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Friedhof Niederursel - hier: Instandsetzung der alten Friedhofsmauer
S A C H S T A N D : Stellungnahme des Magistrats vom 22.01.2021, ST 111 Betreff: Friedhof Niederursel - hier: Instandsetzung der alten Friedhofsmauer zu 1: Das betreffende Mauerstück von rd. 20 lfd. Meter ist dringend grundlegend sanierungsbedürftig. Die unter dem Putz liegenden Ziegelsteine sind marode, es wird vermutet, dass das Fundament nicht mehr trägt und deshalb erneuert werden muss. Die Standsicherheit ist nicht mehr vollumfänglich gegeben. Der Rest der insgesamt ca. 220 Meter langen Mauer befindet sich ebenfalls in einem schlechten Zustand, so dass in absehbarer Zeit auch hier Maßnahmen erforderlich sind, um die Standsicherheit zu erhalten. Um die Mauer dauerhaft in einen sicheren Zustand zu versetzen, wäre eine grundlegende Erneuerung erforderlich. Auf Basis von anderen vergleichbaren Sanierungsfällen geht das Fachamt davon aus, dass allein für die Instandsetzung des ersten Teilstücks Kosten in Höhe von ca. 25.000 Euro anfallen würden. Dementsprechend hoch sind die Kosten für die Sanierung der kompletten Mauer zu veranschlagen. Nach einer groben Schätzung würden sie sich auf rund. 300.000 Euro belaufen. Für den Abriss des Mauerteilstücks wird mit Ausgaben von 4.000 bis 5.000 Euro gerechnet. zu 2: Der gebührenfinanzierte Haushalt für Friedhofsangelegenheiten ist seit Jahren defizitär. Im Hinblick auf die veränderte Bestattungskultur sowie den Investitionsstau auf den 36 Frankfurter Friedhöfen ist nicht davon auszugehen, dass sich die finanzielle Situation in absehbarer Zeit verbessert. Um eine Belastung der Einnahmenseite (Friedhofsgebühren) so gering wie möglich zu halten, müssen die Ausgaben im Friedhofswesen kritisch beleuchtet werden. Dazu verfolgt das Fachamt verschiedene Ansätze. Die Sanierung von Friedhofsmauern ist ein erheblicher Kostenfaktor. Auf die Instandsetzung von Außenmauern kann nicht verzichtet werden, jedoch sind innenliegende Mauern in den meisten Fällen entbehrlich. Das Fachamt möchte deshalb grundsätzlich von der Instandsetzung maroder Innenmauern absehen, dies auch im Hinblick auf eine Gleichbehandlung der Friedhöfe. Deshalb wird die Sanierung der Mauer in Niederursel auch bei einem Zuschuss aus dem Ortsbeiratsbudget nicht befürwortet. zu 3: Weder die innenliegende Friedhofsmauer noch die alte Friedhofskapelle stehen unter Denkmalschutz. Die alte Kapelle wird nicht genutzt. Aus diesem Grunde wurden in den letzten Jahren auch keine nennenswerten Unterhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Der bauliche Zustand ist sehr schlecht. zu 4: Es wird auf die Ausführungen zu Punkt 2 verwiesen. Die Friedhofsverwaltung muss bei ihren Baumaßnahmen die wirtschaftlichen Aspekte angemessen berücksichtigen. Davon sind alle Friedhöfe betroffen. So wurde beispielsweis in Schwanheim ein nicht mehr standsicheres Teilstück einer innenliegenden Mauer entfernt. Als Ausgleich für das gestalterische Element der Mauer ist geplant, einzelne Solitärpflanzen (Insektenschutzgehölze) zu pflanzen. Vertraulichkeit: Nein dazugehörende Vorlage: Auskunftsersuchen vom 22.10.2020, V 1783 Antrag vom 21.06.2021, OF 34/8 Anregung an den Magistrat vom 08.07.2021, OM 542
Friedhofsmauer Niederursel unbedingt erhalten
S A C H S T A N D : Antrag vom 21.06.2021, OF 34/8 Betreff: Friedhofsmauer Niederursel unbedingt erhalten Vorgang: ST 111/21 Der Ortsbeirat möge beschließen: Nach Mitteilung des Magistrats würde eine Sanierung der alten, ca. 220 m langen Friedhofsmauer, wie vom Ortsbeirat gewünscht, mit Kosten von rd. 300.000 Euro zu Buche schlagen. Die innenliegende Mauer sei zudem "entbehrlich". Auch ein Zuschuss aus dem Ortsbeiratsbudget komme für das Fachamt nicht in Betracht. Für die Nutzerinnen und Nutzer der Grabstätten direkt an der Mauer bedeutet ein Abriss des Mauerwerks einen erheblichen Eingriff in die bisherige Grabstättengestaltung. Aus stadtteilgeschichtlicher Sicht handelt es sich um die östliche Außenmauer des alten Friedhofs, die zusammen mit der Kapelle einen erkennbaren historischen Grundriss markiert. Der Friedhof würde seinen Charakter verlieren, wenn die Mauer weggebrochen würde. Alte Mauern sind Heimat und Geschichte - die Einfriedung des alten Niederurseler Friedhofs sollte erhalten blieben. Zwischenzeitlich hat der Bürgerverein Niederursel-Nordweststadt zwei voneinander unabhängige Kostenvoranschläge von Bauunternehmen eingeholt, die für Baustelleneinrichtung und Wiederherstellung der Natursteinmauer mit einmal 156.000 Euro und einmal 55.000 Euro rechnen. Da diese Beträge deutlich von der Summe abweichen, die der Magistrat angegeben hat, hält der Ortsbeirat eine neue Verhältnisbestimmung Friedhofskultur/Wirtschaftlichkeit für geboten. Es ist ein schlechtes Zeichen, wenn im Frankfurter Friedhofswesen, das sich im Vergleich zu anderen Kommunen des Rhein-Main-Gebietes sowieso schon durch sehr hohe Gebühren finanziert, Wirtschaftlichkeitsberechnungen im Vordergrund stehen. Dies vorausgeschickt, wird der Magistrat gebeten, im Rahmen eines Ortstermins mit dem Bürgerverein Niederursel-Nordweststadt, den örtlichen Kirchengemeinden und dem Ortsbeirat Möglichkeiten für die Erhaltung der alten Friedhofsmauer zu erörtern. Antragsteller: CDU SPD Vertraulichkeit: Nein dazugehörende Vorlage: Stellungnahme des Magistrats vom 22.01.2021, ST 111 Beratung im Ortsbeirat: 8 Beratungsergebnisse: 3. Sitzung des OBR 8 am 08.07.2021, TO I, TOP 22 Beschluss: Anregung an den Magistrat OM 542 2021 Die Vorlage OF 34/8 wird in der vorgelegten Fassung beschlossen. Abstimmung: Einstimmige Annahme
Beratung im Ortsbeirat: 4
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