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Mainkai: hier: Ergebnisbericht Temporäre Umnutzung 2023
S A C H S T A N D : Bericht des Magistrats vom 12.08.2024, B 314 Betreff: Mainkai: hier: Ergebnisbericht Temporäre Umnutzung 2023 Vorgang: B 256/22 1. Vorbemerkungen Auch im Sommer 2023 wurde eine temporäre Umnutzung des Mainkai gemäß Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 27.01.2022, § 1157, durchgeführt. 2. Nachbetrachtung "Sommer am Main" 2023 Das Stadtraumexperiment "Sommer am Main" wurde in 2023 fortgesetzt. Es gab erneut die Möglichkeit, die Potentiale, Qualitäten und Chancen des Stadtraumes am Main auszuprobieren, zu erleben, mitzugestalten und darüber ins Gespräch zu kommen. Bei den insgesamt ca. 80 Veranstaltungen und Programmpunkten während zwei Aktionszeiträume von einmal gut drei Wochen und einmal zehn Tagen ging es sowohl um eine temporäre Umnutzung als auch die Erprobung der gemeinwohlorientierten Nutzungsmöglichkeiten und -bedürfnisse an diesem für Frankfurt so zentralen und historisch bedeutsamen Ort. (c) Cornelius Pfannkuch Möblierung und temporäre Aufenthaltsqualität Nach den Rückmeldungen zum Sommer am Main 2022 zu der fehlenden Verschattung und Aufenthaltsqualität stand im Jahr 2023 im Fokus; durch Möblierung mehr temporäre Aufenthaltsqualität zu schaffen. Es kamen eine Vielzahl von Sitzmöbel, Verschattungselementen und Begrünung zum Einsatz. Zudem gab es erstmals ein gastronomisches Angebot an zwei Standorten. Für mehr Grün sorgten zeitweise Grüne Zimmer, eine Grüne Oase neben dem Kiosk am Historischen Museum sowie zehn Pflanzkübel. Die Grünen Zimmer stellte das Grünflächenamt zur Verfügung. Die Pflanzkübel wurden durch Schüler:innen der Philipp-Holzmann-Schule mit Unterstützung von Umweltlernen in Frankfurt e. V gebaut und vor Ort mit bienenfreundlichen Stauden bepflanzte. Neben der Grünen Oase entstand in Kooperation mit dem Stadtmarketing auch das gastronomische Angebot. Eingebunden waren der DEHOGA Kreisverband Frankfurt e.V., Local Heroz und "Yok Yok am Fluss", ein Ableger des beliebten Kultkiosks aus dem Bahnhofsviertel. Menschen wollen öffentliche Räume unterschiedlich und vielfältig nutzen. Attraktiv werden sie durch gastronomische Angebote, die zum Verweilen einladen, die Genuss und einen Raum für Zusammenkommen und Dialog bieten. Mit dieser Intention wurde diesjährig ein Angebot geschaffen, das diesen Anforderungen gerecht wird und durch die Nutzer*innen durchweg positiv angenommen worden ist. Der beliebte Kultkiosk wurde mit vielen Grünpflanzen gestaltet und entwickelte sich dadurch zur temporären Oase und zu einem Emotionsraum am Mainufer. 100 gelbe Liegestühle prägten gleich zu Beginn das Bild vom diesjährigen Sommer am Main und luden zum Verweilen ein. Ein Teil verbleibt dauerhaft am Mainkai und wird nachfolgend vom Kiosk am Eisernen Steg genutzt. Sonnenschirme und orange Sitzringe waren an drei Standorten zu finden und wurden sehr gut angenommen. Zum Ende der Sommerferien wurden die Sitzringe zur weiteren Nutzung auf Schulhöfen im Innenstadtgebiet aufgestellt. Die Schirme haben eine dauerhafte Verwendung auf öffentlichen Kinderspiel- bzw. Quartiersplätzen im gesamten Stadtgebiet. Für den ersten Zeitraum wurden an vier Standorten Baugerüste mit Sonnensegeln aufgestellt. Die Idee entstand im Rahmen eines Stegreifes am Fachgebiet "Entwerfen und Nachhaltiges Bauen" von Professor Christoph Kuhn am Fachbereich Architektur der TU-Darmstadt. Die Wahl fiel auf den Entwurf von Hannah Lindholm und Tillmann Grobe. Hier standen große Flächen mit Schatten in Aussicht und neue Perspektiven auf den Mainkai und Umgebung durch Tribünen mit Sitzstufen. Mit dem Vorschlag; Standardbaugerüste zu verwenden, die für den kurzen Zeitraum geliehen und anschließend weiterverwendet werden können, konnten Sie zusätzlich überzeugen. Lediglich die Sonnensegel mussten angeschafft werden. Diese werden teilweise nachgenutzt. Markant waren zudem die gelben Möbel unter den Sonnensegeln. Hierfür hatten die Studierenden ein Stecksystem aus Schaltafeln konzipiert und konnten die Abteilung Holzbau der Staatlichen Berufsschule Aschaffenburg für die Umsetzung gewinnen. Sie wurden gefräst und dann am Mainkai unkompliziert aufgebaut. Ein Teil wird in der Agentur des Städtischen Wandels weiter genutzt. Zusätzliche Farbe in den Stadtraum brachten die bunten Banner zum "Sommer am Main" und die "Streetart"-Projektwoche der Schüler:innen der Helmholzschule. Das Design der Kreativagentur "esistfreitag" von 2022 wurde hierfür weiterentwickelt. Im Rahmen der Projektwoche wurden vielfältige urbane Interventionen umgesetzt. Unterstützt wurden die Schüler:innen durch den Sportkreis Frankfurt zusammen mit Kunststudenten in Kooperation mit den Akteuren der zwischenzeitlich erfolgreichen Bewerbung zum World Design Capital 2026. Zweitweise kam die Lange Bank an zwei Standorten am Mainkai zum Einsatz - siehe auch inhaltlicher Baustein: "Initiative Zukunft Innenstadt". Das Programm umfasste vier inhaltliche Bausteine: Sport- und Bewegungsangebote Der Sportkreis Frankfurt am Main e.V. steht für mehr Sport und Bewegung im öffentlichen Raum. Der "Sommer am Main" verkörpert ebendiese Öffnung. Gemeinsam mit PROPROJEKT übernahm der Sportkreis Frankfurt die Koordination und Umsetzung des sportlichen und musikalischen Programms, um die Menschen wieder in Bewegung zu bringen. Doch sportlich mit Leben füllten die Frankfurter Sportvereine und -initiativen, Bildungsträger und Sozialverbände sowie Schulen und urbane Sport- und Tanzcommunities den Mainkai. Sie boten ein buntes und abwechslungsreiches Sport- und Mitmach-Programm für Jung und Alt. Ob im Rahmen des Vereins-Dienstag, des Hochschul-Mittwoch, des Aktions-Donnerstag oder den Tanz- und Urban-Sport-Events am Wochenende - die Vereine und Partner:innen des Sportkreises, ihre Angebote und der Spaß an der gemeinsamen Bewegung standen im Mittelpunkt des sportlichen Programms. Volleyball, Rugby, Tennis, Tischtennis, Cricket, aber auch individuelle Bewegung wie Musik- und Tanz-Workshops, Calisthenics, Skateboarding, Yoga oder Fitness und Laufen: Für alle Besucher:innen fand sich eine passende Sportart, die gemeinsam er- und gelebt werden konnte. Netzwerk "Nachhaltigkeit lernen in Frankfurt" Das Netzwerk "Nachhaltigkeit lernen in Frankfurt" verwandelte den Straßenraum in einen Bildungsraum für Jung und Alt. Den Anfang machte das Solarrennen Frankfurt RheinMain - fast 1.000 jugendliche Tüftler:innen traten in den Wettbewerb um das schnellste Solarboot und Solarmobil sowie das kreativste Fahrzeug. Anschließend lud eine Nachhaltigkeits-Rallye Kinder und Jugendliche vier Tage lang ein, sich mit den Themen Ernährung & Klima, Wasser und Energie, Kleidung & Konsum auseinanderzusetzen und sich auszutauschen. Die Aktionsreihe mündete im "main Zukunfts-Pavillon"- Fest für alle. Zahlreiche Partner:innen des Netzwerks Nachhaltigkeit lernen zeigten mit ihren vielfältigen, kreativen Angeboten wie unser Leben / unser Alltag zukunftsfähig gestaltet werden kann. Musik- und Kultur Der umgenutzte Mainkai bot auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit für Künstler:innen und Kulturveranstalter, den öffentlichen Raum für sich zu nutzen. Künstler:innen des weltweiten Netzwerks Urban Sketchers zeichnen die Städte, in denen sie leben und zu denen sie reisen. Sie zeichnen vor Ort, drinnen oder draußen, nach direkter Beobachtung, so auch am Mainkai in Vorbereitung auf die Ausstellung zum Thema Mobilität im Historischen Museum 2024. Das gemeinsame Kulturförderprogramm "Kulturerwachen 2023" der Crespo Foundation, Stiftung Polytechnische Gesellschaft sowie Kulturamt der Stadt Frankfurt brachte Musik und Tanz an den Mainkai. Die mobile Bühne des Frankfurter Musiker-Duos The OhOhOhs, die Super Discoteca Tropical oder die DJs von Crèmant.Cava.Booty Bounce - Our Streets! luden Besucherinnen und Besucher zu spontanen Konzerten und Tanzeinlagen am Main ein und schafften eine gelöste Aufenthaltsqualität. Auswertung Online-Umfrage Zum Angebot des "Sommers am Main" wurde auch in 2023 eine Online-Umfrage durchgeführt. Über die Plattform "Frankfurt fragt mich" fanden 500 Teilnahmen statt. Die Auswertung erfolgte durch Polidia (Auswertungsbericht siehe Anlage) und kommt zu folgendem Fazit: Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Hauptanliegen des letzten Jahres, besonders in den Bereichen Gastronomie und Sitzmöglichkeiten, dieses Jahr viele Besucher*innen angelockt und bei ihnen positiven Anklang gefunden haben. Die Erfahrungen aus der Beteiligung zum Sommer am Main 2022 haben dazu geführt, dass Angebote geschaffen wurden, die zum einen genutzt wurden und zum anderen auch zu einer höheren Zufriedenheit mit der Veranstaltung geführt haben. Die angebotenen Programme und Veranstaltungen wurden von den Leuten gut angenommen. Es ist erwähnenswert, dass sowohl kulturelle als auch sportliche Angebote gleichermaßen beliebt waren. Insgesamt kann festgehalten werden, dass die Teilnehmer*innen des Sommers am Main 2023 diesen als überwiegend positiv empfunden haben. Für zukünftige Maßnahmen sollte der Fokus darauf liegen, die Qualität der Aufenthaltsmöglichkeiten zu verbessern und die Attraktivität weiter zu steigern. Das bedeutet konkret, dass Ruhezonen gefördert, mehr Sitzgelegenheiten geschaffen und das Grün in der Stadt erweitert werden sollten. Der Konflikt zwischen Bürger*innen, die den Autoverkehr auf dem Mainkai bevorzugen und solchen, die dagegen sind, besteht weiterhin. In den Antworten gibt es Anzeichen dafür, dass die Entwicklung eines langfristigen Nutzungskonzepts die negativen Einstellungen zur Umgestaltung verändern könnte. Bei einer Umgestaltung sollte vor allem die Bevölkerung informiert und die Anwohner:innen aktiv in die Planung einbezogen werden. 3. Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung Aufgrund der o.g. Veranstaltungen und in Umsetzung des Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung vom 27.01.2022, § 1157, entsprechend des Berichts des Magistrats vom 24.06.2022, B 256, war der Straßenzug Mainkai/Untermainkai (ostwärts Untermainbrücke) - im Folgenden kurz Mainkai genannt - auch im Sommer 2023 auf Grundlage des § 29 Abs. 2 Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) für den allgemeinen Kraftfahrzeugverkehr gesperrt. Der o.g. Magistratsbericht führt zu 3.f) aus: "Es ist vorgesehen, die Auswirkungen der temporären Umnutzungen verkehrlich zu untersuchen." Diese Untersuchung hat der Magistrat abgeschlossen und berichtet erneut über die Ergebnisse. Die zugrundeliegenden Analysen wurden mit dem Dynamic Traffic Monitor (DTM) des Straßenverkehrsamtes durchgeführt und gründen sich auf zwei Datenquellen: 1. Floating Car Data (FCD): Anonymisierte Daten aus rückkanalfähigen Navigationsgeräten (auch Mobiltelefonen), die aus einem Kraftfahrzeug heraus generiert werden, welches aktuell am Verkehrsgeschehen teilnimmt. Das umfasst sowohl Daten über den Zustand des Fahrens als auch Zustandsdaten des Ortes beim Stehen, zum Beispiel im Stau, vor Ampeln oder auf einem Warteplatz. Ein Datensatz beinhaltet zumindest den Zeitstempel sowie die aktuellen Ortskoordinaten. Durch den Einsatz von FCD werden Kraftfahrzeuge so zu mobilen Sensoren. FCD lassen allgemeine Rückschlüsse auf das Verkehrsaufkommen zu, nicht jedoch zur Verkehrsstärke. Diese Daten liegen für das gesamte städtische Grundnetz, differenziert nach einzelnen Netzabschnitten, vor. Netzübersicht DTM, Straßenverkehrsamt Frankfurt am Main Detektionsdaten von Lichtsignalanlagen (LSA): Über Detektoren an damit ausgestatteten Lichtsignalanlagen (Induktionsschleifen oder Über-Kopf-Detektion) werden Verkehrsstärken auf der jeweiligen Fahrspur in die jeweilige Fahrtrichtung ermittelt. Es handelt sich hierbei um Kraftfahrzeug-Äquivalente, eine Differenzierung in verschiedene Kraftfahrzeugtypen ist nicht möglich. Übersicht der genutzten LSA-Detektoren DTM, Straßenverkehrsamt Frankfurt am Main Anmerkung: Die Auswahl der Detektoren unterscheidet sich geringfügig von der im vorangegangenen Jahr 2022. Auf dem Schaumainkai wurden in diesem Jahr aufgrund der Datenlage Detektoren an der LSA AB2 verwendet und auf der Gartenstraße Detektoren an der LSA SGS. Für die Schweizer Straße in Fahrtrichtung Süden standen keine Daten zur Verkehrsstärke zur Verfügung. Hinzugekommen sind allerdings Detektordaten an der LSA OW9 auf der Berliner Straße, die im Vorjahr nicht verfügbar waren. Zu beachten ist, dass FCD in der Analyse aggregiert und gemittelt werden, um eine Beurteilung der Verkehrssituation insgesamt vornehmen zu können. Subjektiv wahrgenommene Reisezeitspitzen insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten, sind in "hochauflösender" Analyse sichtbar, jedoch örtlich und zeitlich so uneinheitlich verteilt, dass sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von nicht erfassbaren, alltäglichen Einzelereignissen im Straßennetz (auch umliegendes Netz im Nahbereich) ausgelöst wurden (z. B. verkehrsbehinderndes Parken, kleine Baumaßnahmen, Verkehrsunfälle, Feuerwehr- oder Rettungsdiensteinsätze). Es ist weiterhin zu berücksichtigen, dass die Auswirkungen der Mainkai-Umnutzung in engem Zusammenhang mit weiteren verkehrlichen Maßnahmen stehen. Dazu gehören - Die Vollsperrung der Allerheiligenstraße stadteinwärts (Fahrtrichtung Westen) vom 24.07. bis 02.09.2023; - diverse Baustellen mit Fahrspurreduzierungen im Innenstadtbereich; - Museumsuferfest mit Sperrung des Schaumainkais vom 22.-29.08.2023 (einzelne Abschnitte vom 24.-28.08.2023) und mit Sperrung der Untermainbrücke und des nördlichen Abschnitts der Schweizer Straße bis zur Gartenstraße vom 25.-28.08.2023; - Sperrung Stadtbahntunnel der U4 und U5 zwischen der Bockenheimer Warte und der Konstablerwache ab dem 22.07.2023 bis zum Ende der Sommerferien; - 49-Euro-Ticket seit Mai 2023; - Beginn der Sommerferien am 24.07.2023. 3.1 Umfahrungskonzept Auf den Schlussbericht zur "Probeweise[n] Öffnung des innerstädtischen nördlichen Mainufers (zwischen Alte Brücke und Untermainbrücke) für den Fuß- und Radverkehr" 2019/2020 (Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 27.06.2019, § 4255 (M 72), Anlage zum o.g. Magistratsbericht), wird verwiesen. Wesentliche Neuerung bei den verkehrlichen Begleitmaßnahmen war in 2022 die Planung und Umsetzung eines Umfahrungskonzeptes, welches auch 2023 wieder angewandt wurde. Umfahrungsplan nördliches Mainufer 2022/2023, Straßenverkehrsamt Frankfurt am Main Im Bewusstsein, dass der überwiegende Teil der motorisierten Verkehrsteilnehmer:innen entweder gewohnheitsmäßig bekannte Strecken fährt, oder auf Navigationsgeräte zurückgreift (deren Routingroutinen von der Stadt Frankfurt am Main kaum beeinflussbar sind), diente das Umfahrungskonzept dazu, durch deutlich sichtbare Beschilderung an allen relevanten Entscheidungspunkten allgemeine motorisierte Verkehre über City-/Anlagenring bzw. Alleenring abzuführen (in obigem Plan blau dargestellt). Zusätzlich wurde in Zusammenarbeit mit den gewerblichen Hafenanlieger:innen der Gewerbegebiete im Frankfurter Osten eine südmainische Umfahrung für von dort ausgehende Quellverkehre mit Lkw und Logistikfahrzeugen entwickelt und gesondert mit Lkw-Piktogrammen ausgewiesen (in obigem Plan magenta dargestellt). Die Informationen zu Sperrung und Umfahrungsrouten wurden den Navigationsdienstleistern kommuniziert. Zusammenfassend können Verlagerungseffekte auf die Umfahrungsstrecken angenommen werden, die sich im Bereich von 5-10% zusätzlich zum dort üblichen Verkehrsaufkommen bewegten. Auf der Umleitungsroute 125 (Siemensstraße - Flößerbrücke - Friedberger Anlage) ist eine leichte Steigerung der Verkehrsstärke zu Beginn der Umnutzung des Mainkais festzustellen. Das Niveau wurde weitestgehend auch in den Vormonaten April und Mai bereits erreicht. Mit Beginn der Ferien liegt der durchschnittliche DTV wieder auf dem gleichen Niveau wie in den unmittelbar der Umnutzung vorhergehenden Wochen. Bei Betrachtung der Spitzenstunden über die Umnutzung des Mainkais hinweg ist keine signifikante Steigerung festzustellen. Auf den Umleitungsrouten 123 und 127 (Strahlenbergstraße/Honsellstraße - Gerbermühlstraße - Dreieichstraße - Mörfelder Landstraße - Stresemannallee - Friedensbrücke - Gutleutstraße) ist der Verlauf der Verkehrsstärke aufgrund einer Datenlücke während der zweiten Woche der Umnutzung kaum bewertbar. In der vierten Woche der Umnutzung ist jedoch eine leichte Steigerung des durchschnittlichen täglichen Kraftfahrzeugverkehrs (DTV) festzustellen. Mit Beginn der Sommerferien liegt die Verkehrsstärke in etwa auf dem gleichen Niveau wie vor der Umnutzung. Die Umfahrungsstrecken konnten diese Verkehre gleichwohl verträglich aufnehmen, deutliche Reisezeitveränderungen oder andere störende Phänomene traten nicht auf. Auf den Umleitungsrouten 119 (Wilhelm-Leuschner-Straße - Hofstraße - Neue Mainzer Straße - Hochstraße), 120 (Mainzer Landstraße - Taunusanlage - Junghofstraße - Neue Mainzer Straße - Hochstraße) und 126 (Gerbermühlstraße - Osthafenbrücke - Honsellbrücke - Honsellstraße - Hanauer Landstraße - Grusonstraße - Danziger Platz - Henschelstraße - Habsburgerallee - Höhenstraße - Rothschildallee) ist nur in der zweiten Woche der Umnutzung eine Erhöhung der Reisezeiten festzustellen, bedingt durch vereinzelte hohe Reisezeiten am 04.07. und/oder 06.07.2023. Auch die Umleitungsroute 125 (Siemensstraße - Wasserweg - Flößerbrücke - Obermainanlage - Friedberger Anlage) weist lediglich in der zweiten Woche der Umnutzung leicht erhöhte Reisezeiten auf. Vergleichbare Werte wurden bereits in den Vormonaten April und Mai erreicht. Auf der Umleitungsroute 121 (Bockenheimer Landstraße - Taunusanlage - Junghofstraße - Neue Mainzer Straße - Hochstraße) ist nur eine sehr leichte Steigerung der Reisezeit zu Beginn der Umnutzung festzustellen. Bei Betrachtung der durchschnittlichen Reisezeiten über den Tagesverlauf besteht die größte Verlängerung der Reisezeit zur abendlichen Spitzenstunde mit etwa 2 Minuten. Während der Sommerferien ist eine stetige Steigerung der Reisezeit festzustellen, diese hält über die Umnutzung hinaus an. 3.2 Wirkungen auf die Verkehrssituation im benachbarten Netz Es werden Strecken des benachbarten Netzes dargestellt sowie die jeweils durchschnittlichen Reisezeiten und Verkehrsstärken aufgelistet. Unterschieden wird nach vor der Umnutzung 29.05.-26.06. (Vorher), während der Umnutzung aber noch keine Sommerferien 27.06. - 23.07. (Ab Umnutzung), während der Umnutzung und Sommerferien 24.07. - 01.09. (Ab Ferien) sowie im Anschluss 02.09. - 10.09. (Nachher). Ausgewertet wurden die Tage Dienstag bis Donnerstag, da hier regelmäßig das höchste Verkehrsaufkommen zu beobachten ist. Die Reisezeit betrachtet den Zeitraum 6 bis 22 Uhr. Die Verkehrsstärken werden - sofern verfügbar - über den gesamten Tagesverlauf unter Angabe der Messstelle angegeben. 3.2.1 Berliner Straße (Ost-West-Achse) In Fahrtrichtung Osten ist mit Beginn der Umnutzung des Mainkais eine deutliche Steigerung der Reisezeit festzustellen. Zur abendlichen Spitzenstunde verlängert sie sich vor Beginn der Sommerferien von etwa 19 auf etwa 24 Minuten. Mit Beginn der Sommerferien verkürzt sie sich auf etwa 20 Minuten. Die Verkehrsstärke steigt mit Beginn der Umnutzung an, um mit Beginn der Sommerferien wieder knapp über das Niveau der Wochen vor der Umnutzung zu sinken. In den Spitzenstunden ist keine signifikante Steigerung festzustellen. Die ausgewertete Strecke in Fahrtrichtung Westen unterscheidet sich von der im Vorjahr. 2022 befand sich eine Vollsperrung auf der Hanauer Landstraße, weswegen eine Umfahrung über die Sonnemannstraße und Obermainanlage ausgewertet wurde. Diese Sperrung war 2023 nicht mehr vorhanden. In Fahrtrichtung Westen ist mit Beginn der Umnutzung eine Verlängerung der Reisezeit festzustellen. Zu dieser Zeit ist sie zur morgendlichen Spitzenstunde um etwa 2 Minuten erhöht, zur abendlichen etwa 2,5 Minuten. Mit Beginn der Sommerferien und der baustellenbedingten Sperrung auf der Allerheiligenstraße sinkt sie dann stark. Mit Beginn der Umnutzung steigt die Verkehrsstärke um rund 1.000 KFZ/24h an. Auch zu den Spitzenstunden ist eine leichte Steigerung festzustellen. Mit Beginn der Sommerferien und der Sperrung aufgrund einer Baumaßnahme in der Allerheiligenstraße sinkt die Verkehrsstärke dann stark. Ost-West-Achse, Fahrtrichtung Osten Ø Reisezeit Di-Do 6-22h in Minuten Ø Verkehrsstärke Di-Do in KFZ/24h Vorher 16 Vorher OW9 10.517 Ab Umnutzung 18 Ab Umnutzung OW9 12.266 Ab Ferien 16 Ab Ferien OW9 10.951 Nachher 14 Nachher OW9 9.912 Ost-West-Achse, Fahrtrichtung Westen Ø Reisezeit Di-Do 6-22h in Minuten Ø Verkehrsstärke Di-Do in KFZ/24h Vorher 15 Vorher OW9 5.369 Ab Umnutzung 16 Ab Umnutzung OW9 6.216 Ab Ferien 13 Ab Ferien OW9 4.060 Nachher 12 Nachher OW9 3.230 3.2.2 Schweizer Straße In Fahrtrichtung Süden ist eine Erhöhung der Reisezeit festzustellen. Jedoch wurde dieses Niveau auch in den Vorwochen bereits vereinzelt erreicht. Mit Beginn der Umnutzung ist zur morgendlichen Spitzenstunde kaum eine Steigerung festzustellen (etwa 0,5 Minuten). Zur abendlichen Spitzenstunde verlängert sie sich um etwa 2 Minuten auf durchschnittlich etwa 6,5 Minuten. Mit Beginn der Sommerferien liegt sie noch bei etwa 6 Minuten. Die durchschnittliche Verkehrsstärke in Fahrtrichtung Nord steigt mit Beginn der Mainkai- Umnutzung deutlich an. Der besonders hohe Durchschnittswert in der zweiten Woche der Umnutzung ist jedoch bedingt durch eine vereinzelt sehr hohe gemessene Verkehrsstärke am 04.07.2023 zwischen 11:00 und 12:00 Uhr. Ab der dritten Woche der Umnutzung sinkt das Verkehrsaufkommen wieder und liegt während der Sommerferien nur noch leicht über dem Niveau vor der Umnutzung. In der ersten Woche des Untersuchungszeitraums vor der Umnutzung wurde dieses Niveau ebenfalls bereits erreicht. Bei Betrachtung der Spitzenstunden sind kaum erhöhte Verkehrsstärken festzustellen. Die durchschnittliche Reisezeit verlängert sich während der Mainkai- Umnutzung nicht, mit Ausnahme von vereinzelt erhöhten Werten während der zweiten Woche der Umnutzung. Schweizer Straße, Fahrtrichtung Norden Ø Reisezeit Di-Do 6-22h in Minuten Ø Verkehrsstärke Di-Do in KFZ/24h Vorher 3 Vorher UM1 6.679 Ab Umnutzung 3 Ab Umnutzung UM1 7.928 Ab Ferien 3 Ab Ferien UM1 6.814 Nachher 3 Nachher UM1 6.665 Schweizer Straße, Fahrtrichtung Süden Ø Reisezeit Di-Do 6-22h in Minuten Ø Verkehrsstärke Di-Do in KFZ/24h Vorher 3 Vorher (keine Daten vorh.) Ab Umnutzung 4 Ab Umnutzung Ab Ferien 4 Ab Ferien Nachher 3 Nachher 3.2.3 Gartenstraße (Walter-Kolb-Straße - Gartenstraße - Kennedyallee) Im Vorjahr wurde aufgrund einer Vollsperrung in Fahrtrichtung Osten nur die Fahrtrichtung Westen untersucht. Diese Vollsperrung war während der Umnutzung des Mainkais 2023 nicht mehr vorhanden, weswegen nun beide Fahrtrichtungen untersucht werden konnten. In Fahrtrichtung Osten verlängert sich die Reisezeit mit Beginn der Umnutzung und bleibt auch während der Sommerferien und über die Umnutzung hinaus erhöht. Zur morgendlichen Spitzenstunde verlängert sich die Reisezeit über den gesamten Zeitraum der Umnutzung und darüber hinaus von etwa 4,5 Minuten auf etwa 5,5 Minuten, zur abendlichen Spitzenstunde verlängert sie sich bis zum Beginn der Sommerferien um etwa 2 Minuten auf durchschnittlich etwa 7 Minuten. Ab Beginn der Sommerferien sinkt sie wieder auf etwa 6 Minuten. Die durchschnittliche Verkehrsstärke steigt nur sehr leicht an. Die Steigerung ist bereits zwei Wochen vor Beginn der Mainkai- Umnutzung zu beobachten. Bei Betrachtung der Spitzenstunden ist keine Steigerung der Verkehrsstärke erkennbar. In Fahrtrichtung Westen ist die Reisezeit lediglich zu Beginn der Umnutzung leicht erhöht, sinkt dann jedoch wieder ab. Im Tagesverlauf ist mit Beginn der Umnutzung insbesondere zur morgendlichen Spitzenstunde eine Verlängerung von etwa 5,5 Minuten auf etwa 6,5 Minuten zu beobachten. Zur abendlichen Spitzenstunde ist keine Erhöhung festzustellen. Die durchschnittliche Verkehrsstärke zeigt kaum eine Veränderung. Lediglich während des Museumsuferfestes ist eine signifikante Steigerung festzustellen, die auch den erhöhten Durchschnittswert während der Sommerferien verursacht. Gartenstraße, Fahrtrichtung Osten Ø Reisezeit Di-Do 6-22h in Minuten Ø Verkehrsstärke Di-Do in KFZ/24h Vorher 4 Vorher SGS 3.364 Ab Umnutzung 6 Ab Umnutzung SGS 3.980 Ab Ferien 6 Ab Ferien SGS 3.853 Nachher 6 Nachher SGS 3.823 Gartenstraße, Fahrtrichtung Westen Ø Reisezeit Di-Do 6-22h in Minuten Ø Verkehrsstärke Di-Do in KFZ/24h Vorher 5 Vorher SGS 4.636 Ab Umnutzung 6 Ab Umnutzung SGS 4.768 Ab Ferien 6 Ab Ferien SGS 5.291 Nachher 5 Nachher SGS 4.205 3.2.4 Schaumainkai (Wasserweg - Deutschherrnufer - Sachsenhäuser Ufer - Schaumainkai beziehungsweise Schaumainkai - Sachsenhäuser Ufer - Deutschherrnufer - Seehofstraße) In Fahrtrichtung Osten ist eine Steigerung der Reisezeit zu Beginn der Umnutzung bis zum Beginn der Sommerferien festzustellen. Sowohl zur morgendlichen als auch zur abendlichen Spitzenstunde verlängert sich die Reisezeit um durchschnittliche 2 Minuten. Jedoch wurde das erhöhte Niveau auch in den Vorwochen bereits erreicht. Nach Beginn der Sommerferien sinkt die Reisezeit und erreicht gegen Ende der Umnutzung ein niedrigeres Niveau als vor der Umnutzung. In Fahrtrichtung Westen ist eine Steigerung der Reisezeit zu Beginn der Umnutzung bis zum Beginn der Sommerferien festzustellen. Zur morgendlichen Spitzenstunde ist die Reisezeit zu Beginn um etwa 4 Minuten erhöht, zur abendlichen um etwa 2 Minuten. Mit Beginn der Ferien verkürzt sich die Reisezeit stetig wieder. In beiden Richtungen steigt die durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke nur leicht an. Mit Beginn der Sommerferien liegt sie bereits nahezu wieder auf dem gleichen Niveau wie vor der Umnutzung. Die vergleichsweise niedrige durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke während der Sommerferien ist durch einen sehr niedrigen Wert während des Museumsuferfestes bedingt. In beiden Richtungen ist keine signifikante Steigerung der Verkehrsstärke zu den Spitzenstunden festzustellen. Schaumainkai, Fahrtrichtung Osten Ø Reisezeit Di-Do 6-22h in Minuten Ø Verkehrsstärke Di-Do in KFZ/24h Vorher 8 Vorher AB2 7.924 Ab Umnutzung 9 Ab Umnutzung AB2 8.582 Ab Ferien 7 Ab Ferien AB2 6.914 Nachher 7 Nachher AB2 7.125 Schaumainkai, Fahrtrichtung Westen Ø Reisezeit Di-Do 6-22h in Minuten Ø Verkehrsstärke Di-Do in KFZ/24h Vorher 6 Vorher AB2 8.827 Ab Umnutzung 8 Ab Umnutzung AB2 9.367 Ab Ferien 6 Ab Ferien AB2 8.063 Nachher 6 Nachher AB2 8.951 4. Bewertung und weiteres Vorgehen Verkehrlich sind im Vergleich zur Umnutzung des Mainkais 2022 auf den Strecken Schaumainkai und Schweizer Straße ähnliche Verläufe und Werte sowohl hinsichtlich der Reisezeit als auch der Verkehrsstärke zu beobachten. Lediglich auf der Strecke Schaumainkai sind erhöhte Reisezeiten im Vergleich zum Vorjahr festzustellen. Dabei lassen sich aber auch im Mai 2023, also vor der erneuten Umnutzung des Mainkais, dort bereits erhöhte Reisezeiten beobachten. Aus straßenverkehrsbehördlicher Sicht bestehen unverändert keine grundsätzlichen Bedenken gegen den perspektivischen Entfall des Netzbestandteils Mainkai. Die Aufbauten markierten den Raum als Veranstaltungsfläche und schafften unterschiedliche Räume. Die beiden Aktionsflächen westlich und östlich des Eisernen Stegs haben sich dabei bewährt. Die einseitige Bündelung des Radverkehrs reduziert die Konflikte mit dem Fußverkehr. Die vom ULI Advisory Services Panel aufgegriffene Vision vom "Mainkai Urban Park" als aktivierendes Bewegungsufer mit Street Art und Urban Sport konnte im Stadtexperiment weiter erprobt werden. Alle Kooperationspartnerinnen vom "Sommer am Main" aus 2022 haben sich erneut an der Umnutzung des Mainkai mit Sport, Musik und Tanz beteiligt. Weiterhin waren neue Anfragen zu Beteiligungsmöglichkeiten zu verzeichnen und konnten in 2023 ergänzende Partnerschaften mit Vereinen, Initiativen und Institutionen der Frankfurter Stadtgesellschaft geschlossen werden. Das gastronomische Angebot brachte kontinuierlichen Betrieb. Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Grenze zur Eventisierung des Raumes erreicht ist und auf diesen Aspekt bei der weiteren Umnutzung besonderes geachtet werden muss. Anlage (ca. 1,8 MB) Vertraulichkeit: Nein dazugehörende Vorlage: Bericht des Magistrats vom 24.06.2022, B 256 Zuständige Ausschüsse: Ausschuss für Mobilität und Smart-City Ausschuss für Planen, Wohnen und Städtebau Beratung im Ortsbeirat: 1, 2, 3, 4, 5 Versandpaket: 21.08.2024 Beratungsergebnisse: 32. Sitzung des OBR 1 am 03.09.2024, TO I, TOP 84 Beschluss: Die Vorlage B 314 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt. Abstimmung: Einstimmige Annahme 32. Sitzung des OBR 4 am 03.09.2024, TO II, TOP 32 Beschluss: Die Vorlage B 314 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Annahme bei Enthaltung FDP 33. Sitzung des OBR 2 am 09.09.2024, TO I, TOP 35 Beschluss: Die Vorlage B 314 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 32. Sitzung des OBR 3 am 12.09.2024, TO I, TOP 46 Beschluss: Die Vorlage B 314 dient zur Kenntnis. Abstimmung: GRÜNE, SPD, Linke, FDP und Volt gegen CDU und ÖkoLinX-ARL (= Zurückweisung) 32. Sitzung des OBR 5 am 13.09.2024, TO I, TOP 71 Beschluss: a) Die Vorlage B 314 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt. b) Die Stadtverordnetenversammlung wird gebeten, die Vorlage ebenfalls zurückzustellen. Abstimmung: Einstimmige Annahme
Verbesserungen für Sachsenhausen im Zusammenhang mit der Mainkaisperrung
S A C H S T A N D : Antrag vom 06.11.2024, OF 1248/5 Betreff: Verbesserungen für Sachsenhausen im Zusammenhang mit der Mainkaisperrung Der Ortsbeirat bittet den Magistrat, im Zusammenhang mit der Sperrung des nördlichen Mainkais und bezüglich der B314 Ergebnisbericht temporäre Umnutzung, die folgenden Maßnahmen vorzunehmen. Diese sollen dazu dienen, die Belastung durch Ausweichverkehr bei Sperrung des nördlichen Mainkais auf die Menschen in Sachsenhausen zu verringern: 1. Der südliche Mainkai soll in die Sperrung mit einbezogen werden. 2. Im Norden der Frankfurter Innenstadt sind bauliche Maßnahmen vorzusehen, damit im Zusammenhang mit der Sperrung des nördlichen Mainufers, der trotzdem noch erforderliche Autoverkehr auf der Nordseite des Flusses bleibt und nicht in einem großen Bogen nach Süden durch die Wohngebiete von Sachsenhausen, insbesondere nicht über die Mörfelder Landstraße, abgeleitet wird. 3. Die Belastungen durch die Mainkaisperrung müssen zusätzlich für die folgenden Wohnstraßen in Sachsenhausen erhoben werden: Schulstraße, Stegstraße, Gutzkowstraße, Textorstraße sowie für die schon jetzt stark belastete Mörfelder Landstraße. Anhand der Ergebnisse sind Maßnahmen einzuleiten, um die Menschen in Sachsenhausen vor dem zusätzlichen Durchgangsverkehr zu schützen. 4. Zu ermitteln sind für die genannten Straßen, sowie für in der B 314 betrachteten Schweizer Straße, Schaumainkai und Walter-Kolb-Straße/Gartenstraße vor allem die Spitzenbelastungen morgens und spätnachmittags, die in hohem Maß Fußgänger und Radfahrer gefährden, die zu diesen Zeiten ebenfalls unterwegs sind. Begründung: Die Verkehrsberuhigung in der Frankfurter Innenstadt ist gut und notwendig, soll aber nicht auf Kosten der in Sachsenhausen lebenden Menschen geschehen. Die jetzigen Umleitungen bei Sperrung des nördlichen Mainkais bringen zusätzlichen Autoverkehr nach Sachsenhausen, damit mehr Unfallrisiken und mehr Schadstoffe. Das gefährdet die Gesundheit der Sachsenhäuser. Antragsteller: GRÜNE Vertraulichkeit: Nein Hauptvorlage: Bericht des Magistrats vom 12.08.2024, B 314 Beratung im Ortsbeirat: 5 Beratungsergebnisse: 33. Sitzung des OBR 5 am 08.11.2024, TO I, TOP 24 Beschluss: Anregung an den Magistrat OM 6100 2024 1. Die Vorlage B 314 wird zurückgewiesen. 2. Die Vorlage OF 1217/5 wird in der vorgelegten Fassung beschlossen. 3. Die Vorlage OF 1248/5 wird abgelehnt. Abstimmung: zu 1. CDU, SPD, FDP, Linke, AfD und BFF gegen GRÜNE (= Kenntnis) zu 2. CDU, SPD, FDP, Linke, AfD und BFF gegen GRÜNE (= Ablehnung) zu 3. CDU, SPD, FDP, Linke, AfD und BFF gegen GRÜNE (= Annahme)
Untersuchung zu den Auswirkungen der Mainkaisperrung
S A C H S T A N D : Anregung an den Magistrat vom 08.11.2024, OM 6100 entstanden aus Vorlage: OF 1217/5 vom 10.10.2024 Betreff: Untersuchung zu den Auswirkungen der Mainkaisperrung Vorgang: B 314/24 Der Bericht des Magistrats vom 12.08.2024, B 314, zur verkehrlichen Untersuchung der Mainkaisperrung (MKS) wird wegen erheblicher Mängel zurückgewiesen. Die vorliegende Untersuchung ist unvollständig und kann keine Entscheidungsgrundlage für die dauerhafte Sperrung des Mainkais sein. Der Ortsbeirat lehnt die Sperrung des Mainkais weiterhin ab und fordert daher den Magistrat auf: - die vorliegende Untersuchung zu den verkehrlichen Auswirkungen im Hinblick auf die Auswirkungen auf die Lebensrealität der Bewohner in Sachsenhausen zu ergänzen und nachzubessern. Dazu gehören u. a. das Unfallgeschehen, die Lärm- und Schadstoffbelastungen sowie eine Zählung des Verkehrs in den Spitzenstunden an stark von Fußgängern frequentierten Streckenzügen und Knoten, - von einer Umwidmung des Mainkais abzusehen und durch eine verbesserte Untersuchung überzeugend darzulegen, dass es keine negativen Auswirkungen auf Sachsenhausen geben wird und der Schwerlastverkehr nicht durch dichtbesiedeltes Stadtgebiet und über Schulwege geleitet wird, - den erhöhten CO2-Fußabdruck, welcher im Rahmen einer Sperrung des Mainkais durch längere Umfahrungswege und zu erwartende zusätzliche Staus entstehen würde, zu ermitteln. Jegliche Maßnahmen, die die Schadstoffbelastung in Frankfurt erhöhen, sind zu vermeiden. - die Dringlichkeit der Mainkaisperrung darzulegen. Bereits jetzt besteht der Mainkai nicht nur aus einer Straße mit breiten Fuß- und Radwegen, sondern auch aus Grünflächen und einer attraktiven Promenade direkt am Fluss. Das Nizza, eine große Parkanlage, die Fortsetzung der Wallanlagen am nördlichen Mainufer, ist nur wenige Meter entfernt. Begründung: Die Bewertung des Magistrats in der B 314, dass "aus straßenverkehrsbehördlicher Sicht ... unverändert keine grundsätzlichen Bedenken gegen den perspektivischen Entfall des Netzbestandteils Mainkai (bestehen)" ist nicht nachvollziehbar, weil die Auswirkungen für die Sachsenhäuser Bevölkerung nicht geprüft worden sind. Dabei befinden sich auf der südlichen Seite direkt gegenüber dem Mainkai ein dicht besiedeltes Wohngebiet mit neun Schulen, ein Krankenhaus, zwei Alten- und Pflegeheime, zahlreiche Kitas, Krippen und Horte sowie das Museumsufer ("Kultur für alle"). Fast alle Straßen sind hier als Schulwege klassifiziert. Der Ergebnisbericht zur temporären Umnutzung des Mainkais 2023 macht deutlich, dass sich die Verantwortlichen der Stadt mehr für Events, Tanz- und sonstige Veranstaltung zu interessieren scheinen als für die Auswirkungen einer dauerhaften Sperrung des Kfz-Verkehrs auf die Wohnbevölkerung in Frankfurt. Unter Punkt "4. Bewertung und weiteres Vorgehen" nimmt die Bewertung der Freizeitveranstaltungen nahezu doppelt so viel Raum ein wie die der verkehrlichen Auswirkungen der Straßensperrung. Die Analysen dazu beziehen sich dabei ausschließlich auf den Blickwinkel der Autofahrer und ihrer Reisezeiten. Die Auswirkungen auf die Lebensrealität der Menschen vor Ort werden jedoch nicht untersucht. Die Betrachtung der verkehrlichen Auswirkungen ist verengt auf die Reisezeit der Fahrzeuge auf den genannten Streckenzügen. Zu den verkehrlichen Auswirkungen zählt hingegen auch in welchem Umfang sich die Verkehrsqualität für die übrigen Verkehrsteilnehmer verändert hat. Verschlechterungen können an einmündenden Anwohnerstraßen durch erhöhte Wartezeiten für nicht bevorrechtigte Verkehrsteilnehmer entstehen, Behinderungen z. B. für Straßenbahnen auf der Schweizer Straße/Gartenstraße und erschwerte Bedingungen für den Wirtschafts- und Entsorgungsverkehr im gesamten Sachsenhäuser Einzugsgebiet. Ausgerechnet für die Strecke Schweizer Straße in Richtung Süden fehlen geeignete Daten. Zu Spitzenzeiten staut sich der Verkehr hier teilweise vom Main bis zur Mörfelder Landstraße. Auch ist auf den Grafiken im Ergebnisbericht nicht ersichtlich, wo genau die Messungen durchgeführt worden sind. Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Stadt in der B 314 die Mainkaisperrung für unbedenklich erklärt, ohne die Auswirkungen auf eine der meist belasteten Strecken im benachbarten Viertel überhaupt evaluiert zu haben. Unter den verkehrlichen Aspekten fehlt auch eine Betrachtung nach Spitzenstunden. Dies ist deshalb wichtig, weil sich in Sachsenhausen zahlreiche Schulen befinden, für die die Erreichbarkeit und Sicherheit zwischen 07:00 Uhr und 09:00 Uhr (Morgenspitze) eine hohe Bedeutung hat. Gerade dann ist der meiste Verkehr! Überschlägig beläuft sich das Aufkommen in der Spitzenstunde auf 10 % des Verkehrs an einem durchschnittlichen Werktag. Für die Schweizer Straße, Fahrtrichtung Nord, würde dies bedeuten, dass während der zweistündigen Morgenspitze der Kfz-Verkehr um ca. 125 Kfz/Std. in diesem Zeitabschnitt zunehmen würde. Zeitgleich mit dem Unterrichtsbeginn in den umliegenden Schulen und dem hohen Fuß- und Radverkehrsaufkommen der Menschen auf dem Weg zur Arbeit ist das zweifelsfrei eine erhebliche zusätzliche Belastung. Kein Wunder, dass sich die Beschwerden im Viertel häufen. Es unterbleibt auch eine Analyse zur verfügbaren Restkapazität der betrachteten Straßen, auch im Hinblick auf die zu erwartende Verkehrsentwicklung der kommenden Jahre in Sachsenhausen (Umgestaltung Schweizer Straße/Platz). Gerade bei einer dauerhaften Sperrung des Mainkais sind die absehbaren Änderungen im angrenzenden Straßennetz in die Betrachtung einzubeziehen! Hauptkriterium ist, dass die Untersuchung es unterlässt, die nicht verkehrlichen Auswirkungen überhaupt zu analysieren. Hierzu zählen die erhöhten Behinderungen für den nicht-motorisierten Verkehr (sog. Trennwirkungen beim Überqueren von Straßen), das Unfallgeschehen und alle umweltbezogenen Aspekte wie Lärm, Schadstoffemissionen und Veränderungen der Umfeld- und Aufenthaltsqualität und schließlich der Energieverbrauch/Klima (Umwegverkehre). Diese Aspekte stehen für die Bewohnerschaft, Schüler, Einzelhandelskunden und die Beschäftigten im Vordergrund. Verschlechterungen bei diesen Aspekten bedeuten Verschlechterungen der Lebensqualität. Im Koalitionsvertrag heißt es zur Mainkaisperrung: "Die Stadtteile - vor allem Sachsenhausen - sollen durch den autofreien Mainkai nicht zusätzlich belastet werden." Sachsenhausen Nord ist ein Viertel der Nahmobilität. Der öffentliche Raum ist voller Menschen - auch ohne Veranstaltungen. Durch die Sperrung des Mainkais entstehen insbesondere zu Spitzenzeiten erhebliche zusätzliche Belastungen. Erhöhte Schadstoffwerte durch die Mainkaisperrung in dem dichtbesiedelten, kinderreichsten Stadtteil Frankfurts widersprechen dem Koalitionsvertrag und sind nicht akzeptabel. Die Römer-Koalition hat sich mit dem Koalitionsvertrag ehrgeizige Klimaziele gesetzt und zahlreiche Maßnahmen zur Emissionsminderung beschlossen. Dazu hat die Stadt Frankfurt gemäß Beschlussausfertigung aus der 12. Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 12.05.2022, § 1650, beschlossen: "Der Erfolg der kommunalen Klimaschutzanstrengung misst sich einzig und allein an der Reduzierung von Treibhausgas (THG)-Emissionen." Weiterhin heißt es: "Der Magistrat wird aufgefordert, den Klimaschutz in den Mittelpunkt zu rücken und das zur Zielerreichung Notwendige zu veranlassen." Das bedeutet auch, dass Maßnahmen, die zu einer Erhöhung der Emissionen führen, zu vermeiden sind. Dies ist aber durch die Schließung des Mainkais zu erwarten. Die Umleitungsrouten durch den gesperrten Mainkai erhöhen die gefahrenen Streckenlängen der Kfz um ein Vielfaches. "Traffic vaporisation" ist in einer Stadt mit täglich 500.000 Ein- und Auspendlern ohne angemessenes und funktionierendes ÖPNV-Angebot nicht zu erwarten. Insgesamt erschließt sich die Dringlichkeit einer dauerhaften Mainkaisperrung, welche von Seite des Mobilitätsdezernates forciert wird, nicht: Der Mainkai besteht bereits jetzt aus gut ausgebauten breiten Geh- und Radwegen, großzügigen Grünflächen, einem Spielplatz mit altem Baumbestand und der beliebten Promenade direkt am Main. Dort am Fluss ist der Aufenthalt für die Besucher wesentlich attraktiver als im Bereich der jetzigen Straße, überwiegend vor Gebäuden mit Privatwohnungen. Auf der anderen Seite sind und werden in den nächsten Jahren in Sachsenhausen wichtige Verkehrsachsen durch Baustellen blockiert oder nur eingeschränkt nutzbar sein. Die Grenze der Belastbarkeit ist längst erreicht. Im Koalitionsvertrag heißt es: "Der Mainkai wird im Rahmen eines Gesamtkonzepts zum motorisierten Individualverkehr in dieser Wahlperiode wieder autofrei ...". Bislang wird nicht hinreichend dargelegt, mit welchen Maßnahmen der motorisierte Individualverkehr tatsächlich reduziert und eine neuerliche Belastung der südlichen Stadtteile verhindert werden soll. Ein Gesamtkonzept hat die Stadt noch immer nicht vorgelegt. Antragstellender Ortsbeirat: Ortsbeirat 5 Vertraulichkeit: Nein dazugehörende Vorlage: Bericht des Magistrats vom 12.08.2024, B 314 Beratung im Ortsbeirat: 5 Beratungsergebnisse: 37. Sitzung des OBR 5 am 21.03.2025, TO I, TOP 5 Beschluss: a) Es dient zur Kenntnis, dass eine schriftliche Stellungnahme des Magistrats nicht vorliegt und ein Vertreter des Magistrats in der Sitzung nicht zugegen war. b) Der Magistrat wird hiermit unter Hinweis auf § 4 Absatz 10 GOOBR an die Erledigung der Angelegenheit erinnert. Abstimmung: Einstimmige Annahme 38. Sitzung des OBR 5 am 25.04.2025, TO I, TOP 5 Beschluss: a) Es dient zur Kenntnis, dass eine schriftliche Stellungnahme des Magistrats nicht vorliegt und ein Vertreter des Magistrats in der Sitzung nicht zugegen war. b) Der Magistrat wird hiermit unter Hinweis auf § 4 Absatz 10 GOOBR an die Erledigung der Angelegenheit erinnert. Abstimmung: Einstimmige Annahme 39. Sitzung des OBR 5 am 23.05.2025, TO I, TOP 5 Beschluss: a) Es dient zur Kenntnis, dass eine schriftliche Stellungnahme des Magistrats nicht vorliegt und ein Vertreter des Magistrats in der Sitzung nicht zugegen war. b) Der Magistrat wird hiermit unter Hinweis auf § 4 Absatz 10 GOOBR an die Erledigung der Angelegenheit erinnert. Abstimmung: Einstimmige Annahme
Beratung im Ortsbeirat: 4
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