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Reflexion

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Frankfurter Bündnis gegen Kinderarmut

S A C H S T A N D : Bericht des Magistrats vom 06.01.2025, B 1 Betreff: Frankfurter Bündnis gegen Kinderarmut Vorgang: l. Beschl. d. Stv.-V. vom 14.11.2024, § 5224 - NR 499/22 JHA, B 287/24 - 3. Bericht zum Bündnis gegen Kinderarmut Aktuelle Entwicklungen wie die zunehmenden Armuts- und Polarisierungsprozesse, die Verfestigung der Segregation bestimmter Personengruppen [1] sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie und des russischen Angriffskriegs, aber auch die drohende Rezession machen besonders deutlich, wie wichtig es ist, im Rahmen der gesamtstädtischen Planung soziale Entwicklungsprozesse im Blick zu behalten und erforderliche Bedarfe in allen Arbeitsprozessen zu berücksichtigen. Dabei gilt es insbesondere, den Fokus auf von Armut bedrohte oder betroffene Kinder und Jugendliche zu richten, um ihre existenzielle Grundlage sowie ihre gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe zu sichern und ihnen damit gute Startchancen und eine stabile Entwicklungsperspektive zu ermöglichen. Es folgt die Darstellung bzw. der Sachstand zu zentralen Elementen im Prozess Bündnis gegen Kinder- und Jugendarmut in Frankfurt am Main: 1 Strategiegruppe bearbeitete Zielsetzungen in Visionsworkshops In den ersten beiden Visionsworkshops der Strategiegruppe (22.03.2024, 19.04.2024) wurden vorliegende Zielsetzungen im Rahmen der acht Lebenslagen (Netzwerk & Soziale Teilhabe, Demografie & Familie, Klima & Umwelt, Gesundheit & Ernährung, Bildung & Lernen, Erwerbstätigkeit & Arbeit, Einkommen & Vermögen, Wohnen & Wohnumfeld) priorisiert und gleichzeitig erste Ideen zur Umsetzung dieser Ziele in Form von Strategien ausgetauscht und diskutiert. Ergänzend wurden erste "Steckbriefe" erstellt, aus denen mögliche Strukturveränderungen sowie erste Angebotsideen hervorgehen. 2 Arbeitstagung am 28.06.2024 Als Einstieg in die Arbeitstagung erfolgten wissenschaftliche Impulse in Fachvorträgen folgender Referent:innen: · Prof. Dr. Michael Klundt: "Gesellschaftspolitische Ursachen und Zusammenhänge der Kinderarmut" · Dipl. Pol. Gerda Holz: "Kindbezogene Armutsprävention auf kommunaler Ebene" Im Anschluss an die Vorträge wurde den Teilnehmer:innen der Arbeitstagung das Bündnis gegen Kinder- und Jugendarmut, seine Zielsetzung sowie die Organisationsstruktur durch die Amtsleitung des Jugend- und Sozialamtes (JSA) und dem Planungsbüro urbanista vorgestellt. Es folgte die Bildung einzelner Arbeitsgruppen entlang der verschiedenen Lebenslagen. Diese Arbeitsgruppen setzten sich zusammen aus den Mitgliedern der Strategiegruppe sowie aus zusätzlichen Fachleuten, die in ihrem Berufsalltag inhaltlich zu den einzelnen Lebenslagen arbeiten. Arbeitsgrundlage waren hierbei priorisierte Zielsetzungen sowie Rückmeldungen aus den Fachämtern und erste Ansätze zu Strategien und Missionen im Rahmen der acht Lebenslagen (siehe hierzu oben: 1 Bearbeitung der Zielsetzungen in der Strategiegruppe in Visionsworkshops). Ziel war die Weiterentwicklung von Strategien und Maßnahmen sowie ihrer Umsetzung im Rahmen der jeweiligen Lebenslage. Abschließend wurden die Ergebnisse im Plenum vorgestellt und diskutiert. 3 Armutskonferenz am Samstag, 21.09.2024 auf dem Westendcampus der Goethe Universität Zu den Teilnehmer:innen zählten neben den Mitgliedern der Strategiegruppe und den Fachleuten auch Bürger:innen, die sich für die Thematik interessierten und sich durch ihre weitere Teilnahme in das Bündnis gegen Kinder- und Jugendarmut einbringen wollen. Oberbürgermeister Mike Josef und die Dezernentin für Soziales und Gesundheit Elke Voitl begrüßten die Teilnehmer:innen. Es folgten Fachvorträge von · Prof. Dr. Rainer Forst (Goethe Universität Frankfurt) · Thema: Soziale Armut als Versagen demokratischer Gerechtigkeit. · Prof. Dr. Christoph Butterwegge (Universität zu Köln) · Thema: Kinder der Ungleichheit. Warum sich die Kluft zwischen armen und reichen Familien vertieft und was dagegen getan werden kann. · Dipl. Pol. Gerda Holz Thema: Kindbezogene Armutsprävention auf kommunaler Ebene - Gemeinsame Verantwortung und Gestaltung. Im Anschluss an die Fachvorträge konnten interessierte Teilnehmer:innen in 8 Arbeitsgruppen mitwirken. In den Arbeitsgruppen wurden jeweils Impulse gesetzt zu verschiedenen Aspekten von Kinder- und Jugendarmut. Zudem wurden die bisherigen Prozessergebnisse des Bündnisses gegen Kinder- und Jugendarmut interaktiv vorgestellt: · Frankfurter Bündnis gegen Kinderarmut - Einführung und Verortung (urbanista, Doris Sibum). · Kindbezogene Armutsprävention auf kommunaler Ebene (Dipl. Pol. Gerda Holz). · Debatten über Kinderarmut als Teil der Polarisierungsproblematik (Prof. Dr. Michael Klundt). · Betroffenenorientiert Forschen, aber wie? Empirische Blicke aus explorativen Forschungs- und Praxisprojekten (Prof. Dr. Christian Kolbe). · Klassismus reflektieren - In der Arbeit mit Kindern und Familien (Dr. Anja Kerle). · Kitas als Organisation armutssensibel gestalten (Jessica Prigge). · Bildungsgerechtigkeit und Chancen für ALLE- Kinder u. Jugendliche in Frankfurt am Main (Maren Hullen & Linda Schäfer). Nicht-Nutzung von Sozialleistungen und sozialer Infrastruktur - Ursachen und Hintergründe (Prof. Dr. Anne van Rießen). Zum Rahmenprogramm der Armutskonferenz gehörten: · Ganztägige Ausstellung zum Frankfurter Bündnis gegen Kinder- und Jugendarmut im Foyer. · Theaterstück "Ernesto Hase hat ein Loch in der Tasche" vom Ensemble Material Theater. Das Stück zeigte eine kreative und kindgerechte Thematisierung von Armut für Kinder ab 6 Jahren. · Für Familien: Spielmobil des Abenteuerspielplatz Riederwald e.V. · Ganztätige Ausstellung Kinder Art! des Frankfurter Kinderbüros zur UN-Kinderrechtskonvention mit Werken zu den Themen Gesundheit, Bildung, Flucht und Krieg, Freizeit und Inklusion. · Büchertisch mit Kinder- und Jugendbüchern sowie Fachliteratur zum Thema Armut. · Es wurden ausgewählte Publikationen zum Kauf sowie kostenfreie Publikationen zum Mitnehmen angeboten. 4 Sachstand der Teilprojekte 4.1 "Auf dem Weg zu einem lebenswerten Frankfurt für alle - neue Wege in der Sozialplanung zur Armutsbekämpfung in Frankfurt am Main am Beispiel Fechenheim" Das Projekt ist ein Kooperationsprojekt des Jugend- und Sozialamtes (JSA) und der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Frankfurt am Main (LIGA Frankfurt) mit der Zielsetzung, in besonders belasteten Sozialräumen die soziale Infrastruktur den aktuellen Herausforderungen entsprechend anzupassen. Zentrale Elemente in der Bearbeitung waren der ressortübergreifende Ansatz, der Lebenslagenansatz und der Sozialraumbezug. Verfolgt wurde die Ermittlung einer Wissensgrundlage zu den 8 Lebenslagen für alle am Prozess Beteiligten - diese bestehend aus Problemwissen (Bedarfe) und Problemlösungswissen (Handlungsvorschläge). Damit konnte die Lebenssituation der Alleinerziehenden ermittelt werden. Gleichzeitig wurden notwendige Handlungsschritte abgeleitet. Die Erarbeitung der Wissensgrundlage erfolgte: a) durch die Projektgruppe - bestehend aus von der LIGA Frankfurt benannten Fachleuten, die durch eigene Arbeitszusammenhänge in engem Kontakt zu Alleinerziehenden in Fechenheim stehen, der Leitung des Sozialrathauses Ost (SRH OST) und Kolleginnen aus der Jugendhilfe- und Sozialplanung sowie b) durch das Forschungsprojekt des ISR (Institut für Stadt- und Regionalforschung der Frankfurt University of Applied Sciences). Hier wurden Alleinerziehende mittels der Methode "Planungskonferenzen" in den Prozess eingebunden. Auf der Grundlage der Ergebnisse aus a) und b) ist eine gemeinsame Ableitung erforderlicher Strategie- und Maßnahmen durch das JSA und die LIGA Frankfurt vorgesehen. Das Projekt gilt als Modellprojekt. Nach Abschluss erfolgt eine Einschätzung der möglichen Übertragbarkeit auf andere stark sozial belastete Sozialräume in Frankfurt am Main. 4.2 "Präventionsketten in Zeilsheim" Zeilsheim wurde in das Landesprogramm: "Präventionsketten Hessen - Gelingendes Aufwachsen, Kinderrechte leben" aufgenommen. Das Programm wird gefördert durch das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales sowie der Auridis Stiftung. Die landesweite Koordination erfolgt durch die Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAGE). In Frankfurt am Main wird das Projekt durch das JSA und das Stadtgesundheitsamt umgesetzt. Die zentralen Zielsetzungen sind: o Förderung eines gesunden und gelingenden Aufwachsens der Kinder im Alter von 0 bis 10 Jahren. o Stärkung der Kinderrechte unter Einbeziehung von Kindern, Eltern und Interessenvertretungen. Vorgesehen ist die Einbindung armutsbetroffener Familien durch ein Forschungsprojekt des Instituts für Stadt- und Regionalforschung der Frankfurt University of Applied Sciences. Auf der Grundlage der Forschungsergebnisse entwickeln Akteure aus dem Stadtteil passgenaue Strategien zur Verbesserung der Chancengleichheit und Teilhabe der Kinder. Am 29.11.2024 fand eine Kick-Off-Veranstaltung in Zeilsheim statt. 5 Sitzung der Strategiegruppe am 25.11.2024 Aufgrund der ermittelten Wissensbasis durch die Festlegung priorisierter Zielsetzungen sowie mittels Erstellung der "Steckbriefe" zu allen Lebenslagen (Netzwerk & Soziale Teilhabe, Demografie & Familie, Klima & Umwelt, Gesundheit & Ernährung, Bildung & Lernen, Erwerbstätigkeit & Arbeit, Einkommen & Vermögen, Wohnen & Wohnumfeld) verfügen die Mitglieder der Strategiegruppe über ein gemeinsames Problemverständnis sowie über mögliche Lösungsansätze zum Abbau der Kinder- und Jugendarmut in Frankfurt am Main. Auf dieser Grundlage erfolgt die Ausarbeitung erforderlicher Strategien und Maßnahmen innerhalb der acht Lebenslagen. Hierzu ordnen sich die Mitglieder der Strategiegruppe einzelnen Arbeitsgruppen mit den jeweiligen Lebenslagen zu. 6 Einrichtung einer Koordinierungsstelle Die vorgesehene Koordinierungsstelle begleitet, unterstützt und koordiniert die einzelnen Arbeitsgruppen in der Ausarbeitung jeweiliger Strategien und Maßnahmen. Vertraulichkeit: Nein dazugehörende Vorlage: Antrag vom 04.10.2022, NR 499 Bericht des Magistrats vom 22.07.2024, B 287 Antrag vom 05.02.2025, OF 527/8 Auskunftsersuchen vom 20.02.2025, V 1139 Antrag vom 06.06.2025, OF 575/8 Anregung an den Magistrat vom 26.06.2025, OM 7224 Zuständige Ausschüsse: Ausschuss für Soziales und Gesundheit Beratung im Ortsbeirat: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16 Zuständige sonstige Gremien: Jugendhilfeausschuss Versandpaket: 08.01.2025 Beratungsergebnisse: 35. Sitzung des OBR 15 am 17.01.2025, TO I, TOP 20 Beschluss: Die Vorlage B 1 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 36. Sitzung des OBR 2 am 20.01.2025, TO I, TOP 37 Beschluss: Die Vorlage B 1 dient zur Kenntnis. Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, Linke und BFF gegen ÖkoLinX-ARL (= Zurückweisung) 35. Sitzung des OBR 4 am 21.01.2025, TO II, TOP 26 Beschluss: Die Vorlage B 1 dient zur Kenntnis. Abstimmung: GRÜNE, SPD, CDU, Linke, Volt, dFfm und fraktionslos gegen ÖkoLinX-ARL (= Zurückweisung); FDP (= Enthaltung) 35. Sitzung des OBR 1 am 21.01.2025, TO I, TOP 60 Beschluss: Die Vorlage B 1 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 35. Sitzung des OBR 13 am 21.01.2025, TO I, TOP 17 Beschluss: Die Vorlage B 1 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 35. Sitzung des OBR 16 am 21.01.2025, TO I, TOP 20 Beschluss: Die Vorlage B 1 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 34. Sitzung des OBR 7 am 21.01.2025, TO II, TOP 12 Beschluss: Die Vorlage B 1 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 34. Sitzung des OBR 8 am 23.01.2025, TO I, TOP 38 Beschluss: Die Vorlage B 1 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 35. Sitzung des OBR 9 am 23.01.2025, TO II, TOP 14 Beschluss: Die Vorlage B 1 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Annahme bei Enthaltung FDP 35. Sitzung des OBR 3 am 23.01.2025, TO I, TOP 50 Beschluss: Die Vorlage B 1 dient zur Kenntnis. Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, Linke und FDP gegen ÖkoLinX-ARL (= Zurückweisung) 35. Sitzung des OBR 12 am 24.01.2025, TO I, TOP 25 Beschluss: Die Vorlage B 1 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 35. Sitzung des OBR 5 am 24.01.2025, TO I, TOP 58 Beschluss: Die Vorlage B 1 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 21. Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 10.02.2025, TO I, TOP 2 Beschluss: Die Vorlage B 1 dient als Zwischenbericht zur Kenntnis. 36. Sitzung des OBR 11 am 10.02.2025, TO II, TOP 4 Beschluss: Die Vorlage B 1 dient zur Kenntnis. Abstimmung: SPD, CDU und Linke gegen GRÜNE (= Kenntnis als Zwischenbericht) 36. Sitzung des OBR 10 am 11.02.2025, TO II, TOP 36 Beschluss: Die Vorlage B 1 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 36. Sitzung des OBR 6 am 11.02.2025, TO I, TOP 28 Beschluss: Die Vorlage B 1 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 36. Sitzung des OBR 14 am 17.02.2025, TO I, TOP 18 Beschluss: Die Vorlage B 1 dient zur Kenntnis. Abstimmung: Einstimmige Annahme 34. Sitzung des Ausschusses für Soziales und Gesundheit am 20.03.2025, TO I, TOP 20 Beschluss: nicht auf TO Die Vorlage B 1 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS) Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, Linke, AfD, Volt und ÖkoLinX-ELF Sonstige Voten/Protokollerklärung: BFF-BIG und FRAKTION (= Kenntnis) Beschlussausfertigung(en): § 5825, 34. Sitzung des Ausschusses für Soziales und Gesundheit vom 20.03.2025

B 1 „Bündnis gegen Kinderarmut“ vom 06.01.2025

S A C H S T A N D : Auskunftsersuchen vom 20.02.2025, V 1139 entstanden aus Vorlage: OF 527/8 vom 05.02.2025 Betreff: B 1 "Bündnis gegen Kinderarmut" vom 06.01.2025 Vorgang: B 1/25 Der Magistrat wird um Auskunft zu folgender Fragestellung, bezüglich des Berichts B 1 vom 06.01.2025 gebeten: 1. Kann das "Bündnis" oder kann eine der Arbeitsgruppen (nach der Armutskonferenz vom 21.09.2024 oder aus der Strategiegruppe vom 25.11.2024) Fakten oder Analysen zur Kinderarmut im Frankfurter Norden (Stadtbezirk 8) an den Ortsbeirat weitergeben? Im Bericht B 1 wird dargelegt, dass es eine Wissensbasis und "Steckbriefe" zu den untersuchten Lebenslagen (siehe Seite 6) gibt und eine Strategiegruppe bereits Lösungsansätze erarbeitet. Dies vorausgeschickt, wird der Magistrat um weitere Auskunft zu den folgenden Fragestellungen gebeten: 2. Wie viele Alleinerziehende und wie viele Familien gibt es, die vom Jobcenter oder Sozialamt unterstützt werden? 3. Wie viele Kinder/Jugendliche im Ortsbezirk verlassen die Schule ohne Abschluss? Wie viele werden erfolgreich durch die Schule in eine Lehrstelle vermittelt? 4. Gibt es eine Statistik zum Gesundheitszustand der Kinder im Ortsbezirk (chronische Erkrankungen, körperliche oder psychische Behinderung, Gewalterfahrung)? 5. Wie viel Prozent der im Ortsbezirk lebenden Kinder sind in Sportvereinen oder kulturellen Vereinen, wie viel Prozent nehmen die städtischen Angebote in den Ferien in Anspruch? Begründung: Von den im Ortsbezirk ansässigen Kindereinrichtungen gibt es immer wieder die Information, dass es manchen Familien oder Alleinerziehenden schwerfällt, die (niedrigen) Verpflegungskosten oder Nachhilfekosten zu bezahlen, das Geld sei knapp und z. B. die sogenannte Weihnachtsbeihilfe wird gern entgegengenommen. Auch die Kleiderkammer der Kirche und die Tafel sind stark besuchte Hilfsangebote. Antragstellender Ortsbeirat: Ortsbeirat 8 Vertraulichkeit: Nein dazugehörende Vorlage: Bericht des Magistrats vom 06.01.2025, B 1 Stellungnahme des Magistrats vom 25.04.2025, ST 683 Antrag vom 06.06.2025, OF 575/8 Anregung an den Magistrat vom 26.06.2025, OM 7224 Aktenzeichen: 51

Kinder- und Jugendarmut im Ortsbezirk bekämpfen

S A C H S T A N D : Antrag vom 06.06.2025, OF 575/8 Betreff: Kinder- und Jugendarmut im Ortsbezirk bekämpfen Vorgang: B 1/25; V 1139/25 OBR 8; ST 683/25 Der Ortbeirat beschließt: Der Magistrat wird bezugnehmend auf ST 683 vom 15.04.2025 und B1 "Bündnis gegen Kinderarmut" vom 06.01.2025 gebeten zu prüfen und zu berichten: 1. Hat die zum 1. April 2025 einzurichtende Koordinierungsstelle des "Bündnis gegen Kinderarmut" bereits ihre Arbeit aufgenommen? 2. Welche konkreten Arbeitsschritte bezogen auf den "Schwerpunkt der Kinder- und Jugendarmut - Frankfurt Nordwest" im Ortsbezirk 8 wurden von der Koordinierungsstelle bereits angestoßen bzw. sind geplant? 3. Welche kurzfristigen Maßnahmen zur Unterstützung der von Armut betroffenen Kinder und Jugendlichen im Ortsbezirk werden bereits umgesetzt? Welche kurzfristigen Maßnahmen sind zeitnah geplant? 4. Welche langfristigen Strategien und Maßnahmen zum Abbau von Benachteiligung und zur Präventionsarbeit werden verfolgt, um die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen im Ortbezirk nachhaltig zu verbessern und somit eine Chancengleichheit innerhalb der Stadt zu gewährleisten? 5. Wie gestaltet sich die bisherige Zusammenarbeit und Einbindung der Bildungseinrichtungen und sozialen Infrastruktureinrichtungen (Schulen, Kitas, Vereine usw.) zum Thema Kinderarmut im Ortsbezirk? 6. Wie gestaltet sich die bisherige Zusammenarbeit und Einbindung der Bildungseinrichtungen und sozialen Infrastruktureinrichtungen (Schulen, Kitas, Vereine usw.) zum Thema Kindeswohlgefährdung im Ortsbezirk? Begründung: Die Ergebnisse aus dem Monitoring 2024 zur sozialen Segregation und Benachteiligung liefern alarmierende Erkenntnisse für den Ortsbezirk 8. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren, die auf Sozialgeld angewiesen sind, im Ortsbezirk 8 liegt weit über dem städtischen Durchschnitt und ist seit 2019 weiter angestiegen. Besonders die drei Stadtbezirke 426 Praunheim-Nord, 432 Heddernheim-West und 482 Niederursel-West wiesen außerdem sehr hohe Benachteiligungsindizes auf. Hier ist mehr als jedes vierte Kind von Armut betroffen ist. Die drei Stadtbezirke bilden in der gesamtstädtischen Betrachtung einen Schwerpunkt der Kinder- und Jugendarmut "Frankfurt Nordwest" und ein Gebiet hoher sozialer Benachteiligung dar. Es ist dringend an der Zeit gegen diese Entwicklung vorzugehen und das Wohl der Kinder und Jugendlichen im Ortsbezirk zur Priorität zu machen und nachhaltig zu verbessern. Antragsteller: CDU GRÜNE SPD Linke FDP FREIE WÄHLER Vertraulichkeit: Nein dazugehörende Vorlage: Bericht des Magistrats vom 06.01.2025, B 1 Auskunftsersuchen vom 20.02.2025, V 1139 Stellungnahme des Magistrats vom 25.04.2025, ST 683 Beratung im Ortsbeirat: 8 Beratungsergebnisse: 39. Sitzung des OBR 8 am 26.06.2025, TO I, TOP 11 Beschluss: Anregung an den Magistrat OM 7224 2025 Die Vorlage OF 575/8 wird als gemeinsamer Antrag von CDU, GRÜNE, SPD, Linke, FDP und FREIE WÄHLER in der vorgelegten Fassung beschlossen. Abstimmung: Einstimmige Annahme

Beratung im Ortsbeirat: 4