ÖFVS-Anbietern sollte gestärkt werden. Status Eine Kopplung erfolgt inzwischen über eine Darstellung der ÖFVS z. B. in interaktiven Karten auf der Homepage und in der App des RMV. [83] Energieeinsparung Ladestationen in innerstädtischen Bereichen für Anwohner errichten Eine Maßnahme zur Verbreitung der E-Fahrzeuge ist die Förderung von Abstellplätzen zur Aufladung der Elektrofahrzeuge. Quartiersgaragen und Parkhäuser bieten hierfür eine sichere und in der Regel kostengünstige Möglichkeit E-Fahrzeuge aufzuladen. Status Eine städtische "Arbeitsgruppe Ladeinfrastruktur" arbeitet momentan an einem einheitlichen Antrags- und Genehmigungsverfahren für die Errichtung von Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum. Die Arbeitsgruppe wird in einer Übergangsphase den Prozess leiten, bis eine notwendige zentrale städtische Koordinierungsstelle für Ladeinfrastruktur geschaffen ist. Aktuell werden bereits Gestattungsanträge geprüft, um zügig in die Umsetzung gehen zu können. Erste Gestattungsverträge für Investoren werden voraussichtlich in wenigen Wochen ausgestellt werden. [84] Energieeinsparung Vergünstigungen für E-Pkws im öffentlichen Verkehr Eine weitere Möglichkeit der Förderung ist das Angebot von vergünstigten Parkplätzen für Carsharing und Elektrofahrzeuge. Denkbar sind Parkplatzausweisungen ähnlich wie bei den Frauen- und Behindertenparkplätzen sowie die Nutzung der Busspur für Elektrofahrzeuge im Berufsverkehr. Status Die Parkgebührensatzung sieht Privilegien für E-Fahrzeuge vor. Die Berechtigung zur Nutzung der Busspuren von Fahrzeugen mit e-Kennzeichen wird nicht befürwortet. Der Zweck von Busspuren ist die Beschleunigung und damit die Attraktivitätssteigerung des ÖPNV. Durch die beabsichtigte zunehmende Anzahl von Elektrofahrzeugen, die nach wie vor zum motorisierten Individualverkehr (MIV) zu zählen sind, käme es zu einer stärkeren Auslastung der Busspuren. Beeinträchtigungen des Betriebsablaufes und der Pünktlichkeit des ÖPNV wären zwangsläufig die Folge. Darüber hinaus verfügen einige der an Busspuren installierten Lichtsignalanlagen über eine eigene Signalisierung für ÖPNV - Fahrzeuge, die den Autofahrern zum einen nicht bekannt und zum anderen von diesen Fahrzeugen nicht ansteuerbar sind. Ebenfalls sei darauf hingewiesen; dass die Berechtigung der Nutzung der Busspuren immer mit einem hohen Kontrollaufwand verbunden wäre. [85] Energieeinsparung Anpassung der Pendlerpauschale auf Bundesebene Diese ist so zu konzipieren, dass in erster Linie öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden und zweitens Nutzern von Elektro-Pkw und Elektrorollern ein monetärer Vorteil gegenüber konventionellen Fahrzeugen entsteht. Status Die Stadt Frankfurt am Main hat keinen Einfluss auf die Anpassung der Pendlerpauschale auf Bundesebene. [86] Energieeinsparung Marketingkonzept "FrankfurtEmobil" erstellen Neue Projekte sollten mit den bisherigen und künftigen Partnern in einem Konzept "FrankfurtEmobil" gemeinsam dargestellt werden. Angestrebt werden sollte ein jährlich erscheinendes Marketingkonzept mit den schon laufenden und künftigen Aktivitäten zur Elektromobilität als auch zur nachhaltigen Mobilität. Status Um eine möglichst breite Wahrnehmung für das Thema Elektromobilität zu erzeugen, wird die Stadt Frankfurt am Main ein Relaunch der städtischen Elektromobilitäts-homepage "frankfurtemobil" vornehmen. Dort werden bereits vorhandene oder geplante Aktivitäten als auch Projekte aufgelistet. Im Newsbereich werden zukünftig tagesgenau wichtige Meldungen im Bereich der E-Mobilität veröffentlicht. Um die Wiedererkennung/Sichtbarkeit beim Thema Elektromobilität im Stadtraum zu erhöhen, werden alle Ladesäulen im öffentlichen Raum mit dem frankfurtemobil-Logo versehen und sind von den Betreibern in den entsprechenden Apps zu hinterlegen. [87] Energieeinsparung Städtische Vorgaben für Investoren im Bereich Einfamilienhaus / Mehrfamilienhaus Die Stadt Frankfurt am Main sollte von ihren künftigen Investoren der Immobilienwirtschaft verstärkt die Berücksichtigung von Pedelec-Ladepunkten und Parkplätzen mit Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge einfordern, um die Nutzung von E-Fahrzeugen durch Privatpersonen zu fördern. Status Durch die neuesten Beschlüsse auf Bundesebene und die damit einhergehende Änderung des Wohnungseigentumsgesetztes wird es zukünftig eine rechtliche Verpflichtung zur Bereitstellung von Ladesäulen und Parkplätzen geben. Dies wird den Bau von Ladeinfrastruktur in privaten Garagen erheblich vereinfachen. Des Weiteren wird auf das Elektromobilitätskonzept mit den Projekten A 2 "Sichere Abstellmöglichkeiten für E-Fahrräder" als auch B 4 "Entwicklung eines Strategiekonzeptes für Stadtteile und Quartiere verwiesen". Der Magistrat setzt sich aktuell massiv dafür ein, dass der Ausbau der neowendigen Ladeinfrastrukur sowohl im öffentlichen als auch im privaten Ausbau durch private Investoren vorangetrieben wird. Hierzu ist geplant, stadtseitig Vorgaben für Neubauvorhaben als Sanierungsmaßnahmen vorzunehmen. [88] Energieeinsparung Ordnungsrechtliche Änderungen zu Gunsten des Carsharing Der Ausbau des Carsharing Anteils in Frankfurt steht und fällt mit ordnungs-rechtlichen Eingriffen sowie Sonderrechten für Carsharing-Fahrzeuge. Dem-nach kann durch die Berücksichtigung von Abstellplätzen speziell für Carsharing-Fahrzeuge im Bebauungsplan die Verkehrsstruktur an das Carsharing angepasst werden. Status Die Stadt Frankfurt am Main plant Carsharing-Stationen im öffentlichen Straßenraum einzurichten. Pilotgebiet sind die Stadtteile des Ortsbezirks 6. [89] Energieeinsparung Vorrang Parkplätze in Wohnvierteln für Carsharing E-Fahrzeuge Durch Carsharing-Abstellplätze für E-Fahrzeuge soll das E-Fahrzeug seine Alltagstauglichkeit bei unterschiedlichen Nutzergruppen (Fahrten zur Arbeit, Familienfahrten, Besorgungen) zeigen. Status Der Magistrat setzt bereits seit längerem auf die Intensivierung des Carsharings im Stadtgebiet, um die Parkplatznotwendigkeiten in den Stadtteilen zu verringern. Dabei werden auch Gespräche mit E-Carsharinganbietern geführt. Hierzu bedarf es allerdings zusätzlicher Ladeinfrastrukutr in den Stadtteilen, um die E-Fahrzeuge/-Fahrräder effizient aufladen zu können. Im Freefloating-Carsharing wurde daher für das Parken von gekennzeichneten Carsharing-Fahrzeugen die Zahlung der Parkgebühren in Form einer Jahrespauschale je Fahrzeug eingeführt. Um die Nutzung von E-Carsharingfahrzeugen zu fördern, ist als Voraussetzung für die Zahlung der Parkgebühren in Form einer Jahrespauschale für Carsharing-Fahrzeuge der Nachweis über einen Flottenanteil von E-Fahrzeugen des Anbieters, ab dem Jahr 2019 von 50%, ab dem Jahr 2020 von 75% und ab dem Jahr 2024 von 100%."eingeführt worden. [90] Energieeinsparung Umstellung der Busflotte auf elektrische Antriebe + Schnellbuslinien Im Zuge der Elektromobilitätsstrategie der Bundesregierung ist wie bei Pkws eine Umstellung der Busflotte auf elektrische Antriebe geplant. Im Vergleich zu den Elektro-Pkw können Elektrobusse über Wechselakkusysteme oder direkt über Induktionsspulen an den Haltestellen aufgeladen werden. Status Die Stadt Frankfurt am Main beschäftigt sich unter Federführung von traffiQ, der Lokalen Nahverkehrsgesellschaft, intensiv mit den Einsatzmöglichkeiten so genannter "Zero-EmissionFahrzeuge". In einer Studie, die am 12.06.2018 dem Verkehrsausschuss der Stadt Frankfurt am Main vorgestellt wurde, wurde ·eine Strategie zur Umstellung des gesamten Frankfurter Busverkehrs - bis zum Jahr 2030 - auf "Zero-Emission-Fahrzeuge" vorgelegt. Prinzipiell soll die Umstellung bei der Neuvergabe von Linienbündeln erfolgen. Die Umstellung einzelner Linien wird in den kommenden Jahren ökologisch und ökonomisch geprüft. So werden zum Dezember 2020 die Linien 33, 37 und M60 auf batterieelektrische Busse umgestellt. Dies entspricht 24 Fahrzeugen (15x Solobus, 9x Gelenkbus). Im Dezember 2021 folgt die Linie 52 mit weiteren 12 batterieelektrischen Solobussen. Ebenfalls zum Dezember 2020 werden zwei neue Premiumprodukte im Busbereich eingeführt, der Metrobus und der Expressbus. Die ersten Expressbuslinien X58, X61 und X77 bieten eine schnelle Anbindung an den Flughafen und verkehren über den Tag im 30-Minuten Takt. Diese Linien verkehren auf direktem Weg, ohne Erschließungs- und Schleifenfahrten und nutzen vorrangig das Schnellstraßennetz. Zur Beschleunigung trägt ferner bei, dass nur nachfragestarke Haltestellen und Verknüpfungspunkte mit dem Schienenverkehr bedient werden. Wir erwarten, dass durch die Einführung von Expressbuslinien die Attraktivität des ÖPNV gegenüber dem MIV weiter erhöht werden kann. Als zweites, hochwertiges Busprodukt werden Metrobusse eingeführt. Hierzu werden insbesondere bereits bestehende, besonders nachfragestarke und stadteilverbindende Buslinien aufgewertet. Die Metrobusse werden Montag bis Samstag tagsüber mindestens einen 10-Minuten-Takt aufweisen und an allen Tagen der Woche rund um die Uhr verkehren (nachts im 30-Minuten-Takt). In den kommenden Jahren sollen die Netze der Metro- und Expressbusse schrittweise auf weitere Relationen mit hohem Potenzial erweitert werden. [91] Energieeinsparung City Logistik-Konzept auf E-Fahrzeuge erstellen und in die Umsetzung führen Neben dem von UPS gestarteten Projekt zur City Logistik weitere Paket-Dienstleister für den Einsatz von Elektrozustellfahrzeugen gewonnen werden. Aus der Sammlung der Erfahrungswerte im Rahmen des Projektes soll ein City Logistik-Konzept auf der Basis von Elektrofahrzeugen und Pedelecs/Lastenfahrrädern erstellt werden, um mittelfristig Zustellfahrzeuge mit Verbrennungsmotor durch Elektrozustellfahrzeuge im Stadtgebiet zu ersetzen und somit eine weitere Reduzierung von Abgasen zu erreichen. Status Im Stadtgebiet von Frankfurt am Main setzen KEP- und Lieferunternehmen (KEP = Kurier-Express-Paket-Dienst) verstärkt Elektrozustellfahrzeuge ein. Im Rahmen des Bundesprojektes "ZUKUNFT.DE wurden im Jahr 2020 weitere Elektrolieferfahrzeuge in Dienst gestellt. Die größte Herausforderung bei dem verstärkten Einsatz der Lieferfahrzeuge sind das fehlende Angebot (es gibt bisher keine Massenproduktion von elektrischen Lieferfahrzeugen) zu entsprechend wettbewerbsfähigen Preisen. Im Rahmen eins Pilotprojekts wurden 2 Mikrodepots verschiedener Anbieter im Frankfurter Stadtgebiet errichtet. Durch ein Mikrodepot werden im Schnitt drei Lieferfahrzeuge pro Tag eingespart, da die Paketverteilung per Lastenfahrrad erfolgt. Das bedeutet nicht nur weniger Fahrzeuge, die in der Innenstadt fahren, sondern auch weniger Fahrzeuge, die in zweiter oder dritter Reihe stehen und es werden pro Fahrzeug im Jahr rund 25 Tonnen CO2 eingespart werden [92] Energieeinsparung Modellprojekt Logistik-Sharing Als innovatives Modellprojekt für Frankfurt und seinen vielen Logistikunternehmen sollte erprobt werden, in wie weit bestehende Logistikfirmen in der Region zu einer Kooperation und zum "teilen" der Transportkapazitäten der Lkws und LNFs bereit wären und wie eine gemeinsame Plattform entstehen könnte. Dabei gilt das Carsharing-Modell für Pkw als Vorbild. Status Siehe Maßnahme 91 [93] Energieeinsparung Wettbewerb zu städtischen Fahrradwegen mit den örtlichen Stadt-, Landschafts- und Architekturuniversitäten. Als Maßnahme gilt es, einen Wettbewerb zu gestalten. Stadtplanungsstudiengänge an den lokalen Universitäten und Fachhochschulen sollen aufgefordert werden, kreative und innovative innerstädtische Fahrradwege zu gestalten. Status Eine Verbesserung der Radinfrastruktur insbesondere bei Hauptverkehrsstraßen wird durch den Beschluss zur "Fahrradstadt Frankfurt am Main" bereits umgesetzt. [94] Energieeinsparung Veranstaltungsreihe: Tag der Nahmobilität Als Maßnahme gilt es, einen Tag im Jahr der Nahmobilität festzuhalten. Möglichst viele Menschen, ob Alt und Jung, sollen dazu bewegt werden, zu Fuß zu gehen oder das Fahrrad zu nutzen. Status Die Stadt Frankfurt am Main unterstützt verschiedene Formate zur Förderung der Nahmobilität. Hierzu gehört das Projekt "Stadtradeln" oder das Fahrradfestival "VeloFrankfurt". [95] Energieeinsparung Mobilitätsrechner online Zur Kalkulation der eigenen Mobilität kann ein Kostenrechner die unterschiedlichen Mobilitätsformen vergleichen, z.B. MIV vs. ÖPNV + Fahrrad Kombi, und informieren. Mit wenigen Eingaben sollten die jährlichen Kosten für Mobilität dargestellt werden. Status Derzeit ist der Ausbau und Weiterentwicklung der Internetpräsenz www.mainziel.de zu einer Informationsplattform mit multimodalen Mobilitätsangeboten sowie Wetter- und Umweltdaten in der Umsetzung. Für die Überarbeitung von mainziel.de werden unterschiedliche, verkehrsrelevante Datenquellen innerhalb- und außerhalb des Datensystems der Stadt Frankfurt am Main zusammengeführt und aufbereitet. Durch die logische Verknüpfung der heterogenen und verteilten Datengrundlagen (z.B. Wetter- und Umweltdaten, Daten zum Radverkehr und Öffentlichen Verkehr) sollen neue, angereicherte Informationen entstehen und zur Attraktivitätssteigerung alternativer Verkehrsmittel beitragen, die eine stadtverträgliche Mobilität in Frankfurt am Main fördern. Das Projekt wird im Rahmen des Sofortprogramms "Saubere Luft 2017 - 2020" vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert. Derzeit erfolgt die Abnahme eines grundlegend überarbeiteten Internetauftritts mit neuen Features im Bereich Radverkehr. Die neuen Radelemente sind ein erster Baustein im Umbau zu einer multimodalen Plattform. In den weiteren Ausbaustufen werden Informationen zum Öffentlichen Personennahverkehr integriert und die persönlichen Einstellungen innerhalb der "Mainmap" um weitere Funktionen erweitert. [96] Energieeinsparung Wettbewerb "Green Mobility Award" Ein jährlich stattfindender "Green Mobility Award" wird an das Unternehmen verliehen, welches seine Mitarbeiter beim Verzicht auf eigene Autonutzung oder der Umstellung des Fuhrparks am erfolgreichsten motiviert hat. Status Diese Maßnahme wurde nicht weiterverfolgt. [97] Energieeinsparung Klimahaus Einrichtung eines Klimahauses als zentraler, praxisnaher Anlaufpunkt für Klima- und Energiethemen. Förderung Austausch, Information, Bildung und Beratung von Bürgerinnen und Bürger, Initiativen und Stadt. Klimaschutz sichtbar und fühlbar machen. Status Aktuell ist in Prüfung, ob ein solches Klimahaus/ Klimazentrum umgesetzt werden kann. Die Analyse des Büromarktes zeigt jedoch, dass hier ein Neubau wahrscheinlich notwendig ist, da es keine Bürogebäude gibt die auch die energetischen Kriterien eines solchen Klimahauses (Passivhausstandard oder vergleichbar) erfüllen. Alternativ wäre ein geeignetes Bestandsgebäude so energetisch aufzurüsten, z.B. mit Passivhauskomponenten und Einbinden von regenerativen Energieträgern um annähernd den Passivhausstandard zu erreichen. Ein Frankfurter Klimazentrum welches zum einen das Energiereferat und den Energiepunkt (Beratungszentrum) beinhaltet und zum anderen als Veranstaltungsort für z.B. den Beratertag und Treffpunkt für Initiativen dienen kann, wird als ein interessantes Projekt für eine bessere Vernetzung von Akteuren gesehen. In diesem Rahmen können Ausstellungen für klimafreundliches Bauen und Sanieren konzipiert und durchgeführt werden. Hierbei können sehr gut die energetischen Maßnahmen in einem Gebäude praktisch "zum Anfassen" sichtbar gemacht werden. (Dämmaufbauten von verschied. Bauteilen, Fenstereinbauvarianten, Wärmeversorgungssysteme, Lüftungssysteme etc.). Hierzu werden jedoch notwendige Investitionsmittel benötigt. [98] Energieeinsparung Steigerung der Energieeffizienz im kulturellen Bereich Erarbeitung eines Programmes zur Förderung zur Steigerung der Energieeffizienz im kulturellen Bereich: Förderung von Maßnahmen und Erstellung einer Systematik für Energiemanagements-Prozesse. Status Das Energiereferat hat am 10. Mai 2016 eine neue Richtlinie zur Förderung des effizienten Energieeinsatzes in Frankfurter Bühnenbetrieben veröffentlicht. Die Förderrichtlinie ist in dieser Form in Deutschland einmalig. Insgesamt sieht die Richtlinie einen maximalen Zuschuss in Höhe von 30 000 Euro pro Jahr und Antragsteller vor. 65 % der förderfähigen Kosten werden dabei von der Stadt übernommen. Neben der Förderung von technischen Energieeinsparmaßnahmen, wird auch eine vorgeschaltete Energieberatung mit bis zu 80 Prozent der Beratungskosten gefördert. Die Förderrichtlinie wird in der Frankfurter Theaterlandschaft gut angenommen. Vor diesem Grund wurde die begrenzte Laufzeit der Richtlinie im Jahre 2019 verlängert. [99] Energieeinsparung Förderung Klimaschutzinitiativen Klimaschutz- Initiativen gezielt fördern. Förderrichtlinien erlassen werden, Förderung als "Anschubfinanzierung", Ziel ist langfristige Verstetigung der geförderten Klimaschutzinitiativen Status Im März 2019 trat das Förderprogramm ""Bürgerengagement für den Klimaschutz" in Kraft. Im Rahmen dieses Programmes erhalten Einwohnerinnen und Einwohner sowie Initiativen einen Sachkostenzuschuss für ihre Klimaschutzprojekte in Frankfurt am Main. Der Sachkostenzuschuss beträgt maximal 2.000 Euro pro Jahr und Antragsteller/in. Eine Übersicht zu den im Jahr 2019 geförderten Projekten ist nachzulesen im Bericht B 100, 2020. [100] Klimaschutz Querschnittsaufgabe Klimaschutz in der Stadtverwaltung - Etablierung einer Arbeitsgruppe Steuerungsgruppe prüft Entscheidungen auf Klimaschutzaspekte und unterstützt Ämter bei diesem Thema. Synergien können genutzt werden, "Ziel gemeinsam leben", Verständnis für die Querschnittsaufgabe Klimaschutz Status Diese Maßnahme wird durch den Beschluss M 199 zur Klima-Allianz aufgegriffen und umgesetzt. [101] Energieeinsparung Abbau von Hemmnissen (rechtlich, ökonomisch, technisch, sozial) Hemmnisse im Energie-und Klimaschutzbereich analysieren, Lösungen erarbeiten und abbauen Status Dies erfolgt zum einen über Stellungnahmen zu den verschiedensten Gesetzesänderungen, beispielsweise über den Deutschen und Hessischen Städtetag oder über Städtenetzwerke. Zudem wird im Rahmen von Maßnahmen geprüft, wie man durch Beratungsangebote oder Förderprogramme Hemmnisse abbauen kann. [102] Energieeinsparung Sanierungsfahrplan Darstellung der Sanierungsschritte auf Quartiersebene hinsichtlich der Reduzierung des Energiebedarfs und dem Ausbau der erneuerbaren Energien. Der Sanierungsfahrplan soll als informelles Instrument einen Rahmen für eine energetische Sanierung des Frankfurter Gebäudebestandes bieten. Status Hierzu ist die Durchführung von Energiekonzepten auf Quartiersebene geplant. Auf Basis der Quartierskonzepte soll dann ein Gesamtplan für die Stadt Frankfurt am Main entstehen. Fokus bei der Arbeit des Energiereferats liegt derzeit auf den Abbau von Hemmnissen im Bereich der energetischen Sanierung. Aus diesem Grund wurde auch das Projekt "SanierungsWEGweiser" umgesetzt, welches zum Ziel hat gerade bei der Sanierung von Gebäuden im Besitz von Wohneigentümergemeinschaften Hemmnisse abzubauen, indem beispielsweise eine kostenlose Prozessbegleitung angeboten wird. Der Sanierungsfahrplan zeigt eine schrittweise Sanierung auf, in welcher Reihenfolge die energetische Modernisierung systematisch vorzunehmen ist und welche Einsparpotential dadurch einzeln und bei der Komplettsanierung erreicht werden können. Dies auf der Quartiersebene mit zu berücksichtigen bietet viele Vorteile. Durch eine vorab fundierte Bedarfsplanung im Quartier kann die Wärmeversorgung im Sanierungsfahrplan Synergien herstellen und die Potentiale für Fernwärme, Abwärmenutzung oder kalte Nahwärmenutzung berücksichtigen und den Energiestandard deutlich verbessern. Vertraulichkeit: Nein Nebenvorlage: Antrag vom 02.05.2021, OF 18/11 dazugehörende Vorlage: Vortrag des Magistrats vom 24.07.2015, M 124 Anregung vom 07.06.2021, OA 26 Zuständige Ausschüsse: Haupt- und Finanzausschuss Ausschuss für Umwelt und Sport Beratung im Ortsbeirat: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16 Versandpaket: 10.02.2021 Beratungsergebnisse: 47. Sitzung des OBR 2 am 22.02.2021, TO II, TOP 36 Beschluss: Die Vorlage B 53 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 47. Sitzung des OBR 14 am 22.02.2021, TO I, TOP 13 Beschluss: Die Vorlage B 53 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 46. Sitzung des OBR 6 am 23.02.2021, TO I, TOP 50 Beschluss: Die Vorlage B 53 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 46. Sitzung des OBR 7 am 23.02.2021, TO II, TOP 9 Beschluss: Die Vorlage B 53 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 47. Sitzung des OBR 10 am 23.02.2021, TO II, TOP 37 Beschluss: Die Vorlage B 53 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 47. Sitzung des OBR 13 am 23.02.2021, TO I, TOP 18 Beschluss: Die Vorlage B 53 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 44. Sitzung des OBR 16 am 23.02.2021, TO I, TOP 14 Beschluss: Die Vorlage B 53 dient zur Kenntnis. Abstimmung: WBE, CDU, SPD, GRÜNE, LINKE. und FDP gegen BFF (= Zurückweisung) 47. Sitzung des OBR 4 am 23.02.2021, TO II, TOP 25 Beschluss: Die Vorlage B 53 dient zur Kenntnis. Abstimmung: SPD, GRÜNE, LINKE., FDP und BFF gegen CDU (= Zurückweisung) 47. Sitzung des OBR 1 am 24.02.2021, TO I, TOP 49 Beschluss: Die Vorlage B 53 dient zur Kenntnis. Abstimmung: SPD, CDU, GRÜNE, LINKE., FDP, BFF, Die PARTEI und U.B. gegen ÖkoLinX-ARL (= Zurückweisung) 45. Sitzung des OBR 8 am 25.02.2021, TO I, TOP 23 Beschluss: Die Vorlage B 53 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 1. Sitzung des OBR 11 am 03.05.2021, TO I, TOP 27 Beschluss: 1. Die Vorlage B 53 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt. 2. Die Vorlage OF 18/11 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt. Abstimmung: zu 1. Einstimmige Annahme zu 2. Einstimmige Annahme 1. Sitzung des OBR 3 am 06.05.2021, TO I, TOP 38 Beschluss: Die Vorlage B 53 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt. Abstimmung: Einstimmige Annahme 1. Sitzung des OBR 9 am 06.05.2021, TO II, TOP 7 Beschluss: Die Vorlage B 53 dient zur Kenntnis. Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP und BFF gegen LINKE. (= Zurückweisung) 1. Sitzung des OBR 15 am 07.05.2021, TO I, TOP 29 Beschluss: Die Vorlage B 53 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 1. Sitzung des OBR 5 am 07.05.2021, TO I, TOP 32 Beschluss: Die Vorlage B 53 dient zur Kenntnis. Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP und BFF gegen LINKE. (= Zurückweisung) bei Enthaltung AfD 1. Sitzung des OBR 12 am 07.05.2021, TO I, TOP 42 Beschluss: Die Vorlage B 53 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 2. Sitzung des OBR 11 am 07.06.2021, TO I, TOP 9 Beschluss: 1. Die Vorlage B 53 wird unter Hinweis auf OA 26 zurückgewiesen. 2. Die Vorlage OF 18/11 wurde zurückgezogen. Abstimmung: zu 1. Annahme bei Enthaltung CDU 2. Sitzung des OBR 3 am 10.06.2021, TO I, TOP 15 Beschluss: Die Vorlage B 53 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt. Abstimmung: Einstimmige Annahme 3. Sitzung des OBR 3 am 08.07.2021, TO I, TOP 20 Beschluss: a) Die Vorlage B 53 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt. b) Die Stadtverordnetenversammlung wird gebeten, die Vorlage ebenfalls zurückzustellen. Abstimmung: Einstimmige Annahme 3. Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 13.07.2021, TO I, TOP 79 Beschluss: nicht auf TO Die Beratung der Vorlage B 53 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt. Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, AfD, Volt, ÖkoLinX-ELF, BFF-BIG und FRAKTION 1. Sitzung des Ausschusses für Klima- und Umweltschutz am 09.09.2021, TO I, TOP 17 Beschluss: nicht auf TO Die Vorlage B 53 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS) Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, AfD, Volt und BFF-BIG gegen ÖkoLinX-ELF und FRAKTION (= Zurückweisung) 4. Sitzung des OBR 3 am 09.09.2021, TO I, TOP 27 Beschluss: Die Vorlage B 53 dient zur Kenntnis. Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP und Volt gegen LINKE. und ÖkoLinX-ARL (= Zurückweisung) 4. Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 21.09.2021, TO II, TOP 38 Beschluss: nicht auf TO Die Vorlage B 53 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS) Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, LINKE., FDP, AfD, Volt und BFF-BIG gegen ÖkoLinX-ELF und FRAKTION (= Zurückweisung) Beschlussausfertigung(en): § 496, 4. Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vom 21.09.2021 Aktenzeichen: 79 0
Rechenzentren in Frankfurt und „Masterplan 100 Prozent Klimaneutral - Generalkonzept“
S A C H S T A N D : Antrag vom 24.05.2021, OF 22/11 Betreff: Rechenzentren in Frankfurt und "Masterplan 100 Prozent Klimaneutral - Generalkonzept" Der Ortsbeirat möge beschließen: Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Der Magistrat wird gebeten für die Erstellung eines städtebaulichen Entwicklungskonzepts zu Rechenzentren (B474/20) konkret messbare und überprüfbare Vorgaben zu folgenden Aspekten zu machen: - Weitere Rechenzentren können nur bei deutlicher Verbesserung von Energieeffizienz und Abwärmenutzung genehmigt werden. Bei bestehenden Rechenzentren ist eine entsprechende Nachrüstung einzufordern. Dazu können jährliche Mindestzielwerte für technische Kennzahlen wie "Power Usage Effectiveness (PUE)" und "Data Center Infrastructure Efficiency (DCiE)" dienen. Bei der Genehmigung ist der neueste Stand der Technik anzusetzen. - Rechenzentren sollten künftig nicht mehr an gut mit dem ÖPNV erschlossenen Grundstücken gebaut werden, da sie kaum Arbeitsplätze schaffen und wenig Besucherverkehr haben, der den ÖPNV nutzten könnte. - Benachbarte Wohngebiete sollten weder durch Lärmemission (z.B. stundenlanges testen der Notstromaggregate) noch durch Abwärme beeinträchtigt werden. - Der "Masterplan 100% Klimaschutz" berichtet nur alle 5 Jahre und dient dazu das Ziel 100% Klimaschutz erst im Jahr 2050 zu erreichen. Der Masterplan sollte kurzfristiger erscheinen. Der Erfüllungshorizont 2050 sollte auf 2035 verkürzt werden. Zwischenziele sollten im Masterplan festgehalten werden. Begründung: Rechenzentren ballen sich im Gebiet der Ortsbeirats 11. Deshalb wird hier eine besondere Betroffenheit und Verantwortung gesehen. Rechenzentren sind eine positive Entwicklung, denn sie generieren Gewerbesteuer und unterstreichen die zentrale Funktion von Frankfurt als globaler Knotenpunkt von Infrastruktur. Aber es besteht die Gefahr, dass der negative Klimaeffekt der Rechenzentren alle anderen guten Anstrengungen des Masterplan 100% Klimaschutz mehr als aufwiegt und die Frankfurter Klimapolitik zu entwerten, siehe auch den "Masterplan 100% Klimaschutz" (B53/21). Rechenzentren sind der mit Abstand größte Stromverbraucher in der Stadt. Wie im Magistratsbericht B 474 "Rechenzentren in Frankfurt" ausgeführt, ist mit einem weiteren Ausbau und entsprechend rasant weiter steigendem Stromverbrauch zu rechnen. Gleichzeitig wird die Abwärme weitgehend ungenutzt abgestrahlt, die Energieeffizienz im Betrieb ist suboptimal. Bei der Genehmigung scheinen klimapolitische Ziele bisher kaum eine Rolle gespielt zu haben. Bereits angestoßene Pilotprojekte und Studien, wie etwa im Nachhaltigen Gewerbegebiet Fechenheim Nord und Seckbach, gehen in die richtige Richtung, reichen aber bei weitem nicht aus. Sinnvolle der Stadt müssen nicht zu Konflikten mit den Betreibern führen. Die Wirtschaft orientiert sich im Zuge der Klimatransformation immer mehr an Nachhaltigkeitszielen, auch weil Kunden und Investoren dies erwarten. Steigende CO2-Preise üben einen finanziellen Druck in Richtung auf mehr Nachhaltigkeit aus. Alternative Notstromversorgungsanlagen mit Brennstoffzellen (Wasserstoff) oder elektrische Batteriespeicherlösungen können Notstromaggregate mit fossilen Brennstoffen ersetzen und dabei sogar noch positive wirtschaftliche und ökologische Nebeneffekte generieren. Die bereits geschaffene und teuer bezahlte Verkehrsinfrastruktur in Frankfurt wird entwertet, wenn Rechenzentren direkt an ÖPNV Haltestellen platziert werden. So ist an der Station Gwinnerstraße, auf dem Gelände der ehemaligen Firmen Lurgi/Zimmer mit ehemals über 2500 Arbeitsplätzen, ein Rechenzentrum im Bau. Dieses Rechenzentrum wird zukünftig weit weniger Menschen Arbeit geben. Auf dem ehemaligen Neckermann Gelände ist ein weiteres Rechenzentrum geplant. Dort wurde gerade erst die Haltestelle "Hugo Junkers Straße" für über eine Millionen Euro erneuert, eine Station der Nordmainischen S-Bahn ist dort ebenfalls vorgesehen. Auch hier werden nur wenige Arbeitsplätze entstehen und kaum Besucher erwartet. Die Rechenzentren dürfen den Umweltlärm nicht weiter erhöhen und damit die bereits hoch belasteten angrenzenden Wohngebiete beeinträchtigen. Der Masterplan sollte öfter reflektieren, ob die bereits umgesetzten Maßnahmen der Verwaltung ihr Ziel erreichen konnten oder dazu beitragen ein positives Ergebnis zu erreichen. Dafür wäre es sinnvoll Zwischenziele einzusetzen. Der Masterplan sollte kurzfristiger erscheinen. Fünf Jahre sind ein sehr langer Zeitraum. Trends können dadurch bereits vorher erkannt und korrigiert werden. Der Erfüllungshorizont ist sehr weit entfernt gewählt worden. Dieses Ziel sollte bereits ehrgeizig auf 2035 vorgezogen werden. Es sollten verbindliche Zwischenziele im Masterplan festgehalten werden, damit erkannt werden kann, ob das Gesamtziel mit den bisherigen Anstrengungen noch zu erreichen ist. Antragsteller: SPD GRÜNE Vertraulichkeit: Nein Hauptvorlage: Bericht des Magistrats vom 22.01.2021, B 41 Beratung im Ortsbeirat: 11 Beratungsergebnisse: 2. Sitzung des OBR 11 am 07.06.2021, TO I, TOP 8 Beschluss: Anregung OA 26 2021 1. Die Vorlage B 41 wird unter Hinweis auf OA 26 zurückgewiesen. 2. Die Vorlage OF 17/11 wurde zurückgezogen. 3. Die Vorlage OF 22/11 wird in der vorgelegten Fassung beschlossen. Abstimmung: zu 1. Annahme bei Enthaltung CDU zu 3. Annahme bei Enthaltung CDU, 1 LINKE. und BFF
Rechenzentren in Frankfurt und „Masterplan 100 Prozent Klimaschutz - Generalkonzept“
S A C H S T A N D : Anregung vom 07.06.2021, OA 26 entstanden aus Vorlage: OF 22/11 vom 24.05.2021 Betreff: Rechenzentren in Frankfurt und "Masterplan 100 Prozent Klimaschutz - Generalkonzept" Vorgang: B 474/20; B 41/21; B 53/21 Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Der Magistrat wird aufgefordert, für die Erstellung eines städtebaulichen Entwicklungskonzepts zu Rechenzentren (Vorlage B 474) konkret messbare und überprüfbare Vorgaben zu folgenden Aspekten zu machen: 1. Weitere Rechenzentren können nur bei deutlicher Verbesserung von Energieeffizienz und Abwärmenutzung genehmigt werden. Bei bestehenden Rechenzentren ist eine entsprechende Nachrüstung einzufordern. Dazu können jährliche Mindestzielwerte für technische Kennzahlen wie Power Usage Effectiveness (PUE) und Data Center Infrastructure Efficiency (DCIE) dienen. Bei der Genehmigung ist der neueste Stand der Technik anzusetzen. 2. Rechenzentren sollten künftig nicht mehr an gut mit dem ÖPNV erschlossenen Grundstücken gebaut werden, da sie kaum Arbeitsplätze schaffen und wenig Besucherverkehr haben, der den ÖPNV nutzten könnte. 3. Benachbarte Wohngebiete sollten weder durch Lärmemission (z. B. stundenlanges Testen der Notstromaggregate) noch durch Abwärme beeinträchtigt werden. 4. Der "Masterplan 100 Prozent Klimaschutz" berichtet nur alle fünf Jahre und dient dazu, das Ziel 100 Prozent Klimaschutz erst im Jahr 2050 zu erreichen. Der Masterplan sollte kurzfristiger erscheinen. Der Erfüllungshorizont 2050 sollte auf 2035 verkürzt werden. Zwischenziele sollten im Masterplan festgehalten werden. Begründung: Rechenzentren ballen sich im Gebiet der Ortsbeirats 11, deshalb wird hier eine besondere Betroffenheit und Verantwortung gesehen. Rechenzentren sind eine positive Entwicklung, denn sie generieren Gewerbesteuer und unterstreichen die zentrale Funktion von Frankfurt als globaler Knotenpunkt von Infrastruktur. Aber es besteht die Gefahr, dass der negative Klimaeffekt der Rechenzentren alle anderen guten Anstrengungen des "Masterplan 100 Prozent Klimaschutz" mehr als aufwiegt und die Frankfurter Klimapolitik zu entwerten, siehe auch den "Masterplan 100 Prozent Klimaschutz" (Vorlage B 53). Rechenzentren sind der mit Abstand größte Stromverbraucher in der Stadt. Wie im Magistratsbericht B 474 "Rechenzentren in Frankfurt" ausgeführt, ist mit einem weiteren Ausbau und entsprechend rasant weiter steigendem Stromverbrauch zu rechnen. Gleichzeitig wird die Abwärme weitgehend ungenutzt abgestrahlt, die Energieeffizienz im Betrieb ist suboptimal. Bei der Genehmigung scheinen klimapolitische Ziele bisher kaum eine Rolle gespielt zu haben. Bereits angestoßene Pilotprojekte und Studien, wie etwa im "Nachhaltigen Gewerbegebiet Fechenheim-Nord und Seckbach", gehen in die richtige Richtung, reichen aber bei weitem nicht aus. Sinnvolle Projekte der Stadt müssen nicht zu Konflikten mit den Betreibern führen. Die Wirtschaft orientiert sich im Zuge der Klimatransformation immer mehr an Nachhaltigkeitszielen, auch weil Kunden und Investoren dies erwarten. Steigende CO2-Preise üben einen finanziellen Druck in Richtung auf mehr Nachhaltigkeit aus. Alternative Notstromversorgungsanlagen mit Brennstoffzellen (Wasserstoff) oder elektrische Batteriespeicherlösungen können Notstromaggregate mit fossilen Brennstoffen ersetzen und dabei sogar noch positive wirtschaftliche und ökologische Nebeneffekte generieren. Die bereits geschaffene und teuer bezahlte Verkehrsinfrastruktur in Frankfurt wird entwertet, wenn Rechenzentren direkt an ÖPNV-Haltestellen platziert werden. So ist an der Haltestelle "Gwinnerstraße", auf dem Gelände der ehemaligen Firmen Lurgi/Zimmer mit ehemals über 2.500 Arbeitsplätzen, ein Rechenzentrum im Bau. Dieses Rechenzentrum wird zukünftig weit weniger Menschen Arbeit geben. Auf dem ehemaligen Neckermann Gelände ist ein weiteres Rechenzentrum geplant. Dort wurde gerade erst die Haltestelle "Hugo-Junkers-Straße" für über eine Millionen Euro erneuert, eine Haltestelle der Nordmainischen S-Bahn ist dort ebenfalls vorgesehen. Auch hier werden nur wenige Arbeitsplätze entstehen und kaum Besucher erwartet. Die Rechenzentren dürfen den Umweltlärm nicht weiter erhöhen und damit die bereits hoch belasteten angrenzenden Wohngebiete beeinträchtigen. Der Masterplan sollte öfter reflektieren, ob die bereits umgesetzten Maßnahmen der Verwaltung ihr Ziel erreichen konnten oder dazu beitragen, ein positives Ergebnis zu erreichen. Dafür wäre es sinnvoll, Zwischenziele einzusetzen. Der Masterplan sollte kurzfristiger erscheinen. Fünf Jahre sind ein sehr langer Zeitraum. Trends können dadurch bereits vorher erkannt und korrigiert werden. Der Erfüllungshorizont ist sehr weit entfernt gewählt worden. Dieses Ziel sollte bereits ehrgeizig auf 2035 vorgezogen werden. Es sollten verbindliche Zwischenziele im Masterplan festgehalten werden, damit erkannt werden kann, ob das Gesamtziel mit den bisherigen Anstrengungen noch zu erreichen ist. Antragstellender Ortsbeirat: Ortsbeirat 11 Vertraulichkeit: Nein dazugehörende Vorlage: Bericht des Magistrats vom 21.09.2020, B 474 Bericht des Magistrats vom 22.01.2021, B 41 Bericht des Magistrats vom 08.02.2021, B 53 Bericht des Magistrats vom 18.10.2021, B 376 Zuständige Ausschüsse: Haupt- und Finanzausschuss Ausschuss für Klima- und Umweltschutz Ausschuss für Wirtschaft, Recht und Frauen Versandpaket: 16.06.2021 Beratungsergebnisse: 3. Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 13.07.2021, TO I, TOP 253 Bericht: TO II Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen: Die Vorlage OA 26 wird dem Magistrat zur Prüfung und Berichterstattung überwiesen. Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP, Volt und BFF-BIG gegen CDU (= vereinfachtes Verfahren), LINKE., ÖkoLinX-ELF und FRAKTION (= Annahme) sowie AfD (= Ablehnung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: IBF (= Prüfung und Berichterstattung) Gartenpartei (= Annahme) 4. Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 15.07.2021, TO II, TOP 66 Beschluss: Die Vorlage OA 26 wird dem Magistrat zur Prüfung und Berichterstattung überwiesen. Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP, Volt, BFF-BIG und IBF gegen CDU (= vereinfachtes Verfahren), LINKE., ÖkoLinX-ELF, FRAKTION und Gartenpartei (= Annahme) sowie AfD (= Ablehnung) Beschlussausfertigung(en): § 418, 4. Sitzung der Stadtverordnetenversammlung vom 15.07.2021 Aktenzeichen: 79 0
Beratung im Ortsbeirat: 4
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